Steinhagen Fahrtrainer erhebt Vorwürfe gegen Unfallbusfahrer und DB Regio

Drei Verletzte: Bei einem Auffahrunfall Mitte März in Amshausen war ein Linienbus der DB Regio OWL auf einen Kleinwagen aufgefahren. Ein Zeuge erhebt nun schwere Vorwürfe gegen das Busunternehmen

Frank Jasper

Steinhagen-Amshausen. Drei Verletzte hatte der Unfall gefordert, der sich am 12. März auf der B 68, Höhe der Westfalentankstelle, ereignet hat. Als Unfallverursacher gilt laut der zuständigen Polizei Gütersloh der Busfahrer. Nun hat sich bei dieser Zeitung ein Zeuge gemeldet, dem der Mann bereits einige Tage zuvor aufgefallen war. Andreas Müller arbeitet als freiberuflicher Berufskraftfahrer-Trainer und hat auch für die DB Regio, im konkreten Fall DB Ostwestfalen-Lippe-Bus, Schulungen durchgeführt. In einer dieser Veranstaltungen, einem siebenstündigen gesetzlich vorgeschriebenen Qualifizierungsseminar, soll auch der Busfahrer gesessen haben, der den besagten Bus am 12. März gesteuert hat. "Der Mann ist nicht nur mir, sondern auch mehreren anderen Teilnehmern während der Schulung aufgefallen. Er war in einer sehr schlechten äußeren Verfassung. Diese war selbst für jeden Laien deutlich erkennbar", berichtet Müller. »Fahrgäste vertrauen den Fahrern ihr Leben an« Der Mann habe eine "eingefallene Körperhaltung" gehabt und "verlangsamt gesprochen". Mit der Bemerkung »Der fährt doch wohl hoffentlich keinen Bus mehr« hätten sich weitere Teilnehmer der Veranstaltung an ihn gewandt, berichtet der Berufskraftfahrer-Trainer. Er betont: "Die Fahrgäste vertrauen den Busfahrern ihr Leben an. Außerdem ging es in meinem Seminar unter anderem um genau dieses Thema: Sicherheit vor Pünktlichkeit." Noch vor Ort habe er darum Kontakt zur DB Regio gesucht und seine Beobachtungen geschildert. "Die sagten nur, der Mann sei seit vielen Jahren für das Unternehmen tätig und ein Betriebsarzt habe ihn untersucht und keine Beanstandungen gefunden", erzählt Andreas Müller. Als er Tage später die Berichterstattung über den Unfall sah und erfuhr, dass es sich um den auffälligen Teilnehmer aus seiner Schulung handelte, habe ihn das maßlos geärgert, berichtet der Berufskraftfahrer-Trainer. Ebenso regt ihn auf, dass sich bei der DB Regio niemand für den Vorfall verantwortlich fühle. "Es gab nicht ein Wort des Bedauerns von Seiten der Verantwortlichen. Dieser Unfall wäre vermeidbar gewesen, wenn der Vorgesetzte den Mann aufgrund seines schlechten Zustandes nicht mehr eingesetzt hätte", meint Andreas Müller. Pikant: Die DB Regio habe inzwischen die Zusammenarbeit mit ihm gekündigt. Polizei: "Wir gehen diesem Hinweis nach" Seine Zeugenaussagen liegen inzwischen auch der verantwortlichen Polizeidienststelle in Gütersloh vor. "Natürlich gehen wir diesen Hinweisen jetzt nach", erklärt Pressesprecherin Corinna Koptik. Weitere Angaben zum laufenden Ermittlungsverfahren könne sie zurzeit nicht machen. Die DB Regio hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sowohl auf mündliche als auch auf schriftliche Anfragen reagierte das Unternehmen nicht. Der Linienbus war am 12. März auf der B 68 Richtung Halle unterwegs, als er am frühen Morgen auf einen Seat Leon auffuhr, der nach links auf ein Tankstellengelände abbiegen wollte. Der Seat wurde durch den Zusammenprall mit dem Bus auf die Gegenfahrbahn geschleudert und kollidierte dort mit einem Nissan Juke. Der Fahrer des Seat wurde schwer, die Fahrerin des Nissan leicht verletzte. Auch der Busfahrer erlitt leichte Verletzungen. Die neun Businsassen blieben unversehrt. Alle an dem Unfall beteiligten Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden.

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