Prioritäten: Die CDU-Fraktionsvorsitzende Gabriele Nitsch stellte mit ihren Stellvertretern Matthias Humpert (r.) und Henrik Brinkord die aktuellen stadtpolitischen Themenschwerpunkte vor. - © Rolf Birkholz
Prioritäten: Die CDU-Fraktionsvorsitzende Gabriele Nitsch stellte mit ihren Stellvertretern Matthias Humpert (r.) und Henrik Brinkord die aktuellen stadtpolitischen Themenschwerpunkte vor. | © Rolf Birkholz

Verl Das hat die Verler CDU in den nächsten Monaten vor

Die Verwaltung solle nicht überfordert werden

Rolf Birkholz

Verl. Die CDU-Fraktion im Verler Stadtrat will sich weiter bemühen, "die Sachthemen nach vorne zu bringen", dabei aber "die Verwaltung nicht zu überfordern". Es klang wie ein Echo auf ähnliche Äußerungen des Bürgermeisters Michael Esken (CDU) in seiner ersten Jahresbilanz (die NW berichtete), was die Fraktionsvorsitzende Gabriele Nitsch vorausschickte, als sie mit ihren Kollegen von der Fraktionsspitze die aktuellen Themenschwerpunkte der Partei erläuterte. Nachdem in den vergangenen Jahren "sehr viele Ideen" verfolgt worden seien, stehe nun "Ideenkonsolidierung" an. Wirtschaftsförderung Hier solle der Breitbandausbau, der "schon gut" sei, weiter ausgebaut werden, so Henrik Brinkord. Zudem sollten WLAN-Hotspots eingerichtet werden. Auf diesem Gebiet sieht der zweite stellvertretende Fraktionsvorsitzende manche Kommunen im Ausland schon viel weiter. "Wir brauchen neue Gewerbegebiete", sprach der erste stellvertretende Vorsitzende Matthias Humpert ein Thema an, bei dem man sich "nicht zurücklehnen" könne. Man müsse mit Nachbarkommunen über interkommunale Areale auf deren wie auf eigenem Territorium reden, aber auch mit hiesigen Grundeigentümern. Dabei müssten die Bürger einbezogen werden, wies Humpert auf die nächste Bürgerversammlung zu diesem Aspekt am 2. November hin. Klar sei auch, dass letztlich der Kreis im Rahmen eines kreisweiten Konzeptes entscheide, aber man müsse Optionen bereithalten. Gabriele Nitsch sprach von einer "Quadratur des Kreises", bei der Landwirtschaft und Kulturlandschaft zu berücksichtigen seien. Man könne nicht alles überplanen, müsse aber auch "sehen, dass Firmen expandieren können." Fachkräftemangel Die CDU überlegt auch, wie die Stadt dem drohenden Fachkräftemangel, der laut Humpert in zehn bis 15 Jahren "deutlich steigen" wird, begegnen könnte. Ebenso will man die Sorgen des Einzelhandels (stationär, Internet) beachten. Vielleicht helfe ein Verler Einkaufsportal im Netz? Bildung und Sport "Wie haben sehr gute Schulen", stellte die Fraktionsvorsitzende fest. Nun müsse noch die Gesamtschule baulich entwickelt und modernisiert werden; auch gehe es um die weitere Digitalisierung in den Schulen. In Sachen Schwimmbad kündigte sie an, dass wir "in den nächsten Monaten eine Entscheidung treffen werden". Nach den Ferien wolle man mit den Schulleitern über deren Ansichten zum noch offenen besten Standort sprechen. Es müssten die Interessen von Schulen, Vereinen und Bürgern berücksichtigt werden. Im Übrigen müssten die Zeiten von schulischen und Vereinsangeboten koordiniert werden, forderte Gabriele Nitsch, "sonst brechen uns irgendwann die Vereine weg". Und das gehe nicht. Stadtbibliothek Zukunftsmusik, aber auch ohne Noten schon diskutabel, ist für die Fraktion ein "Sport- und Bildungszentrum". Ob da auch die Stadtbibliothek hineingehörte? Der Mietvertrag laufe Anfang 2018 aus. Die Verwaltung führe Gespräche mit dem Vermieter, hieß es. Das sei ein "ganz wichtiges Thema", sagte Henrik Brinkord und deutete auf die über reine Bücherausleihe längst hinausreichenden Funktionen einer modernen Bibliothek hin. "Denn wir wollen unsere Bibliothek definitiv in Verl halten." Ärztliche Versorgung In puncto ärztliche Versorgung will die CDU weiter Versuche positiv begleiten, Assistenzärzte hier Praktika machen zu lassen, auf dass sich der eine oder andere daraufhin vielleicht später in Verl niederlasse. Klima und Mobilität Henrik Brinkord hält ein Pilotprojekt "Car2go" für einen interessanten Gedanken; es sei zu überlegen, ob solches Auto-Teilen von den Bürgern angenommen werde. Das Stadtmarketing wiederum sah Gabriele Nitsch bereits auf einem "sehr guten Weg" und nannte beispielhaft auch die "Verler Literaturtage" im November. Offene Projekte Neben dem Abarbeiten beschlossener Großprojekte (Nahversorger Sürenheide, Feuerwehrgerätehaus Kaunitz, Grundschule Kaunitz, Bauhof-Neubau, Kita Sürenheide, energetische Sanierung städtischer Immobilien, Attraktivitätssteigerung Bornholte-Bahnhof, Bürmsche Wiese) stehen für die CDU folgende Entscheidungen an: Rathausanbau, Hallenbad, Überplanung altes Bauhofgelände, Familienfreizeitgelände/Skulpturenparkverbindungswege, Schützenhalle, Marktplatz in Verbindung mit TWE. Nach vielen begonnenen Verler Vorhaben der letzten Jahre, mit deren "Nachbearbeitung" man aber Nitsch zufolge mitunter nicht weitergekommen sei, solle, so Humpert, künftig das Augenmerk mehr auf "das große Ganze" als Gesamtziel für Verl gerichtet werden.

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