Alle Generationen sind vertreten: Rund 30 Helfer waren in Sürenheide unterwegs, um den Ortsteil von achtlos entsorgtem Müll zu befreien. Von Anfang an, also seit 25 Jahren dabei, ist Klaus Bäumker, der eine orangefarbene Warnweste trägt (oben Mitte). - © Karin Prignitz
Alle Generationen sind vertreten: Rund 30 Helfer waren in Sürenheide unterwegs, um den Ortsteil von achtlos entsorgtem Müll zu befreien. Von Anfang an, also seit 25 Jahren dabei, ist Klaus Bäumker, der eine orangefarbene Warnweste trägt (oben Mitte). | © Karin Prignitz

Verl Ehrenamtliche sammeln illegal entsorgten Müll in Verl

Auch Kindergartenkinder und Schüler sind dabei

Karin Prignitz

Verl-Kaunitz-Sürenheide. Eine Waschmaschine, Autoreifen, eine Geldbörse - das und noch so viel mehr hat Klaus Bäumker in den vergangenen 25 Jahren wild entsorgt in der Natur entdeckt. Der 49-Jährige ist von Anfang an bei der Müllsammelaktion der Dorfgemeinschaft Sürenheide dabei. "Da sind viele Tonnen zusammengekommen", sagt Bäumker. Am meisten ärgert ihn, dass er schon am nächsten Tag, wenn er mit zur Arbeit radelt, neuen Unrat entlang der Wege entdeckt. Jedes Jahr ruft die Sürenheider Dorfgemeinschaft alle Bürger des Ortsteils zur Gemeinschaftsaktion auf. Rund 30 haben sich diesmal beteiligt, darunter Vertreter von Feuerwehr, FC Sürenheide, Libelle, Kolping sowie etliche private Sammler. Dass weniger St.-Georg-Schützen halfen, hatte nicht nur mit dem regnerisch-stürmischen Wetter zu tun, sondern auch mit der zeitgleichen Trauerfeier eines Schützenbruders. "Ganz um Sürenheide herum und im Ortskern" seien Straßenränder, Gräben und Plätze vom unachtsam in die Gegend geworfenen Müll befreit worden, berichtete die Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Hedwig Masjosthusmann. "Auffällig war, dass weniger große Teile gefunden worden sind." Zurück am Bürgertreff, wo die Helfer am frühen Morgen mit einem Imbiss und Getränken versorgt worden waren, tat sich das Ausmaß der Hinterlassenschaften auf. In den von den Firmen Großekathöfer und Frankenfeld bereit gestellten Transportern sowie dem Kramermobil der Schützen fanden sich auch ein Kopfkissen, kleine Elektrogeräte, Reste eines Fahrrades, Gartenstühle, ein Deko-Frosch, ein Wanderstuhl und ein Schlüpfer. Insgesamt kam eine halbe Tonne Unrat zusammen. "Weniger als sonst, aber immer noch zu viel", so Christian Wischott von den Schützen. Gebracht wurde der Müllberg zum Bauhof. Der hatte Greifzangen, Sicherheitswesten, Handschuhen und Müllsäcken zur Verfügung gestellt. Auch für die 28 Helfer, die sich am Alten Bahnhof Kaunitz trafen. Vertreter der Dorfgemeinschaft, des Turnvereins Jedermänner, der Jäger, der Schützen, des Bocciavereins und acht Flüchtlinge aus Iran, Afghanistan und Syrien stellten sich für ihre Mitmenschen und die Umwelt ehrenamtlich in den Dienst der guten Sache. Sternförmig schwärmten sie aus. "Das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagte der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Kaunitz, Siegfried Erichlandwehr. "Bei Trockenheit hätten wir sicherlich noch mehr Helfer motivieren können." Dennoch kamen am Ende 16 volle Säcke zusammen. "Am meisten Müll ist an den Ausfallstraßen gefunden worden", bestätigte Erichlandwehr. Coffee-to-go-Becher, Verpackungen, Flaschen und mehr wanderten dort in die organfarbenen Säcke.

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