Biene auf Rädern: Andreas Deppe (46) und Sohn Christian (10) im eigenen "Bienenmobil", das durch seine witzige Optik alle Blicke auf sich zieht. Das italienische Fahrzeug ist ein "Piaggio Ape", übersetzt heißt "Ape" Biene. - © Mareen Illiges
Biene auf Rädern: Andreas Deppe (46) und Sohn Christian (10) im eigenen "Bienenmobil", das durch seine witzige Optik alle Blicke auf sich zieht. Das italienische Fahrzeug ist ein "Piaggio Ape", übersetzt heißt "Ape" Biene. | © Mareen Illiges

Gütersloh Raus aufs Land: Vom Kino-Hit zum Biohonig

Der Film "Bee Movie" lieferte die Idee zur Gründung der Imkerei Deppe. Mittlerweile bringt die Familie neben der Herstellung von Biohonig und Bienenkosmetik auch Klassenzimmer zum summen

Mareen Illiges

Gütersloh. Wenn der Herbst die kalte Zeit des Jahres einläutet und der Hals öfter anfängt zu kratzen, wird Honig wieder beliebter. Denn viele versüßen sich ihr Heißgetränk gerne mit der klebrigen Masse. Die Honigernte ist allerdings schon im Sommer. Die Gütersloher Familie Deppe erntete zwischen den Monaten Mai und Juni circa 400 Kilogramm Honig von ihren eigenen Bienen. Bereits 2008 legte sich Familie Deppe, das sind Vater Andreas und Mutter Sabrina mit ihren drei Kindern, ihr erstes Bienenvolk zu. "Den Anstoß zum Imkern brachte uns damals der Film ,Bee Movie?", sagt Sabrina Deppe. Davor hatte sie keinerlei Erfahrungen mit Bienen. Seit her war das Interesse für die fleißigen Tierchen geweckt und die Leidenschaft hält bis heute an. "Wenn man erst einmal angefangen hat, lässt die Faszination nicht mehr nach.", sagt Sabrina Deppe. "Es ist das große Ganze: Die Zusammenarbeit der Bienen oder ihre Wichtigkeit für die Umwelt." Mittlerweile sind gut 40 Bienenvölker - verteilt auf mehrere Standorte - im Besitz der Familie: Die Völker stehen im eigenen Garten, auf regionalen Biobetrieben und in Naturschutzgebieten. Schon früh wandten sich Sabrina und Andreas Deppe an einen Imkerverein, wo sie sich mit anderen Imkern austauschten. "Hier lernten wir das kleine Ein-Mal-Eins des Imkerns", sagt Andreas Deppe. Heute sind sie Mitglieder des Imkervereins Rietberg. Sabrina Deppe arbeitet hauptberuflich in der Imkerei. Andreas und die Kinder helfen in der Freizeit mit. "Wegen des "summenden Klassenzimmers" muss ich auch vormittags Zeit haben", sagt die Hausfrau und Mutter. Mit dem summenden Klassenzimmer will die Familie bereits die Kleinsten mit einem Leben mit den Bienen und der Arbeit in einer Imkerei vertraut machen. Hierfür besucht Sabrina Deppe Schulen und Kindergärten oder lädt Kindergruppen zum eigenen Lehrbienenstand ein. In Zusammenarbeit werden dann kleine Rahmen konstruiert, in welchen die Bienen ihre Waben bauen, und Honig hergestellt. "Vor allem im Sommer, wenn die Nektarsuche auf Hochtouren läuft, macht die Zusammenarbeit mit den Kindern Spaß.", betont die Imkerin. "Kinder interessieren sich sehr für Bienen und sind ihnen gegenüber unbefangen." Bereits zwei Schulklassen begleitete das "summende Klassenzimmer" im Rahmen von AGs ein ganzes Jahr lang. Highlight des Projektes ist der Herbstmarkt, bei denen die Schüler den selbst geernteten Honig verkaufen dürfen. "Bei den Kindern kommt es immer super an." Neben dem "summenden Klassenzimmer", das auch schon hörgeschädigte Kinder begleitet hat, bietet die Imkerei Deppe auch Kerzenziehen und eine Bienenpatenschaft an. Diese kann für 60 Euro im Jahr gekauft oder verschenkt werden. Nicht nur der Honig des "Patenbienenvolkes" wird dann geteilt, sondern auch die Freude am Imkern. "Mit der Bienenpatenschaft wollen wir Menschen die Möglichkeit geben, aktiven Umweltschutz zu betreiben", so Sabrina Deppe. Auch bei der Erzeugung des hausgemachten Honigs und weiteren Bienenprodukten wie Honigkosmetik oder -Bonbons wird das Wort Bio bei der Imkerei Deppe großgeschrieben. Momentan werden drei Bioläden in der Region beliefert, unter anderem der Kiebitzhof an der Rhedaer Straße in Gütersloh. Des Weiteren verkauft die Familie auf Hoffesten und Bauernmärkten mit dem eigenen "Bienenmobil" ihre Produkte. "Bei uns steht das Wohl der Bienen im Vordergrund.", betont Sabrina Deppe. "So verwenden wir statt Styroporkästen Holzbeuten als Lebensraum und achten darauf, in welche Regionen wir unsere Bienenvölker stellen. Das dient der Gesundheit und wirkt sich auch auf den Honig aus." Für die Zukunft plant die Familie die Anzahl ihrer Bienenvölker weiter zu vergrößern und sich die Faszination beizubehalten. "Ein Bienenvolk besitzt die Teamarbeit, die jeder Chef gern hätte", sagt Andreas Deppe.

realisiert durch evolver group