Mehr Abstand zu den Nachbarn: Die städtische Fläche am neuen Kunstrasenplatz in Kaunitz will die KHW nur noch mit zwei Mehrfamilienhäusern bebauen. - © Roland Thöring
Mehr Abstand zu den Nachbarn: Die städtische Fläche am neuen Kunstrasenplatz in Kaunitz will die KHW nur noch mit zwei Mehrfamilienhäusern bebauen. | © Roland Thöring

Verl-Kaunitz Nach Protest der Nachbarn: Stadt baut weniger Sozialwohnungen als geplant

Die Zahl der Sozialwohnungen reduziert sich damit von 38 auf 32

Roland Thöring

Verl-Kaunitz. Auf dem städtischen Grundstück an der Straße Zum Sennebach in Kaunitz werden weniger Sozialwohnungen gebaut als ursprünglich vorgesehen. Die Stadt und der Investor Kommunale Haus und Wohnen GmbH (KHW) kommen damit den Anliegern entgegen, die gegen eine zu massive Bebauung in diesem Bereich protestiert hatten. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses in ihrer jüngsten Sitzung dafür aus, die Zahl der geplanten Gebäude von drei auf zwei zu reduzieren. Durch den Wegfall eines Hauses verringert sich die Anzahl der Wohnungen von 38 auf 32, die Zahl der Pkw-Stellplätze von 57 auf 48. Vor ziemlich genau einem Jahr hatte der Rat den Plänen der KHW mehrheitlich zugestimmt, auf dem 3.900 Quadratmeter großen kommunalen Grundstück nördlich des neuen Kaunitzer Kunstrasenplatzes drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 38 Wohneinheiten für sozial Schwache zu errichten. Die Bindungsfrist beträgt 20 Jahre. Damals hatten mehrere Anwohner des benachbarten Montessoriweges in der entscheidenden Ratssitzung ihrem Unmut Luft gemacht und beklagt, im Vorfeld nicht ausreichend in die Planungen einbezogen worden zu sein. Sie befürchteten eine Wertminderung für ihr eigenes Grundstück und kritisierten den hohen Grad der Verdichtung. Im Anschluss hatten mehrere Gespräche zwischen der Stadt, der KHW und den Anliegern stattgefunden mit dem Ergebnis, dass die Zahl der Gebäude und der Wohnungen reduziert wird. Die KHW hatte den Gütersloher Architekten Kai Beckmann beauftragt, neue Planungsvarianten zu entwickeln. Die Anlieger sprachen sich mehrheitlich für die jetzt vom Bauausschuss durchgewunkene Lösung aus. Die Stadt verkauft den nördlichen Nachbarn einen neun Meter und den westlichen Nachbarn einen fünf Meter breiten Grundstücksstreifen, was zum einen ihren Abstand zu den Gebäuden der KHW vergrößert, zum anderen auch ihre Grundstücke. Die durch die KHW von der Stadt zu erwerbende Fläche verschiebt sich dadurch nach Süden, ihre Größe ändert sich nur unwesentlich. Eines der nun nur noch zwei Mehrfamilienhäuser soll parallel zur Straße Zum Sennebach errichtet werden, das zweite wird nach Süden verschoben, sodass die für die künftigen Bewohner erforderlichen Parkplätze zwischen die vorhandene Bebauung und die KHW-Gebäude rücken und eine Art Hof bilden. Die Kommunale Haus und Wohnen GmbH bevorzuge diese Lösung zwar nicht, teilte der für Bauangelegenheiten zuständige Beigeordnete Thorsten Herbst im Bauausschuss mit, trage den Kompromiss aber "im Sinne einer guten Nachbarschaft" mit. Die Umplanung sei genehmigungsfähig, betonte Herbst, Fragen des Lärmschutzes seien mit den zuständigen Behörden und Gutachtern bereits geklärt. Demnach sei zwischen den Parkplätzen der KHW-Gebäude und der bestehenden Bebauung keine Lärmschutzwand erforderlich. Diese hätte erhebliche Zusatzkosten bedeutet.

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