Gute Zusammenarbeit: Manfred Oekenpöhler (l.) hat das Immobilien-Maklerbüro im Januar 2001 an seinen Sohn Simon (r.) übergeben. Der 40-Jährige beschäftigt mit Frank Strothmann und Christine Lakämper zwei Mitarbeiter. - © Karin Prignitz
Gute Zusammenarbeit: Manfred Oekenpöhler (l.) hat das Immobilien-Maklerbüro im Januar 2001 an seinen Sohn Simon (r.) übergeben. Der 40-Jährige beschäftigt mit Frank Strothmann und Christine Lakämper zwei Mitarbeiter. | © Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock Schöner wohnen mit Oekenpöhlers

GESCHÄFTE MIT GESCHICHTE (25): Immobiliengeschäft ist aus dem Handwerk erwachsen

Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock. Oekenpöhler und dann noch Schloß Holte-Stukenbrock buchstabieren. Zwei solch ungewöhnliche Namen in einer Adresse, „das hat bei Reisen in entfernte Länder schon zu reichlich Irritationen geführt“, erzählt Manfred Oekenpöhler. „Da hat schon manch einer den Hörer aufgeknallt.“

In Stukenbrock hingegen haben beide über Jahrhunderte hinweg Tradition. „Deshalb fühlen wir uns dem Ort so verbunden“, sagt Simon Oekenpöhler. Vor 14 Jahren hat er das Immobilienmakler-Büro von seinem Vaters Manfred übernommen. „Bereits seit fünf Generationen“, sagt der, „sind wir hier im Ort als selbstständige Handwerksmeister mit dem Bauhandwerk verbunden.“

Eine lange Familientradition

Wilhelm Oekenpöhler, der Urgroßvater von Manfred und Ururgroßvater von Simon, geboren im Jahr 1876, war Schreinermeister in Stukenbrock-Senne. Die sogenannte Oekenpöhler-Stelle, dort, wo er seinerzeit wohnte und wirkte, gibt es nahe der Polizeischule am Jägergrund noch heute. Bekannt war der Tischler vor allem für seine Kunst des Altarschnitzens. Eines seiner Meisterwerke schickte er um die halbe Welt nach Sao Paul in Südamerika. „Gefertigt hat er es für den aus Stukenbrock stammenden Abt Kruse“, erzählt Manfred Oekenpöhler. Auf welchen Wegen der Altar Anfang des 20. Jahrhunderts reiste, sei bis heute ein Rätsel.

Klar ist, dass auch Wilhelms Sohn Johannes das Tischlerhandwerk erlernte. Ebenso wie dessen Nachkömmling Heinz. Der jedoch kehrte, wie auch sein Bruder, nicht aus dem Krieg zurück. „Der einzige, der wiederkam, war mein Vater Willi“, sagt Manfred Oekenpöhler. „1949 hat er dann die alte Tischlerwerkstatt übernommen“ und das kleine dazugehörende Geschäft. Längst wurde da schon an der Hauptstraße nahe des Ölbaches in Stukenbrock gewirkt. Manfred Oekenpöhler führte die Familientradition als Malermeister fort. Bis die Gesundheit nicht mehr mitspielte.

Er tauschte die praktische Arbeit gegen die am Schreibtisch („Das kam mir sehr entgegen“), bildete sich bei einem renommierten Hamburger Makler-Unternehmen weiter zum Immobilienkaufmann und stieg in den 90er Jahren selbstständig in die Branche ein. „Das Büro war zunächst in den Räumen unseres Eigenheims untergebracht.“ Seit dem Jahr 2010 finden Kunden es an der Hauptstraße 30b in Stukenbrock. Und zwar genau seit dem 11.11., dem Tag des Karnevalsbeginns und fast gar nicht anders möglich, wenn der Chef ein aktiver Jecke ist.

Kein "mieten, kaufen wohnen“

Geht es um seinen Beruf, dann schätzt Simon Oekenpöhler dort ebenfalls die bunte Vielfalt. Und der 40-Jährige spielt auf eine gleichnamige Fernsehsendung an, wenn er betont: „Immobilienmakler, das ist nicht mieten, kaufen wohnen.“ Dahinter stecke schon eine Menge mehr. Neben der Wahl des passenden Objektes komme beispielsweise der kaufmännische Teil hinzu. „Wir garantieren reibungslose Abläufe.“ Vieles habe sich in den Jahrzehnten verändert. Exposés per Mail zu verschicken, sei heute gang und gäbe. „Das hat sich extrem beschleunigt.“ Früher, da seien Fotos von Häusern und Wohnungen noch auf Papier geklebt worden.

Manfred Oekenpöhler, der mit seinem Katamaran oft in südlichen Gefilden unterwegs ist, hat sich übrigens die Herkunft des Nachnamens erklären lassen. „Oeken heißt Eichen, Pöhler kommt von Pfahl oder Teich.“

ZULETZT ERSCHIENEN:
– Malerbetrieb Neisens
– Möbelhaus und Tischlerei Eikenbusch
– Blumenhof Gees
– Autohaus Hülsmann
– Gaststätte Schniedermann

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