Der künftige dritte Standort: Nobilia hat gestern im Industriegebiet Lisdorfer Berg in Saarlouis ein 29 Hektar großes Gewerbegrundstück gekauft, auf dem Luftbild als die zentrale Fläche zu erkennen rechts der Bundesstraße und zwischen der bereits vorhandenen Bebauung und dem Waldstück vorne.
Der künftige dritte Standort: Nobilia hat gestern im Industriegebiet Lisdorfer Berg in Saarlouis ein 29 Hektar großes Gewerbegrundstück gekauft, auf dem Luftbild als die zentrale Fläche zu erkennen rechts der Bundesstraße und zwischen der bereits vorhandenen Bebauung und dem Waldstück vorne.

Verl Nobilia baut in Saarlouis

Der Küchenhersteller erwirbt 29 Hektar nahe der französischen Grenze. Ab 2020/2021 sollen die ersten Schränke montiert werden. 120.000 Quadratmeter Produktionsfläche und 1.000 Arbeitsplätze können entstehen

Roland Thöring

Verl-Sürenheide. Nobilia kommt seinem größten Auslandsmarkt geografisch entgegen. Europas größter Küchenhersteller, bislang mit zwei Produktionsstätten allein in Verl ansässig, hat gestern Vormittag in Saarlouis nahe der französischen Grenze ein 29 Hektar großes Gewerbegrundstück gekauft. Für die Vertragsunterzeichnung waren die Geschäftsführer Lars Bopf und Oliver Streit gemeinsam mit Nobilia-Gesellschafterin Anja Stickling ins Saarland gereist. Auf dem Grundstück im Industriegebiet Lisdorfer Berg im Süden der Stadt, zehn Autominuten von der deutsch-französischen Grenze entfernt, will Nobilia ein neues Werk errichten. Der Bau werde schrittweise vollzogen, sagte Bopf gestern im Rathaus von Saarlouis. Ab dem Jahr 2020 oder 2021 sollen hier zunächst Schränke montiert werden, deren Teile zuvor in den beiden Werken Sürenheide und Kaunitz vorgefertigt wurden. In der finalen Ausbaustufe könnten in Saarlouis mehr als 1.000 Arbeitsplätze und bis zu 120.000 Quadratmeter Produktionsfläche entstehen. Die Werke in Kaunitz (140.000 Quadratmeter) und Sürenheide (105.000 Quadratmeter) sind ähnlich groß. Das Industriegebiet Lisdorfer Berg verfügt über insgesamt 97 Hektar, ermöglicht einen 24-Stunden-Schichtbetrieb und ist GA-Fördergebiet, das heißt, hier ansiedlungswillige Unternehmen erhalten von Bund und Land einen Investitionszuschuss von bis zu 50 Prozent, nicht nur zinsgünstige Kredite. Nobilia hat im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von 1,126 Millionen Euro erwirtschaftet, davon dank einer Exportquote von 46,5 Prozent einen erheblichen Anteil im Ausland. Frankreich ist der nach Deutschland wichtigste Markt: 42 Prozent aller exportierten Küchen verkauft Nobilia dort. Eine grenznahe Produktion bringe mehrere Vorteile, sagte Bopf zu den Gründen für die Entscheidung pro Saarlouis. Sie spare Transportwege und Lieferzeiten und führe so zu einer optimierten Logistik. Zudem benötigt Nobilia in vielen unterschiedlichen Berufsfeldern Mitarbeiter mit französischen Sprachkenntnissen, und die sind im Saarland zu finden. In den vergangenen Monaten hatte das Sürenheider Unternehmen über einen Berater deshalb einen Standort im Südwesten Deutschlands gesucht. Im November hatten sich Geschäftsführer Lars Bopf und der Nobilia-Gesellschafter Werner Stickling mehrere infrage kommende Standorte angesehen, unter anderem auch den in Saarlouis. Gleichwohl sei die Entscheidung für das Saarland keine Entscheidung gegen Verl, sagte Bopf gestern. Die Bemühungen um den Ausbau des Kaunitzer Werkes wolle man fortsetzen. Nobilia ist im strukturschwachen Saarland sehr willkommen, was die Anwesenheit der Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger bei der Unterzeichnung des Grundstückskaufvertrages gestern unterstreicht. Die für die Vermarktung des Industriegebietes zuständige landeseigene Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Saar sieht in Nobilia "eine der größten Firmen-Ansiedlungen der letzten Jahrzehnte im Saarland".

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