Abgeholt in Rot: Zu ihrer Verabschiedung wurden Wehrführer Heiner Panreck (l.) und sein Stellvertreter Erwin Kleinemeier mit ihren Frauen Claudia (l.) und Sabine im Feuerwehr-Oldtimer von 1938. - © Rolf Birkholz
Abgeholt in Rot: Zu ihrer Verabschiedung wurden Wehrführer Heiner Panreck (l.) und sein Stellvertreter Erwin Kleinemeier mit ihren Frauen Claudia (l.) und Sabine im Feuerwehr-Oldtimer von 1938. | © Rolf Birkholz

Verl Feuerwehr: Wehrführer Heiner Panreck und Stellvertreter Erwin Kleinemeier scheiden aus

Vor ihrem Engagement verneigt sich nicht nur der Bürgermeister

Rolf Birkholz

Verl. Stilecht wurden die scheidenden Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Verl von einer Kolonne historischer Fahrzeuge abgeholt und zur Schützenhalle, dem Ort ihrer Verabschiedung, gebracht. Wehrführer Heiner Panreck und sein Stellvertreter Erwin Kleinemeier saßen mit ihren Ehefrauen im 1938er Fahrzeug von M.A.N vielleicht etwas beengt, aber sicher entspannter als auf ihren Einsatzfahrten in den vergangenen Jahren. Von einem Oldtimer abgeholt, seien die beiden nach elf Jahren plan- und wunschgemäß aus ihren Ämtern scheidenden Männer "sicher noch keine 'Feuerwehr-Oldies'", nahm Bürgermeister Michael Esken in der mit Blauröcken aus nah und fern gefüllten Halle Bezug auf die Anfahrt. Beide hätten in den elf Dienstjahren "dafür gesorgt, dass ihre Truppe alles richtig" mache. "Sie sind schnell da, und Sie sind tatkräftig da", so das Stadtoberhaupt. Immer hätten sie sich auf ihre Kameraden verlassen können und umgekehrt: "Das war keine Einbahnstraße." Esken skizzierte die Laufbahn der Männer bei der Feuerwehr. Panreck ist schon seit 44 Jahren dabei. Die Stundenzahl, die er in verschiedenen Positionen in das Ehrenamt investiert habe, sei kaum zu ermessen. Er habe die Wehr auch in zahlreichen Gremien repräsentiert. In die Amtszeit seien mehrere bedeutsame Ereignisse gefallen. Esken nannte etwa den Neubau des Gerätehauses mit Rettungswache oder die Gründung der Löschgruppe Sürenheide. "Als Leiter vorneweg und gleichzeitig immer mittendrin", umriss Esken die "Ära Panreck". An dessen Seite seit 2006 stets sein Stellvertreter Erwin Kleinemeier, der seit 1975 der Wehr angehört, seit 2001 und auch weiterhin den 80 Kameraden starken Löschzug Verl leitet. Der Bürgermeister würdigte zumal diese "Doppelrolle" Kleinemeiers. Er sei nah dran am "Chef" gewesen und habe die Feuerwehr mitgesteuert. "Wir verneigen uns vor Ihrem ehrenamtlichen Engagement", sagte Esken zu beiden. Aber auch auf die unerlässliche Unterstützung durch die Ehefrauen wurde hingewiesen. Die Feuerwehr sei "keine Hobbyistentruppe von Liebhabern roter Autos", betonte Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper die Bedeutung der Feuerwehr als "Basis des Brand- und Katastrophenschutzes in unserem Land Nordrhein-Westfalen." Er bescheinigte den verabschiedeten Kameraden eine "ausgezeichnete Bilanz ihrer Tätigkeit". Heiner Panreck zeigte sich dankbar dafür, nie einen schweren Unfall eines Kameraden habe mitteilen zu müssen. Im Übrigen sei es darum gegangen "das Beste zu erreichen" für die Bürger. Erwin Kleinemeier fasste sich sehr kurz. Beide wurden mit Beifall im Stehen bedacht. Unter den zahlreichen Gästen waren auch Vertreter der Feuerwehr aus der Partnerstadt Annaburg, die die Feier als besonders emotional empfanden. Für die Musik sorgte das Jugendmusikcorps Avenwedde, das kurzfristig eingesprungen war, fast schon feuerwehrgemäß.

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