Auf dem Feld: Gärtner Alexander Westerbarkey bei der Arbeit. - © Viktoria Bartsch
Auf dem Feld: Gärtner Alexander Westerbarkey bei der Arbeit. | © Viktoria Bartsch

Kreis Gütersloh Raus aufs Land: Der Gärtnerhof "Vier Jahreszeiten"

Alles Bio bei Bauer Westerbarkey

Viktoria Bartsch

Gütersloh. Tomaten, Paprika oder Kürbise - rund 60 Sorten Gemüse werden im Laufe eines Jahres auf dem Gärtnerhof "Vier Jahreszeiten" angebaut. Der Hof trägt seit über drei Jahrzehnten das Demeter-Siegel. "Wir verwenden keinen synthetischen Dünger und keinen chemischen Pflanzenschutz", sagt Gemüsebauer Alexander Westerbarkey, "und achten auf eine biologisch-dynamische Bewirtschaftung." Der Hof am Rande von Gütersloh gehört dem Verein "Vier Jahreszeiten". Alexander Westerbarkey ist seit 1998 offizieller Pächter und damit für die rund 4,5 Hektar große Fläche verantwortlich. Als er den Hof übernommen hat, hat er auch gleich das Demeter-Zertifikat "geerbt", wie er sagt. "Seit etwa 30 Jahren ist der Hof schon auf rein Bio und Demeter umgestellt." Es gehe darum, über den biologischen Anbau hinaus, den Boden zu pflegen und somit seine Fruchtbarkeit zu behalten, erklärt Westerbarkey die Voraussetzung für das Demeter-Zertifikat. Mineraldünger oder chemisch-synthetischen Pflanzenschutz suche man auf dem Hof "Vier Jahreszeiten" vergebens. Stattdessen habe man eine ausgeprägte Kompostwirtschaft, so Westerbarkey. "Im Herbst liefert uns die Stadt immer eine ordentlich Ladung Laub, diese wird dann zwei Jahre lang kompostiert und anschließend auf den Feldern verteilt." Hierdurch werde der Boden aktiviert und die Pflanzen können besser wachsen. "Neue Kunden sind dann schon mal überrascht, wie die Produkte eigentlich schmecken." Salate, Tomaten, Gurken, aber auch Kürbisse und Möhren werden in größeren Mengen auf dem Hof angebaut. Darüber hinaus findet man auch Gemüse wie beispielsweise Butterkohl, Catalogue-Zichorie oder Puntarelle im Angebot von Familie Westerbarkey. "Erst vor zwei Jahren habe ich mit diesen beiden Chicoréesorten angefangen", sagt der 44-Jährige. "Diese haben sich schnell bei unseren Kunden etabliert." Lange gelagert werde das Gemüse auf dem Hof nicht - nach der Ernte gehe es direkt in den Verkauf. Ihre Produkte vertreibt Familie Westerbarkey auf drei unterschiedlichen Wegen: Entweder mit der Gemüseabokiste, die nach den Wünschen der Kunden befüllt und nach Hause geliefert wird, oder über Food Assembly, einer Kombination aus Onlinebestellung und Abholmarkt: "Jeden Freitag zwischen 17 und 19 Uhr können die Kunden dann ihre Ware auf dem Meierhof in Kattenstroth abholen." Darüber hinaus beliefert Alexander Westerbarkey etwa zehn Bioläden in der Region mit seinem Gemüse. In der Regel beginnt die Arbeit morgens um sieben Uhr, dann werden die Gemüsekisten gepackt und ausgeliefert. "Danach gibt es immer etwas zu tun", sagt Westerbarkey. Auf dem Hof wird in der Regel an drei Tagen pro Woche geerntet, der Rest sei viel Anbauarbeit. Alleine ist Alexander Westerbarkey damit aber nicht: Seine Ehefrau Britta Westerbarkey kümmert sich neben den vier Kindern und dem Haushalt überwiegend um die Bestellungen der Gemüseabokisten: "Das Leben und Arbeiten auf so einem Hof funktioniert nur, wenn jeder sich mit einbringt", sagt die gelernte Landwirtin. Außerdem packen auf dem Hof eine Gärtnerin, zwei Auszubildende und sechs Aushilfen mit an. Trotz der vielen Arbeit ist Alexander Westerbarkey gerne Gemüsebauer. "Neben der Verantwortung hat man einen großen Gestaltungsspielraum. Man kann immer auch etwas Neues ausprobieren oder auch verbessern." Ob er bei so viel Gemüse auch selber noch gerne welches esse? "Auf jeden Fall." Ein Lieblingsgemüse habe er aber nicht, dass wechsele immer mit der Jahreszeit.

realisiert durch evolver group