Ihre Größe soll erhalten bleiben: Bürgermeister Michael Esken bringt die Bürmsche Wiese hinter dem Rathaus als Standort des von der Kolpingsfamilie angeregten Skulpturenparks ins Gespräch. Rechts ist die provisorische Zufahrt zu den Rathaus-Parkplätzen von der Poststraße aus zu erkennen, die im Zusammenhand mit dem Umbau der Ortsdurchfahrt angelegt worden ist, die jetzt aber die Wiese in einem Teil durchschneidet. - © Jens Reddeker
Ihre Größe soll erhalten bleiben: Bürgermeister Michael Esken bringt die Bürmsche Wiese hinter dem Rathaus als Standort des von der Kolpingsfamilie angeregten Skulpturenparks ins Gespräch. Rechts ist die provisorische Zufahrt zu den Rathaus-Parkplätzen von der Poststraße aus zu erkennen, die im Zusammenhand mit dem Umbau der Ortsdurchfahrt angelegt worden ist, die jetzt aber die Wiese in einem Teil durchschneidet. | © Jens Reddeker

Verl Neue Ideen für den Skulpturenpark auf der Bürmschen Wiese

Bürgermeister Michael Esken legt dem Rat für dessen Sitzung einen neuen Ansatz für die Umgestaltung des Geländes vor

Roland Thöring

Verl. Fast fünf Jahre alt sind die ersten Pläne zur Umgestaltung der Bürmschen Wiese, mehrere nicht vollständig überzeugende Überarbeitungen verschwanden seither in der Schublade. Nach fast zwei Jahren, in denen die Fläche hinter dem Rathaus in den politischen Gremien gar nicht mehr Thema war, nimmt das Projekt plötzlich wieder Fahrt auf: Bürgermeister Michael Esken präsentiert dem Rat für dessen Sitzung am kommenden Dienstag, 17. Oktober, "einen völlig neuen Ansatz zur Gestaltung". Sein Vorschlag: Die Wiese in ihrer heutigen Form weitgehend erhalten und für den Aufbau eines Skulpturenparks nutzen. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr. Mit dem Kunstprojekt greift Esken einen Bürgerantrag der Kolpingsfamilie aus dem September 2015 auf. Der kommunalpolitische Arbeitskreis des Vereins hatte zum Thema "Skulpturenpark - ein Kunstprojekt für Verl" ein Konzept erarbeitet und öffentlich vorgestellt. Darin schlägt er als Standort das Gelände der Ölbachaue hinter dem neuen Teil des Friedhofs vor. In der Verwaltungsvorlage teilt Esken dem Rat nun mit, zwischenzeitlich habe es ein Gespräch mit den beiden Landschaftsarchitekten Burkhard Wegener und Timo Forsbach vom Kölner Büro Club L 94 sowie dem Geschäftsführer des Museumsvereins Mönchengladbach, Christian Krausch, gegeben, in dem die Realisierung des Vorschlags der Kolpingsfamilie erörtert worden ist. Kunstwerke entlang eines Rundweges erlebbar machen In diesem Zusammenhang sei auch die Frage aufgeworfen worden, ob vor dem Standesamt schräg gegenüber dem Rathaus eine Plastik, die dem Skulpturenpark zugerechnet werden kann, aufgestellt werden könnte. Christian Krausch hat bereits gemeinsam mit dem Kölner Planungsbüro Club L 94 eine erste Ideenskizze erarbeitet. Sie versucht, entlang eines Rundweges im Außenbereich der Bürmschen Wiese einzelne Kunstwerke erlebbar zu machen und trotzdem die grundsätzliche Idee aus dem seinerzeitigen Architekten-Wettbewerb umzusetzen, nämlich den Charakter der heutigen Wiese zu erhalten - dass dies nicht gelungen sei, war Hauptkritikpunkt an den vorangegangenen Entwürfen. Die hatten den Spagat versucht, die Freizeitnutzung der Wiese mit Spielgeräten und großformatigen Ruhebänken unter einen Hut zu bringen mit der Notwendigkeit, die Zahl der vorhandenen Parkplätze hinter dem Sitz der Stadtverwaltung nicht zu beschneiden. Die Fläche der eigentlichen Wiese war dabei über die einzelnen Entwürfe gegenüber der ersten Idee, mit der Club L 94 den Wettbewerb gewonnen hatte, immer weiter verkleinert worden. Nach der neuen Skizze von Club L 94 und Christian Krausch könnte die Wiese über eine Treppe erschlossen werden, welche optisch die Zufahrt zu den Rathausparkplätzen von der Paderborner Straße aus verlängert und deshalb auch in deren Breite vorgesehen ist. Die ursprüngliche Idee der so genannten "Rathaus-Terrassen" ist in dem Plan nicht mehr enthalten, was der Größe der eigentlichen Wiese zugute kommt. Was aus der provisorischen Zufahrt wird, ist völlig offen Die Skizze, die Kraus und Wegener in der Ratssitzung erläutern wollen, zeigt umlaufend einen Fußweg, der die einzelnen Zugänge zum Areal vom Rathaus-Parkplatz, dem Stichweg von der Hauptkreuzung aus, dem Café Klüter an der Bürmannstraße und der Poststraße aus miteinander verbindet. Entlang dieses Weges zeigt sie mögliche Standorte von Kunstobjekten auf. Die Bäume im westlichen Bereich der Wiese sollen erhalten bleiben. Noch völlig offen ist die Frage, ob die im Zusammenhang mit dem Umbau der Ortsdurchfahrt angelegte provisorische Zufahrt zu den Rathaus-Parkplätzen von der Poststraße aus zurückgebaut werden soll oder erhalten bleibt. Hier ist noch die Frage des Hochwassers zu klären. Derzeit existiert die Zufahrt auf Grundlage einer Ausnahmegenehmigung. Mit der "kompletten Neuausrichtung der bisherigen Planung" könnte man einerseits dem Bürgerantrag der Kolpingsfamilie folgen, andererseits aber auch den ursprünglichen Charakter der Wiese erhalten und beides in Einklang bringen, schreibt Esken in seiner Vorlage an den Rat. Der Skulpturenpark könne für die Bürger ein attraktiver Rückzugsort werden. Hier sollen die Besucher in Ruhe auf einer Bank sitzen und die Bürmsche Wiese genießen können. Stimmen die politischen Gremien der Idee grundsätzlich zu, will die Verwaltung das Thema "Skulpturenpark" jetzt aufgreifen und weiterdenken, damit im Anschluss an die Erweiterung des Rathauses im Jahr 2019 mit den Arbeiten zur Umgestaltung der Bürmschen Wiese begonnen werden kann.

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