Auf dem Hof der Strotdrees wachsen die Kälber zusammen mit zwei Kuh-Ammen auf. Sie haben im Sommer wie auch im Winter Freigang. Stephanie Strotdrees kontrolliert täglich Weiden und Tiere. - © Katharina Georgi
Auf dem Hof der Strotdrees wachsen die Kälber zusammen mit zwei Kuh-Ammen auf. Sie haben im Sommer wie auch im Winter Freigang. Stephanie Strotdrees kontrolliert täglich Weiden und Tiere. | © Katharina Georgi

Harsewinkel Alles für den eigenen Hofladen

Familie Strotdrees setzt auf einen natürlichen Kreislauf

Katharina Georgi

Kreis Gütersloh. Drei Grundsätze sind Stephanie und Ludger Strotdrees für ihren Hof wichtig: Die Tiere müssen artgerecht gehalten werden, gleichzeitig müssen die Gebäude arbeitsgerecht sein und die Kunden sollen überall und jederzeit die Tiere des Hofes sehen können. „Bei uns ist jeden Tag ein Tag des offenen Hofes“, sagt Stephanie Strotdrees.

Rund 100 Rinder leben auf dem familiengeführten Bioland-Hof: 40 Milchkühe, weibliche Nachzucht und Bullen für die Mast. Hinzu kommen 650 Hühner und 50 Schweine. „Wir haben nur so viele Tiere, wie wir auch selbst ernähren und verarbeiten können“, erklärt die Hofherrin. Etwa ein Hektar Land ist für eine Kuh nötig. Denn das Futter stellen sie selbst her. Muss doch etwas dazu gekauft werden, dann nur von Bauern aus der Umgebung.

Der Familie ist die artgerechte Haltung ihrer Tiere ein wichtiges Anliegen. Darum habe alle einen Zugang zu frischer Luft. Die Kühe leben in einem offenen Boxenlaufstall. Den Sommer verbringen sie auf der Weide, im Winter bietet ein Laufhof Platz für Bewegung. Die Kälbchen werden in einer kleinen Herde gehalten und von zwei Ammen genährt. „So bekommen sie das, was für sie am gesündesten ist, nämlich Muttermilch“, sagt Strotdrees.

Jedes Gramm ihrer Tiere verarbeiten die Landwirte selbst und vertreiben die Produkte ausschließlich über den eigenen Hofladen. So sollen unnötige Transportwege vermieden werden. Zwar wird ein Großteil der Milch in eine Molkerei gebracht und verarbeitet, in der eigenen Milchhütte können Kunden aber auch Rohmilch am Automaten ziehen. Einen Euro kostet eine Glasflasche, ein weiterer Euro der Liter Milch. „Sonntagsmorgens kommen oft Kunden mit dem Rad und holen sich die Milch frisch für ihr Frühstück“, erzählt Strotdrees. Einige Läufer bringen sich sogar eine Tasse mit, um in ihrer Pause frische Milch zu trinken.

Auch die Schweine können ihre Rüssel das ganze Jahr in den Wind halten: Ein Zwei-Raum-Stall bietet ihnen Schutz, durch einen kleinen Durchgang kommen sie an die frische Luft. Jede Woche werden etwa zwei von ihnen bei einem Schlachter in Ummeln geschlachtet. Ihr Fleisch wird ausschließlich im eigenen Hofladen verkauft.

In einer besonderen Behausung leben auch die Hühner. Mit mobilen Ställen wechseln sie wöchentlich den Standort: „So picken sie immer frisches Gras.“ Nach etwa eineinhalb Jahren werden sie geschlachtet.

Das Herz des 100 Quadratmeter großen Ladens ist die Kühltheke, aus der frische Fleischprodukte ausschließlich aus eigener Produktion verkauft werden. Es gibt außerdem Gemüse und Obst von Biolandkollegen aus der Region. Ergänzt wird das Sortiment mit ausgewählten Produkten aus dem Naturkosthandel.

Obwohl die Anzahl der Tiere auf dem Hof überschaubar ist, ernährt er nicht nur die siebenköpfige Familie – das Ehepaar hat fünf Töchter – sondern auch drei Mitarbeiter und zwei Auszubildende. Das liege vor allem daran, dass die Kunden Wert legen auf die hohe Bioqualität und die regionale Erzeugung der Produkte.

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