Schlagerstar auf Stippvisite: Auf der Karnevalsfeier der Frauengemeinschaft (kfd) Sürenheide sang Heino (Petra Adrian) erst vom blauen Enzian und später mit Tony Marshall (Katy Schumacher) von der Köhlerliesel und der schwarz-braunen Haselnuss. - © Hanna Paßlick
Schlagerstar auf Stippvisite: Auf der Karnevalsfeier der Frauengemeinschaft (kfd) Sürenheide sang Heino (Petra Adrian) erst vom blauen Enzian und später mit Tony Marshall (Katy Schumacher) von der Köhlerliesel und der schwarz-braunen Haselnuss. | © Hanna Paßlick

Verl Frauen der kfd Verl-Sürenheide feiern Karneval mit bissigen Sketchen und viel Prominenz

Narretei: Zwischen Himmel, Hölle und Heino

Hanna Paßlick

Verl-Sürenheide. Zünftige Stimmung im Pfarrheim St.- Judas-Thaddäus: Mit der Karnevalsfeier der katholischen Frauengemeinschaft (kfd) hat in Sürenheide der Schlagerstadl Einzug gehalten. Durch das Programm führten ein stimmgewaltiger Tony Marshall (Katy Schumacher) und Heino (Petra Adrian), der für seine 77 Jahre überraschend agil über die Bühne fegte. Mit den Proben für ihr närrisches Programm hatten die Frauen der kfd-Theatergruppe bereits im September begonnen. "Da gibt es keine Vorgaben, alle können auf die Bühne bringen, wozu sie Lust haben", sagt Hildegard Seppler, Vorsitzende der kfd Sürenheide. Diese Freiheit nutzten die Frauen, indem sie abwechselnd musikalische Auftritte und bissige Sketche auf die Bühne brachten. Die Szene zweier Rentner (Irene Kletzin und Gisela Berenbrinker) etwa trieb dem verkleideten Publikum die Lachtränen in die Augen: Weil es dem einen Senior in der rechten Hand juckte, glaubte er, dass künftig mehr Rente anstehe. Dem anderen jedoch juckte der Hintern. "Ich glaube eher, die scheißen uns was", mutmaßte der Rentner - und erntete schallendes Gelächter. Tierische Stimmung kam mit den Chorkindern der St.-Georg-Schule auf. Als Stinktier, Elefant, Bär oder auch Marienkäfer verkleidet, sangen sie aus vollem Halse "Ja, wenn im Wald die Bratkartoffeln blühn". Für Bewegung sorgten die Tänzerinnen der Prinzengarde Steinhorst und der Gruppe "Thirty Up". Letztere hatten sich dem zünftigen Treiben auch kleidungstechnisch angepasst: Sie trugen bayerische Dirndl-Oberteile und arbeiteten Holzbänke in ihr Programm ein. Dass ein hohes Alter durchaus Vorteile hat, stellte Hannelore Pähler in ihrer Büttenrede fest. Immerhin müsse sie heute keine hohen Schuhe mehr tragen, und auch das Geld fürs Haarefärben könne sie sich sparen. Wenn sie doch mal Lust auf Schokolade habe, müsse sie keine Angst mehr vor Karies haben - denn die Zähne liegen sicher im Glas. Pähler: "So brachte das Alter mir Gewinn, ich freu? mich, dass ich ?ne Alte bin." Nach einem Heino-Medley von Petra Adrian führten die Theaterdamen weitere Sketche vor. Neben menschlichen Versuchskaninchen und der Frage, ob Ehemänner im Himmel oder der Hölle landen, thematisierten die Frauen auch die Tücken des deutschen Gesundheitssystems. Eine Zahnprothese, erklärte Käthe (Irene Kletzin), könne nämlich richtig gefährlich werden. Beim Knutschen etwa, "da hatte mein Rudolf erst seine - und dann auch noch meine Zähne im Mund".

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