Anprobe: Christa (Ulrike Schönau, v. l.) lässt ihren widerspenstigen Mann Otto (Sebastian Henseler) unter den neugierigen Augen der Nachbarin Frau Blicker (Maria Schröder) das selbst genähte Hochzeitskleid für ihre Tochter anprobieren. - © Maria Siggemann
Anprobe: Christa (Ulrike Schönau, v. l.) lässt ihren widerspenstigen Mann Otto (Sebastian Henseler) unter den neugierigen Augen der Nachbarin Frau Blicker (Maria Schröder) das selbst genähte Hochzeitskleid für ihre Tochter anprobieren. | © Maria Siggemann

Verl Kolpingtheater feiert gelungene Premiere

Das Verwirrspiel um Heirat, Familie und um weiße Plastiktaschen sorgt für viel Vergnügen beim Publikum

Maria Siggemann

Verl. Mit seinem neuen Stück "Das perfekte Brautkleid" hat das Kolping-Theater Verl den Humor des Publikums wieder voll getroffen. Bei der Premiere des modernen Lustspiels von Hedwig Mager am Samstagabend in der Realschulaula brachten die insgesamt elf Darsteller die familiären Unwegsamkeiten, die eine Heirat so mit sich bringen kann, auf die Bühne und ernteten damit viel Beifall und Gelächter. Der Dreiakter beginnt mit der grotesken Situation, dass Otto Ecker (dargestellt von Sebastian Henseler) als Anprobe Modell für das Brautkleid seiner Tochter Martina (Katharina Strieker) steht - Zeitung lesend auf einem Stuhl -, während Ehefrau Christa (Ulrike Schönau) versucht, letzte Verschönerungen daran vorzunehmen. Christa möchte nämlich unbedingt, dass ihre Tochter bei ihrer Hochzeit ein von ihr selbst genähtes Brautkleid trägt. Da es aber einfach katastrophal aussieht, weil Christa gar nicht richtig nähen kann, muss es verschwinden. Ehemann Otto will es vergraben, seine Nachbarin Frau Blicker (Maria Schröder) und deren Tochter Susanne (Nicole Aschoff) haben, wie schon ihr Name verspricht, den Garten jedoch stets im Blick, und so versteckt Otto das Kleid erst einmal in einer weißen Plastiktüte. Gerd (Simon Jakobi), der zukünftige Schwiegersohn, braucht auch dringend ein Versteck. Nämlich für erotische Reizwäsche, die er für die Hochzeitsnacht besorgt hat. Die stopft er vorläufig ebenfalls in eine weiße Plastiktüte. Dumm nur, dass Christa die frisch gebügelte Wäsche für den Pfarrer (Klaus Bockholt) - wie sollte es anders sein - in eine ebensolche Tüte steckt! Da ist es natürlich abzusehen, dass die weißen Tüten, mit ihren zum Teil verfänglichen Inhalten, für Verwirrung und peinliche Versteckspiele sorgen. Zur Hochzeit reisen selbstredend auch die beiden verzogenen Enkelsöhne Robi und Tommy (tolles Debüt von Niklas Merz, 19, und Hendrik Diermann, 17) nebst dem alleinerziehenden und sichtlich überforderten Vater (Raimund Diermann) an. Altersgemäß ständig mit dem Handy beschäftigt und ansonsten nur faul auf dem Sofa herumlungernd, sind sie bei den Vorbereitungen zur Hochzeit nicht gerade eine Hilfe. Zu allem Überfluss taucht auch noch, wie aus dem Nichts, Erika Prötzer (Stefanie Sendermann in einer Paraderolle) als Ex-Frau von Gerd auf. Sie will sich unbedingt mit Gerd versöhnen, um endlich ihren Seelenfrieden zu erlangen. So nehmen die diversen "Hochzeitsvorbereitungen" ihren schicksalhaften und natürlich sehr turbulenten Lauf. Die Generalprobe, so Spielleiterin Hedwig Lükewille, sei am Vorabend "nur halbwegs gut" gelungen. Aber das Gute an schlechten Generalproben sei ja bekanntlich, dass die Premiere dafür um so besser verläuft. Damit hatte sie recht. Ein gelungener Auftakt der Spielsaison für die Verler Laienspielschar. Der Erlös aus den Eintrittsgeldern wird wie in jedem Jahr für gemeinnützige Zwecke gespendet.

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