Unterstützer machen mobil

Schnapsflasche auf Kreisverkehr: Bürgermeister unterbreitet Kompromissvorschlag

Der Steinhagener Axel Deppe war bereits kreativ, er hat schon ein Logo für die Unterstützer der Steinhäger-Flasche entworfen.
Der Steinhagener Axel Deppe war bereits kreativ, er hat schon ein Logo für die Unterstützer der Steinhäger-Flasche entworfen.

Steinhagen (mut). Die Steinhäger- Kruke auf dem Kreisel an der Bahnhofstraße erfährt zunehmend große Solidarität. Im sozialen Netzwerk Facebook haben sich mehrere Unterstützergruppen gebildet, die ausschließlich positive Stimmen sammeln. Die Meinungen, die in der Redaktion eingehen, überwiegen in der Anzahl auch die negativen Stimmen.

Axel Deppe hat bereits ein Unterstützer-Logo entworfen und will 5.000 Aufkleber drucken. "Fünf Sponoren hab’ ich dafür schon." Im Internet schreiben viele ihre Meinung, sind aber mit den Hintergründen nicht immer vollends vertraut. Einige Steinhagener lasten dem Bürgermeister an, er persönlich würde die Kruke verhindern oder gar die Geschichte des Ortes leugnen.

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Klaus Besser diskutiert eifrig mit und verteidigt seine Haltung. Dabei ist es das Landesstraßenbauamt, dass einerseits für die Straße und die Verkehrssicherheit verantwortlich ist. Und andererseits das kurzfristige Emtfernen der Flasche angeordnet hat. Besser ärgert sich vor allem über das eigenmächtige Vorgehen seines Stellvertretes Gerhard Goldbecker. Der hatte die drei Meter hohe Flasche am Freitag ohne Erlaubnis aufgestellt.

Inzwischen hat Besser einen Kompromissvorschlag unterbreitet. Er verweist auf die Möglichkeit, dass die Gemeinde Steinhagen die Bahnhofstraße vom Land NRW übertragen bekommt. Darüber hatte der Bauauschuss des Gemeinderates vor vier Wochen beraten und den Bürgermeister beauftragt, in Verhandlungen zu treten. Einerseits müsse die Gemeinde dann für die Sanierung der Asphaltschicht aufkommen. Auf der anderen Seite, so Besser, dürfe sie gemeinsam mit dem Straßenverkehrsamt des Kreises Gütersloh gewisse Dinge dann selbst entscheiden – auch, welche Skulpturen auf Kreisverkehren stehen. Chef dieser Behörde ist Landrat Sven-Georg Adenauer, der bereits Unterstützung zugesagt habe.

Sollten sich Land und Gemeinde einigen, scheint Besser zu Gesprächen über die Gestaltung des Kreisels bereit zu sein. Das zumindest kann man zwischen den Zeilen seiner jüngsten Einlassungen herauslesen. Der Druck aus der Bevölkerung wächst. "Bis dahin sollte Gerd Goldbecker die Kruke wieder abbauen und den Streit mit dem Land nicht weiter eskalieren lassen", empfiehlt Besser.

Die Europäische Union hat 2008 übrigens eine Verordnung veröffentlicht, die den Abbau von Kunstwerken in Kreisverkehren empfiehlt: für mehr Verkehrssicherheit. Die EU-Verordnung 2008/96/EG trägt den Titel "Sicherheitsmanagement für die Straßenverkehrsinfrastruktur ". Sie gilt für alle Straßen, die Teile des transeuropäischen Straßennetzes sind. Jedoch ist die Verordnung nicht in allen deutschen Bundesländern in nationales Recht umgesetzt.

Baden-Württemberg erließ im vergangenen Jahr auf Grundlage der EU-Verordnung den so genannten Kreisel-Erlass. In NRW sei ein solcher Erlass nicht geplant, heißt es aus dem NRW-Verkehrsministerium. In der Richtlinie gehe es um generelle Vorgaben. "Vieles davon ist in NRW schon lange umgesetzt, etwa die Einführung einer Qualitätssicherung", so Mirjam Grotjahn, Sprecherin des NRW-Verkehrsministeriums. So werde in NRW jeweils im Einzelfall im Rahmen eines Sicherheitsaudits geprüft, wie ein Kreisverkehr gestaltet werden sollte, damit er sicher ist. "Das kann durchaus bedeuten, dass in dem einen Kreisel kein Hindernis oder hartes Kunstwerk aufgestellt werden darf", erklärt Grotjahn.

Gerhard Goldbecker hat die Aufforderung von Straßen.- NRW erhalten, die Kruke bis Ende der Woche zu entfernen. Er will aber heute mit dem Leiter der Regionalniederlassung OWL verhandeln, ob das Objekt nicht wenigstens während des Weihnachtsmarktes stehen bleiben dürfe. Am Montag würde er sie selbstständig entfernen, so Goldbeckers Kompromissvorschlag.

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