Seine Tage sind gezählt: Der mit der Rathaus-Erweiterung 2007 innen wie außen modernisierte Ratssaal (hinten rechts) wird wahrscheinlich abgerissen und macht Platz für einen dreigeschossigen Neubau mit Sitzungssaal und Büros für die Stadtverwaltung. - © Roland Thöring
Seine Tage sind gezählt: Der mit der Rathaus-Erweiterung 2007 innen wie außen modernisierte Ratssaal (hinten rechts) wird wahrscheinlich abgerissen und macht Platz für einen dreigeschossigen Neubau mit Sitzungssaal und Büros für die Stadtverwaltung. | © Roland Thöring

Verl Anbau des Verler Rathauses kostet 3,3 Millionen Euro

Auch die Idee eines Würfels für die Bibliothek soll weiter verfolgt werden

Roland Thöring

Verl. Rund 3,3 Millionen Euro wird ein Neubau des Ratssaals mit darüber angesiedelten Büroräumen am heutigen Standort nördlich des Rathauses kosten. Eine entsprechende Kostenschätzung wird der Herforder Architekt Karsten Schlattmeier am kommenden Dienstag, 28. Juni, ab 17.30 Uhr in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vorstellen. Dieser Plan ist eine von vier Lösungen, die Schlattmeier hinsichtlich der Baukosten gerechnet hat. Nach dem Beschlussvorschlag für den Ausschuss wird er von der Stadtverwaltung favorisiert. Sollte der Ausschuss dem Verwaltungsvorschlag folgen, auch die Überlegungen zum Bau eines "Medien-Würfels" weiterzuverfolgen, könnten sich die Gesamtkosten auf rund 6,2 Millionen Euro belaufen. Der zweite Anbau würde westlich des Rathauses entstehen. Dafür müsste das heute unter anderem an das Fotogeschäft Malinowsky vermietete Kopshoffsche Haus an der Hauptkreuzung abgerissen werden. Im Medien-Würfel sieht Schlattmeier Platz für ein Café und die Bibliothek vor. Wie berichtet, endet der Mietvertrag der Stadt für die heutigen Bibliotheksräume an der Hauptstraße am 31. Januar 2019. Vom Tisch ist mittlerweile die Überlegung, in Eigenregie Büroräume auf einem weiteren Grundstücke neben dem Rathaus zu errichten. Die Stadt hatte dafür mit dem Eigentümer der Immobilie Hauptstraße 4 (heute befindet sich hier das Steakhaus) über einen Ankauf verhandelt. Der kam allerdings nicht zustande. Stattdessen hat der Eigentümer der Kommune inzwischen angeboten, hier selbst Büros zu bauen und langfristig an die Stadt zu vermieten. Neuer Ratssaal und Büros im Norden  Schlattmeier hat für den Bau des von der Verwaltung dringend benötigten Büroraums insgesamt vier Varianten ausgearbeitet. Denkbar wären demnach die Erweiterung des Rathauses um Büroflächen einschließlich eines Ratssaalneubau im nördlichen Bereich. Diese als Variante 1 bezeichnete Idee ist die von der Verwaltung bevorzugte und würde, wie beschrieben, mit 3,3 Millionen Euro zu Buche schlagen. Im Erdgeschoss des Kubus will Schlattmeier den Sitzungssaal unterbringen, darüber auf zwei Etagen Büros. Der neue Ratssaal würde wie heute auch über einen ebenerdigen Verbindungsgang vom Rathaus aus erschlossen. Neue Büros an der Hauptkreuzung Variante 2 sieht die Erweiterung um Büroflächen am Standort des Kopshoffsches Hauses vor und den Erhalt des heutigen Ratssaals. Das würde die Stadt rund 3,0 Millionen Euro kosten. Im Erdgeschoss sieht der Architekt eine öffentliche Nutzung in Form eines Cafés vor, darüber wäre auf zwei Ebenen Platz für städtische Büroräume. Im Keller könnte zusätzlicher Lagerraum geschaffen werden. Zusätzlicher Neubau für die Bibliothek Den Ratssaalneubau am heutigen Standort mit einer Aufstockung um zwei Etagen für Büroflächen wie in der Variante 1 plus den Abriss des Kopshoffsches Hauses und den Bau eines zusätzlichen Medien-Würfels will die Stadt als Überlegung zumindest weiterverfolgen. Dieser Planung hat Schlattmeier den Titel Variante 3 gegeben. Der Medien-Würfel wäre ein Bau mit quadratischem Grundriss. Im Erdgeschoss könnte ein Medien-Café angesiedelt werden, darüber die Bibliothek einziehen. Ihr stünden neben den beiden oberen Etagen auch die Kellerräume für ein Archiv zur Verfügung. Der Ratssaal in einer Rotunde Variante 4 schlägt einen zweigeschossigen Erweiterungsbau für Büros anstelle des heutigen Ratssaals vor. Dieser soll dann in einen Neubau in Form einer Rotunde am Standort des Kopshoffschen Hauses ziehen. Darüber bekämen im zweiten Obergeschoss die Fraktionen ihre Zimmer. Schlattmeier hatte eine solche Lösung bereits 2003 in seinem Wettbewerbsentwurf zum Neubau des Rathauses präsentiert. Das Projekt mit Rotunde würde insgesamt 6,4 Millionen Euro kosten.

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