Stark auf dem Ratestuhl: Die Steinhagenerin Beatrice Windmöller studiert in Bielefeld. - © RTL
Stark auf dem Ratestuhl: Die Steinhagenerin Beatrice Windmöller studiert in Bielefeld. | © RTL

Bielefeld OWL-Kandidaten gewinnen bei Jauch

Wer wird Millionär: Steinhagener Studentin der Uni Bielefeld streicht 64.000 Euro ein

Jens Reddeker
Jens Reichenbach

Bielefeld. Das war wirklich die ultimative Bielefeld-Folge: Günther Jauch begrüßte Donnerstagabend bei seiner Quizsendung „Wer wird Millionär?" ausschließlich Kandidaten, die zuvor in den Herbstferien im Parkhaus an der Bielefelder Joseph-Massolle-Straße von einem Filmteam überrascht worden waren – mit einem skurrilen Casting an der Ausfahrtschranke. Die beiden Bielefelder Stefan Buchholt, 57-jähriger Heavy-Metal-Fan, und Stefan Conrad, 37-jähriger Bielefeld-Bulldogs-Footballer, schlugen sich gut und gewannen in der Sicherheitsvariante mit drei Jokern je 16.000 Euro. Beide versprühten ostwestfälische Gelassenheit und legten im Spiel mächtig Tempo an den Tag. Den größten Erfolg des Abends fuhr jedoch die 22-jährige Masterstudentin der Universität Bielefeld, Beatrice Windmöller (22), ein. Die Steinhagenerin gewann mit vier Jokern 64.000 Euro - und offenbar auch das Herz von Günther Jauch. Der unterstützte, als sie bei der fünften Frage charmant zugab, "total auf dem Schlauch" zu stehen. Es ging für 500 Euro um den Begriff des "verlängerten Arms" den mitunter Fußballspieler auf dem Platz für ihre Trainer darstellen. Sportexperte Jauch half - und die Hürde war genommen. An der Ehre gepackt war die angehende Zellbiologin mit der 8.000-Euro-Frage aus der Chemie: "Was wird durch das Zufügen eines Konsonanten vom Alkalimetall zum Erdalkalimetall? A: Zinn, B: Schwefel, C: Kalium oder D: Natrium." Nach langem Überlegen, gutem Zureden von Moderator Jauch und einer Werbepause entschied sie sich richtigerweise für Kalium, aus dem durch ein zusätzliches "z" Kalzium wird. Als 16.000 Euro erreicht waren, wollte Jauch wissen, was die Studentin mit dem Gewinn anstellen wolle - und erhielt eine klare Antwort der modebewussten Frau: "Ich würde mir Schuhe kaufen, die eigentlich zu teuer sind zum Anziehen. Vielleicht Manolo Blahniks." Und auch die Urlaubsvorlieben der Steinhagenerin wurden vor einem Millionenpublikum diskutiert. Gemeinsam mit ihrem Freund will sie gerne noch einmal eine Kreuzfahrt unternehmen - was Quizmaster Jauch einigermaßen schockiert fragen ließ: "In ihrem Alter?" Die schlagfertige Antwort der selbstbewussten Kandidatin: "Ja, mit dem richtigen Schiff und dem richtigen Mann macht man das." Mutter kann nicht weiterhelfen Ihre Gewinnsumme von 64.000 Euro erreichte Windmöller am Schluss dank der Unterstützung eines einzelnen Jokers aus dem Publikum. Er half bei der Beantwortung der Frage, was sich Wissenschaftlern zufolge vor rund 13,8 Milliarden Jahren zutrug - und brachte die Kandidatin mit der Antwort „Urknall" auf den richtigen Weg. Die falschen Alternativen „Entstehung der Sonne", „Aussterben der Dinosaurier" und „Ötzis Geburt" umschiffte sie somit geschickt. Am Ende scheiterte die Steinhagenerin an der 125.000 Euro-Hürde - und das bei einer Frage aus dem Fachgebiet ihres Telefonjokers. Mutter Kerstin Windmöller, gelernte Fremsprachenkorrespondentin, konnte sich in Feinheiten des englischen Sprachgebrauchs nicht festlegen. Gesucht war ein deutsches Bundesland, das auf Englisch genauso heißt wie auf Deutsch. Tochter Beatrice Windmöller hatte zwar mit dem Saarland den richtigen Riecher (Alternativen: Bayern, Hessen, Sachsen), wollte aber nicht aufs Ganze gehen und stieg aus. Zwar machte sie beim Abschied einen leicht zerknirschten Eindruck, doch galt für sie wie auch für die beiden anderen Kandidaten, dass wohl keiner von ihnen jemals einen lohnenwerteren Parkhausaufenthalt hatte. Von Autos und Nackenbissen Vor Windmöller war zunächst IT-Berater und Footballer Stefan Conrad an einer 32.000-Euro-Auto-Frage gesceitert. Günther Jauch wollte wissen, aus welchem Land die meisten Autos nach Deutschland importiert werden. USA-Fan Conrad setzte auf Frankreich, richtig wäre aber Japan gewesen. Vom gewonnenen Geld will er einen Teil spenden und mit seinen drei Töchtern auf Reisen gehen. Conrads Nachfolger auf dem berühmtesten Ratestuhl der Republik war Stefan Buchholt. Der promovierte Sozialgeograph ist Dezernent bei der Bezirkregierung und hegt den Traum von einer Karibikkreuzfahrt für Heavy-Metal-Jünger. Doch dafür hätte er wohl noch mehr Geld als 16.000 Euro einstreichen müssen. Er wusste zwar noch, dass die deutschen Privathaushalte für den größten Anteil am Lebensmittelmüll verantwortlich sind, doch er scheiterte an einer Frage aus dem Tierreich. Den "Nackenbiss" bei der Paarung ordnete der passionierte Festivalbesucher den Flamingos zu, doch Günther Jauch klärte ihn auf, dass dieses Vorgehen zu Katzen gehört.

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