Riesige Kürbisse: Die haben die Schüler der Klasse 4 c der Grundschule am Standort Bornholte unter anderem ernten können. Beim Erntefest sollen die vitaminreichen Giganten zu einer leckeren Suppe verarbeitet werden. - © Karin Prignitz
Riesige Kürbisse: Die haben die Schüler der Klasse 4 c der Grundschule am Standort Bornholte unter anderem ernten können. Beim Erntefest sollen die vitaminreichen Giganten zu einer leckeren Suppe verarbeitet werden. | © Karin Prignitz

Verl Erntezeit: So sieht der Bornholter Schulgarten aus

Am Schmiedestrang haben Grundschüler Gemüse und Blumen gezogen

Karin Prignitz

Verl-Bornholte. Sie haben gesät, gepflegt und gespannt darauf gewartet, was sich aus kleinen Samen und Zwiebeln entwickelt. Am Freitagmorgen haben die 24 Kinder der Klasse 4 c der Grundschule in Bornholte-Bahnhof die Früchte ihrer Bemühungen geerntet. Und sie haben ihren Klassenkameraden Julius für seine am höchsten gewachsene Sonnenblume geehrt. "Deutlich über drei Meter" hoch ist die prachtvolle Pflanze mit dem dicken Blütenstamm. Ihr leuchtendes Gelb ist einem herbstlichen Grün gewichen, und die Schüler klauben eifrig die Kerne aus dem riesigen Trichter, um sie zu verspeisen. Tagetes und Dahlien wachsen direkt darunter. Vor allem aber soll beim Erntefest das Gemüse aus der Erde geholt und verarbeitet werden. "Die Kinder sind mit Begeisterung dabei", beschreibt Christiane Appl den anhaltenden Tatendrang der Grundschüler. Gemeinsam mit Iva Potrebova, der Vorsitzenden des Vereins Hof Diekämper, und Ute Jurgeleit-Rohde leitet die Diplom-Ingenieurin im Bereich Gartenbau die Arbeitsgruppe Schulgarten des Bürgervereins Bornholte-Bahnhof. Insgesamt gehören 15 Personen zum Team, darunter auch zwei Flüchtlinge. Das Erntefest, zu dem am Nachmittag die Eltern, Geschwister und Großeltern eingeladen sind, bildet den Höhepunkt des ereignis- und äußerst lehrreichen Unterrichts, denn die Schulgarten-Stunden gehören zum Sachunterricht in der dritten Klasse. "Am Anfang der vierten Klasse wird geerntet", erläutert Iva Potrebova das Prozedere. Eine Woche vor den Osterferien gab es die erste Doppelstunde direkt im Klassenzimmer. Sonnenblumen und Tomaten wurden gesät und auf Fensterbänken vorgezogen. Im Mai wurden die Pflänzchen in den Schulgarten gepflanzt. Viermal waren die Grundschüler seither im Schulgarten, um in Gruppen zu arbeiten. Unkraut wurde gejätet, gepflanzt, zwischendurch auch schon geerntet. Und die Kinder haben ein Insektenhotel gebaut. "Als Unterkunft für Ohrwürmer, die gut gegen Läuse und andere Schädlinge sind", erläuterte Christiane Appl die einfache und doch so wirksame Maßnahme. Erbsen, Radieschen, Pflücksalat, Möhren, Kartoffeln, Zwiebeln, Bohnen, Gurken, Zucchini und Kräuter gediehen. Nur die Tomaten nicht. Die wurden durch den extremen Regen zuerst grün und dann braun. "Nicht alles klappt", sagt Christiane Appl. "Das ist halt Natur." In der fühlen sich ganz offensichtlich auch Nacktschnecken wohl. "Hier ist noch eine", ruft Naomi. Eine ganze Schale voll sammeln die Grundschüler. Damian und Henrik haben "zwei oberfette Möhren" aus dem Erdreich gezupft. Andere ernten Schnittknoblauch. Thomas schneidet routiniert Schnittlauch. Neben ihm werden Äpfel entkernt, Kartoffeln und Möhren in Wassereimern gewaschen und riesige Kürbisse geschleppt. Einen Apfel-Möhrensalat wird es später geben, Kartoffeln mit Kräuterquark und Rohkost. Aus riesigen Kürbissen, die "bestimmt 30 Kilo wiegen" und die Damjan und Henrik dennoch "locker" hochgehievt bekommen, soll eine Suppe gekocht werden. Amber und Lilly kümmern sich derweil um den dekorativen Blumenschmuck. Wissensvermittlung, Spaß und der sorgsame Umgang mit der Natur - beim Schulgartenprojekt werden alle positiven Eigenschaften vereint. "Paradiesische Zustände" biete der Garten, sagt Christiane Appl. "So etwa gibt es nur ganz selten."

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