Familie: Manfred Masmeier setzt in seinem Familienunternehmen auf Teamarbeit. Hier steht er zusammen mit seiner Frau Ingrid und der ältesten Tochter Lorena (26) in einer der ausgestellten Küchen. - © Karin Prignitz
Familie: Manfred Masmeier setzt in seinem Familienunternehmen auf Teamarbeit. Hier steht er zusammen mit seiner Frau Ingrid und der ältesten Tochter Lorena (26) in einer der ausgestellten Küchen. | © Karin Prignitz

Verl Küchen Masmeier gibt es bald seit 40 Jahren

Begonnen hat alles auf kleinstem Raum

Karin Prignitz

Verl-Bornholte. Zu Hause, "im Junggesellen-Wohnzimmer am Ginsterweg 38", hat Manfred Masmeier vor knapp 40 Jahren die ersten Küchen aus dem Katalog verkauft. "Der erste Kunde war mein Onkel", erzählt der heute 60-Jährige von den Anfängen des in Bornholte ansässigen Küchen-Unternehmens. Die Grundlagen dafür hatte der gebürtige Verler mit einer Tischlerlehre bei "W + H Mickenbecker" gelegt. Drei Jahre arbeitete er nach dem erfolgreichen Abschluss bei Nobilia als Monteur im Außendienst. Manfred Masmeiers Herz schlug aber auch für den Fußball. Als Torwart der ersten Mannschaft spielte er in der Verbandsliga, "heute ist das die dritte Liga", und deshalb war tägliches Training unumgänglich. Ein zeitintensives Hobby, das mit der Montagetätigkeit, die tagelange Abwesenheit bedeutete, kaum zu vereinbaren war. Also wagte Manfred Masmeier den Schritt in die Selbstständigkeit. "Ich bin mit meinen Kunden, die durch Mund-zu-Mund-Propaganda nach und nach mehr wurden, in Ausstellungen gefahren, habe ausgemessen und geplant", beschreibt Masmeier, wie er seine junge Firma vorangetrieben hat. "Wir liefern Ihnen eine Küche laut Plan", das sei damals der Werbeslogan gewesen. Manfred Masmeier holte die nach den Kundenwünschen produzierten Küchen "mit meinem alten Mercedes und einem blauen Anhänger" selbst ab, schleppte die Teile und montierte sie selbst, "und die Rechnung habe ich noch per Hand geschrieben". Irgendwann wurde das Wohnzimmer einfach zu klein. Manfred Masmeier zog im elterlichen Haus auf den 70 Quadratmeter großen Dachboden. "In dieser Zeit habe ich den ersten Monteur und die erste Sekretärin eingestellt." Und er baute in weiser Voraussicht ein Haus an der Bergstraße 22. "Das war damals durchaus mutig." Das Gebäude wurde zunächst vermietet. Eine Imbiss-Stube und eine Pizzeria zogen ein, ehe Masmeier mit seiner mittlerweile vierköpfigen Familie den Platz selbst benötigte. Im Jahr 2000 war das. Die Räume boten Platz, um vier Musterküchen auszustellen. Angestellt waren mittlerweile drei Verkäufer und zwei Monteure. Vor neun Jahren dann zog Küchen Masmeier erneut um. Allerdings nur ein Haus weiter an die Bergstraße 24. "Vorher war hier der A-Markt", ein in Bornholte bekannter Lebensmittelmarkt, der zu dem Zeitpunkt allerdings schon nicht mehr existierte. Masmeiers mieteten zunächst und kauften das Gebäude im Jahr 2016. Die Ausstellungs- und Bürofläche hat sich mit knapp 300 Quadratmetern erheblich vergrößert. Zehn Mitarbeiter, darunter fünf im Verkauf, arbeiten mit. Längst werden Küchen als 3-D-Zeichnungen am Computer geplant. "Mein Mann macht das immer noch per Hand und genau so schnell", erzählt Ingrid Masmeier, die sich als Mädchen für alles um die Buchhaltung, die Post und vieles mehr kümmert. Auch die älteste Tochter Lorena (26), die bei Nobilia Industriekauffrau gelernt hat, ist seit zweieinhalb Jahren im Unternehmen und unterstützt ihren Vater. "Wir machen alles gemeinsam." Überhaupt ist Manfred Masmeier ziemlich stolz auf "ein richtig gutes Team". Zu dem gehört auch Burkhard Weiland. "Mit seinem Vater Edwin habe ich früher Küchen aufgebaut", erzählt der Firmenchef und denkt an durch und durch familiäre Zeiten zurück. Im kommenden Jahr feiert Küchen-Masmeier das 40-jährige Bestehen. Vieles hat sich über die Jahrzehnte hinweg verändert. Neben der Digitalisierung sind es die hochmodernen Küchengeräte und Funktionen, aber auch das Lebensgefühl. "Früher war die Küche ein Raum zum Kochen, heute ist er ein offener Wohnraum, in dem sich Familie und Freunde versammeln", beschreibt Ingrid Masmeier den Wandel. Viel Wert werde heute auf Optik und Gemütlichkeit gelegt. Statt Eiche rustikal, lindgrünen und maisgelben Ansichten sind heute weiße Lackfronten beliebt, grifflose Türen, die sich dank eines Softeinzuges lautlos schließen lassen. Dunstabzugshauben im Kochfeld, Induktion, Touch-Control-Berührungssensoren, sie gehören längst zum Standard. Und Manfred Masmeier ist sich angesichts der rasanten Entwicklung sicher, "dass man bald auch mit der Küche reden kann". Seine Kunden kommen längst nicht nur aus Verl, sondern auch bis 100 Kilometer aus dem Umkreis. "Im Durchschnitt", bestätigt der 60-Jährige, haben Menschen in ihrem Leben zwei bis drei Küchen. "Manche auch mehr." Ihm soll?s recht sein.

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