Miteinander: Bernd und Konstanze Eikenbusch (r.) wissen mit den beiden Tischlermeistern Thomas Gerkens und Christina Thygs (v. l.) sowie zwei weiteren Mitarbeitern ein qualifiziertes Team an ihrer Seite. In der Werkstatt werden die individuellen Möbel gefertigt. - © Karin Prignitz
Miteinander: Bernd und Konstanze Eikenbusch (r.) wissen mit den beiden Tischlermeistern Thomas Gerkens und Christina Thygs (v. l.) sowie zwei weiteren Mitarbeitern ein qualifiziertes Team an ihrer Seite. In der Werkstatt werden die individuellen Möbel gefertigt. | © Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock Meister der Individualität

Geschäfte mit Geschichte (23) Möbelhaus und Tischlerei Eikenbusch

Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock. Die große Werkstatt ist das Herzstück der Tischlerei Eikenbusch. Wer mit geschlossenen Augen hineinkommt, könnte fast meinen, die Mitarbeiter hätten ihre Arbeitsgänge mitten hinein in die Natur verlegt. Es duftet nach Birke, Eiche, Buche, Ahorn und Nussbaum. „Bei uns wird ausschließlich mit Massivholz gearbeitet“, bestätigt Bernd Eikenbusch. „Das ist der rote Leitfaden, hinzu kommt die Individualität.“

Auf hohen Stapeln türmen sich die hochwertigen Hölzer. „Spanplatten kommen uns nicht ins Haus“, betont Junior-Chef, der seit dem Jahr 1997 gemeinsam mit seiner Frau Konstanze die Tradition der Tischlerei und des Möbelhauses an der Oerlinghauser Straße fortführt. Am 1. September 1964 hat Johannes Eikenbusch den Grundstein gelegt. Eigentlich also hätte in diesem Jahr das 50-jährige Bestehen gefeiert werden sollen. Kurz vorher, am 29. August, ist der Senior-Chef mit 81 Jahren verstorben. Seine Ideen aber leben weiter, sind an vielen Stellen sichtbar.

„Mit einer kleinen Tischlerei hat er begonnen“, erzählt der Sohn und auch davon, dass die Betriebsräume kontinuierlich gewachsen sind. „Angebaut, aufgestockt, 1974 war Baubeginn für die große Halle, mit der Fertigstellung kam 1976 das Ladengeschäft hinzu.“

Nichts als Wiese

Fotos, die Johannes Eikenbusch in einer Chronik zusammengetragen hat, zeigen, „dass hier vorher nichts als Wiese war“. Und das Wohnhaus der Eltern. Johannes Eikenbusch, damals noch ein junger Mann, nutzte das freie Areal mit großer Freude. „Er hat gerne gebaut.“ Dabei geholfen haben ihm Nachbarn und Verwandte.

„Mein Schwiegervater hatte sich auf das Rustikale spezialisiert“, erzählt Konstanze Eikenbusch von der Vorliebe ihres Schwiegervaters, der seine Frau Ursula stets an seiner Seite wusste. „Im ersten Jahrzehnt wurden komplett kunsthandwerkliche Möbel mit reichlich Verzierungen gefertigt.“ Dafür beschäftigte Johannes Eikenbusch sogar einen eigenen Bildhauer.

Egon Rosiefsky, der heute noch lebt, verlieh den Möbelstücken mit seinen Schnitzereien die künstlerische Komponente. „Das war damals eine ganz angesagte Sache.“ Schon früher seien Kunden von weither gekommen, „weil es etwas Einzigartiges war“. Jagdzimmer-Einrichtungen, Wohnzimmerschränke, die es kein zweites Mal gab, gefertigt wurde nach Wunsch.

Möbel für den Fernsehkrimi

Bis in die 80er Jahre hinein zog sich der Trend. „Einmal wurden unsere Möbel sogar für einen Fernsehkrimi ausgeliehen“, erinnert sich Ursula Eikenbusch. Rustikale Eichenmöbel mit natürlich gelaugten Oberflächen, mit ihnen folgte der nächste Trend. „Das ging allmählich über in den Bereich Landhausmöbel“, sagt Bernd Eikenbusch. „Mittlerweile werden fast alle Hölzer verarbeitet.“ Das Spektrum sei entsprechend breit, „aber immer made in Schloß Holte-Stukenbrock“.

Und wer sein Lieblingsstück in der Ausstellung nicht findet, „der bekommt es gebaut“, sagen Eikenbuschs und verweisen damit auf die Serviceleistung, die mit dem Besuch der Kunden beginne. In der Werkstatt können sie im Anschluss, wenn sie es denn möchten, die Bauphasen Schritt für Schritt begleiten.

Während Johannes Eikenbusch noch ganz traditionell mit Tisch- und Kreissäge oder der Langband-Schleifmaschine gefertigt hat, wird heute auf moderne technische Hilfsmittel zurückgegriffen. Auch an die Zeit, als mit einem Ford-Granada-Kombi und orangefarbenem Anhänger ausgeliefert wurde, kann sich Bernd Eikenbusch noch gut erinnern. „Das waren noch Zeiten.“ In denen, sagt der 50-Jährige, „ist das Individuelle nie zu kurz gekommen.“ Und das sei auch noch heute so.

ZULETZT ERSCHIENEN:
– Möbelhaus und Tischlerei Eikenbusch
– Blumenhof Gees
– Autohaus Hülsmann
– Gaststätte Schniedermann
– Tankstelle Schniedermann
– Lebensmittel Dreisewerd / Westhoff

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