Mehr Einzelzimmer: Matthias Timmermann vor der Bauzeichnung. Er zeigt auf den Neubau, der bis Ende 2019 folgen soll. Fotos: Fillies - © Kristoffer Fillies
Mehr Einzelzimmer: Matthias Timmermann vor der Bauzeichnung. Er zeigt auf den Neubau, der bis Ende 2019 folgen soll. Fotos: Fillies | © Kristoffer Fillies

Verl Ab Sommer will die Caritas neu bauen

Altenzentrum: Der katholische Kirchenvorstand hat die Trägerschaft abgegeben.

Kristoffer Fillies

Verl. Schon in drei Monaten könnten die Bagger anrollen. "Der Bauantrag für den Neubau ist in Vorbereitung und geht demnächst auf den Weg", sagt Matthias Timmermann vom Caritas-Vorstand des Kreises Gütersloh. Wenn die städtische Bauaufsicht den Antrag absegnet, dann könne der Spatenstich für den Neubau des Altenzentrums an der St.-Anna-Straße 15 folgen. Schon jetzt hat sich der Name der stationären Einrichtung geändert. Seit Januar heißt sie "Caritas-Haus St. Anna". Schon ab 2016 unterstützte die Caritas den damaligen Träger der Einrichtung, die Katholische Kirchengemeinde St. Anna. "Seit die vorige Heimleiterin Hannelore Gellner 2014 in den Ruhestand ging, gab es für den Kirchenvorstand nur noch die Lösung, dass die Caritas die Trägerschaft übernimmt", erklärt Pfarrer Karl-Josef Auris. Gellner leitete die Einrichtung seit 1990, zu der Zeit gab es nur die Zimmer in den Räumen des ehemaligen Krankenhauses. Seitdem hat sich das Altenzentrum immer weiter professionalisiert und erweitert. "Es ist heute nicht mehr zeitgemäß, dass ein Seniorenheim von einem Kirchenvorstand geleitet wird", sagt Pfarrer Auris. Etwa mit dem Ruhestand von Gellner hätten sich die ersten Gespräche mit der Caritas entwickelt. "Ich danke der Caritas, dass sie sich für die Übernahme ausgesprochen hat, um die qualitativ gute Arbeit fortzuführen." Die Kirchenaufsicht des Bistums Paderborn genehmigte die Trägerschafts-Übertragung vor etwa vier Wochen. Rückwirkend für den 1. Januar ist die Caritas nun der Träger. "Bistum, Kirchenvorstand und Caritas, wir alle denken in die selbe Richtung", freut sich Pfarrer Auris. Für die etwa 120 Mitarbeiter des Seniorenheims ändere sich grundsätzlich nichts an ihren Arbeitsverträgen, sagte Einrichtungsleiter Jürgen Mertes auf Anfrage. Schon vor der Übernahme kümmerte sich die Caritas um die Planungen für den nun anstehenden Neubau. 1991 bis 1994 wurde das Heim erstmals erweitert, zu dem alten ehemaligen Krankenhaus kam ein Ausbau zu insgesamt 98 Pflegeplätzen. "Bevor es zum Spatenstich kommt, werden wir die Kosten mitteilen." Jetzt sollen 48 neue Zimmer in einem Drei-Etagen-Bau entstehen. Dafür werden einige Zimmer aus dem ehemaligen Krankenhaus für andere Zwecke verwendet, sodass letztlich mehr Räume, aber nur noch 93 Plätze zur Verfügung stehen werden, erklärte Caritas-Vorstand Timmermann. "Der Neubau ist nötig, damit das Caritas-Haus die Vorgabe des Wohn- und Teilhabegesetzes erfüllt." Darin steht, dass 80 Prozent der verfügbaren Zimmer einer Einrichtung Einzelzimmer sein müssen. Eigentlich müsste diese Vorgabe dieses Jahr erfüllt werden. "Das werden wir natürlich nicht mehr schaffen", sagt Kerstin Pleus, Fachbereichsleiterin "Leben und Wohnen im Alter" vom Caritasverband. "Da werden wir mit der Heimaufsicht sprechen müssen." Der Neubau wird sich nach den Bauzeichnungen des Architektenbüros Brockmeyer+Rüting hinter der hauseigenen Marienkapelle in Richtung Nord-Westen erstrecken. Zu den genauen Kosten für den Neubau wollte Matthias Timmermann noch nichts sagen. "Bevor es zum Spatenstich kommt, werden wir die Kosten mitteilen." Neben dem Kirchenvorstand und der Caritas sei auch die Stadt Verl schon lange in die Planungen eingebunden, sagte Heribert Schönauer, Erster Beigeordneter der Stadt. "Nachdem die Caritas schon die Kita Mirali übernommen hatte, war es für uns ein logischer Schluss, dass das Altenzentrum in ihre kompetenten Hände gegeben wird."

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