Spitze Hörner: Ludger Bremehr füttert eine seiner Loghorn-Rinder-Herden. Sie grasen in kleinen Gruppen im Landschaftsschutzgebiet rund um Öl- und Landerbach im Verler Land. Ihr Fleisch ist besonders aromatisch, saftig und gesund. - © Natalie Gottwald
Spitze Hörner: Ludger Bremehr füttert eine seiner Loghorn-Rinder-Herden. Sie grasen in kleinen Gruppen im Landschaftsschutzgebiet rund um Öl- und Landerbach im Verler Land. Ihr Fleisch ist besonders aromatisch, saftig und gesund. | © Natalie Gottwald

Kreis Gütersloh Raus aufs Land: Der Biohof Bremehr in Verl

Besondere Fleischerzeugnisse sind Spezialitäten des Hofladens

Natalie Gottwald

Kreis Gütersloh. So manch ein Autofahrer, der die Umgehungstraße von Verl in Richtung Ortsteil Kaunitz fährt, guckt hier schon mehrmals in Richtung der angrenzenden Weiden. Denn auf den Wiesen, die zum Biohof Bremehr, am Schmiedestrang 33, gehören, gibt es von Zeit zu Zeit Ungewöhnliches zu sehen. Alpakas tummeln sich dort, oder auch die auffällig gemusterten Longhorn-Rinder mit den langen, spitzen Hörnern. Familie Bremehr, das sind Vater Ludger, Mutter Elisabeth und die beiden Söhne Lorenz (15) und Alexander (12), betreibt den Biohof, der für besonderes und hochwertiges Bio-Fleisch in der Region bekannt ist. Doch das ist nicht das einzige Standbein des landwirtschaftlichen Betriebes. "Und das ist unsere Stärke", betont Ludger Bremehr. Neben den Fleischerzeugnissen, die zurzeit in erster Linie von den Longhorn-Rindern stammen, betreiben Bremehrs noch einen Bio-Hofladen, in dem neben den eigenen Produkten auch Käse, Gemüse und vieles Mehr aus biologischem Anbau verkauft wird. Kartoffeln - in erster Linie Frühkartoffeln - werden auch noch selbst auf dem insgesamt 18 Hektar großen Hofgelände - mit zusätzlichen gepachteten Flächen - angebaut. Und eine beeindruckende Tier-Vielfalt gibt es auf dem Hof zu sehen. Neben den Alpakas und den Longhorn-Rindern tummeln sich auch allerlei ausgefallene Geflügelrassen, Kaninchen, Rentiere, Urpferde, Elche und Vieles mehr auf dem Hof und seinen Flächen. "Wir haben mittlerweile fast Hundert verschiedene Käsesorten in unserer Frischetheke", sagt Elisabeth Bremehr, die sich federführend um den 150 Quadratmeter großen Laden kümmert. "Im Bio-Bereich ist das Angebot unterschiedlicher Käsesorten besonders groß, weil wir auch von kleinen Käsereien beziehen", erklärt sie weiter. Drei Tage in der Woche hat der Hofladen geöffnet.Erste urkundliche Erwähnung des Hofes 1554 Donnerstags, freitags (jeweils von 9 bis 19 Uhr) und samstags (von 9 bis 13 Uhr), und viele Kunden kommen aus dem ganzen Kreisgebiet und darüber hinaus, um das besonders schmackhafte Longhornfleisch zu kaufen. "Unsere Longhorn leben in kleinen Herden auf naturbelassenen Weiden", erklärt Bremehr die besondere Fleischqualität. "Die Tiere wachsen langsam auf, die Jungtiere bleiben lange bei ihren Mutterkühen. Das Fleisch ist besonders saftig, aromatisch und durch die eingelagerten wertvollen Omega-3-Fettsäuren auch besonders gesund", so Bremehr. Durch eine urkundliche Erwähnung der Hofstelle aus dem Jahr 1554 geht hervor, dass damals bereits Abgaben gezahlt werden mussten. "Der Hof ist schon immer im Familienbesitz - damals hießen wir Schlüter. Ich bin jetzt - nach meinem Opa und meinem Vater der dritte Bremehr auf dem Hof", erzählt der Landwirt. Irgendwann habe es eben in der Familie Schlüter mal nur Töchter gegeben, und da habe sein Opa, ein Bremehr, eingeheiratet. Auch wenn sich an der Art der Erzeugnisse und Waren und an der Größe der Hoffläche in der jüngsten Vergangenheit einiges geändert hat - von der Philosophie seiner Großeltern und Eltern hat sich Ludger Bremehr vieles bewahrt. "Meine Oma hat immer gesagt, Nahrungskonkurrenten züchten wir nicht - damit meinte sie, dass hier keine Schweine zur Fleischerzeugung gezüchtet werden, sondern Rinder. Die fressen nur Gras", erklärt Bremehr. Seit Kurzem hat er auch zwei Schaf-Rassen - natürlich ausgefallene. "Wir haben jetzt rund 30 Schafe, ein paar Ryelands, die aussehen wie Teddybären - in braun und weiß - und einige Border Leicester. Die fallen durch ihre hochstehenden Ohren auf." Künftig soll es also auch Bio-Lammfleisch auf dem Hof Bremehr geben. "Man darf halt nie still stehen, muss in seinem Bereich neue Angebote machen und muss dennoch seiner Linie immer treu bleiben", so Bremehr.

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