Steinhagen Anwohner berichten: Rehkadaver lag bis Mittwoch an der A 33

Die Autobahnmeisterei will den Steinhagener Streckenabschnitt kontrollieren

Frank Jasper

Steinhagen. Das am Samstag von der Polizei erschossene Reh befand sich am Mittwoch noch immer an der Autobahn, berichteten Anwohner vom Butterweg. Von dem Tier gehe ein extremer Verwesungsgeruch aus. Zudem empfinden sie es als pietätlos, dass das Reh noch immer dort liegt. Zuständig für die Beseitigung des Tierkadavers ist die Autobahnmeisterei Oelde. Sie betreut die Autobahnen 2 und 33 in der Region. Wie ein Mitarbeiter mitteilte, soll das tote Reh heute abgeholt werden. Bei der Gelegenheit werde man den Steinhagener Streckenabschnitt nach Schäden im Wildschutzzaun absuchen. Außerdem sollen alle Wartungs-Türen entlang der Trasse kontrolliert werden. Es sei möglich, dass Rehe durch offen stehende Türen auf die Autobahn geraten seien, sagte der Straßenwärter. Daneben habe man die Erfahrung gemacht, dass Rehe über Anschlussstellen auf die Schnellstraßen gelangen können und sich mitunter über mehrere Kilometer entlang der Zäune bewegen. Nicht auszuschließen sei, dass das in Steinhagen entdeckte Reh in Halle-Künsebeck oder in Bielefeld-Brackwede den Trassenbereich betreten habe. Wie gestern berichtet, hatten Polizisten das Reh am Samstag im Bereich Butterweg erschossen, um zu verhindern, dass es auf die Trasse läuft. An diesem Vorgehen wurde inzwischen Kritik laut. Ein Steinhagener Jagdpächter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, hält die Tötung des Tieres für "unakzeptabel". Zumal es sich aktuell um Schonzeit für Rehwild handele und das getötete Tier seiner Auffassung nach eine tragende Ricke gewesen sei. Man hätte das Reh narkotisieren und dann aus dem Autobahnbereich entfernen können, so der Jagdpächter.

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