Vereinigte Stimmkraft: Für Joseph Haydns als Paukenmesse bekannte "Missa in Tempore Belli" nahmen die Chöre der "Verler Vier Jahreszeiten", des Gymnasiums Schloß Holte-Stukenbrock und der Gesangverein "Hoffnung" aus Wiedenbrück gemeinsam Aufstellung. - © Heike Sommerkamp
Vereinigte Stimmkraft: Für Joseph Haydns als Paukenmesse bekannte "Missa in Tempore Belli" nahmen die Chöre der "Verler Vier Jahreszeiten", des Gymnasiums Schloß Holte-Stukenbrock und der Gesangverein "Hoffnung" aus Wiedenbrück gemeinsam Aufstellung. | © Heike Sommerkamp

Verl So war das Konzert "Verler Winter"

Für Joseph Haydns als Paukenmesse bekannte "Missa in Tempore Belli" nahmen die Chöre gemeinsam Aufstellung

Heike Sommerkamp

Verl-Kaunitz. Was macht ein erfolgreicher Verein zum 20-Jährigen? Im Fall der "Verler Vier Jahreszeiten" ein "Dankes-Konzert für Pfarrer Joachim Cruse", denn dieser hat die erfolgreiche Konzertreihe in der Kaunitzer Pfarrkirche St. Marien erst ermöglicht. Und dieser Dank zum Konzert "Verler Winter" vor ausverkauften Bankreihen konnte sich hören lassen: Zuerst mit Ludwig van Beethovens siebter Sinfonie und dann mit Joseph Haydns Pauken-Messe riss Knut Peters, gewohnt intensiv gestaltend, die Hörer mit. Vom ersten Ton von Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92 an formte der Jahreszeiten-Dirigent sein engagiert und spielfreudig folgendes Symphonieorchester "Verler Vier Jahreszeiten" zu einem mit entschiedenem Strich kontrastreich-detaillierte Klanggemälde formulierenden Ensemble. Die kongruente Brillanz und die strahlkräftig aufblühenden Spannungsbögen lieferten die Musiker auch dann noch, als Peters sie gegen Ende in Tempo und Dynamik zum Maximum antrieb. Nach der Pause wurde es hinter dem Orchester eng: Für Joseph Haydns als Paukenmesse bekannte "Missa in Tempore Belli" nahmen die Chöre der "Verler Vier Jahreszeiten", des Gymnasiums Schloß Holte-Stukenbrock und der Gesangverein "Hoffnung" aus Wiedenbrück gemeinsam Aufstellung. Im Herbst die Lieblingskomposition des Pfarrers Ihre vereinigte Stimmkraft, ihre Tonsauberkeit und ihre natürlich timbrierte, angenehm druck- und quetschfreie Singtechnik machten die Chorpassagen zu bewegenden Höhepunkten der Messe, zum Beispiel im Agnus Dei. Mit expressivem Dirigat entlockte Peters ihnen - und weiterhin auch den Instrumentalisten - eine hörenswerte Interpretationstiefe. Die Gesangssolisten überwältigten als bewegend-intensives, stimmlich wie dynamisch bestens austariertes Quartett, besonders im Benedictus - dass Marina Herrmann kurzfristig eingesprungen war, verriet nur der Blick auf die zuvor auf allen Sitzen ausgelegte Besetzungsänderung. Asami Horie-Weber, zunächst ein wenig verblassend neben Herrmanns müheloser Strahlkraft, emanzipierte sich im bewegend solo vorgetragenen Sanctus und fügte sich beim Benedictus mit klarem Alt auf Augenhöhe ins Quartett. Mit profundem, sensibel geführtem und tragendem Bass empfahl sich Bartolomeo Stasch - ein "Qui tolis peccata mundi" war ein Genuss. Tenor Lennart Hoyer fügte sich mit selbstverständlich-allürenfreiem Duktus, durchdacht formulierten Passagen und angenehmer Präsenz überzeugend in die Solistenriege. Der Dank an Joachim Cruse hat mit diesem fulminanten Klangerlebnis übrigens noch kein Ende: Im Oktober 2017 werden im "Verler Herbst" die beiden Lieblingskompositionen des Pfarrers aufgeführt werden.

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