Aktuelle Ausstellung: Claus Hülsmann (l.) und sein Vater Karl-Heinz Hülsmann im weihnachtlichen geschmückten Verkaufsraum an der Holter Straße. Die Technik der aktuellen Wagen ist mit der aus den 60er Jahren nicht zu vergleichen. - © Karin Prignitz
Aktuelle Ausstellung: Claus Hülsmann (l.) und sein Vater Karl-Heinz Hülsmann im weihnachtlichen geschmückten Verkaufsraum an der Holter Straße. Die Technik der aktuellen Wagen ist mit der aus den 60er Jahren nicht zu vergleichen. | © Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock „Nur Fliegen ist schöner“

GESCHÄFTE MIT GESCHICHTE (21): Autohaus Hülsmann gibt es seit fast 50 Jahren

Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock. Die Postleitzahl lautete noch 4815, und die Telefonnummer war dreistellig, als Karl-Heinz Hülsmann am 1. Mai 1965 seine Autowerkstatt am Feilenweg eröffnete. Im Haus direkt daneben lebte er mit Frau und zwei Kindern, die Werkstatt und Waschhalle in den beiden Garagenräumen hatte er gepachtet. „Mit einem Monteur und einem Lehrling habe ich angefangen“, erzählt der heute 77-Jährige. Eine Mini-Tankstelle mit zwei Zapfsäulen davor, auch sie gehörte zur Erstausstattung.

Erster Werkstattwagen war ein Opel Olympia Rekord P 1 Caravan. „Oben gelb, unten weiß“ sei der gewesen, erzählt Karl-Heinz Hülsmann und zeigt ein altes Schwarz-Weiß-Foto. Andere gibt es, schon in Farbe, auf denen er sich im blau-grauen Werkstattkittel werbewirksam platziert hat. Auf einem schnittigen Opel GT etwa. „Das war damals das Auto schlechthin.“ Und den Werbeslogan von damals, den kennt der Senior noch ganz genau: „Nur Fliegen ist schöner.“

Aus der freien Werkstatt wurde im September 1967 eine, die sich vor allem um Opel-Fahrzeuge kümmerte. „Dort, wo wir jetzt sitzen, war früher unsere Wohnung“, erzählt Karl-Heinz Hülsmann. Wohnen und Arbeiten – das gehörte seinerzeit zusammen, „und wir hatten gut zu tun“. Autos hatten noch Unterbrecherkontakte für die Zündung oder einen sogenannten Schmiernippel. Wartungen waren schon nach 5.000 gefahrenen Kilometern fällig. „Früher war der Verschleiß größer, wurde viel mehr instand gesetzt“, sagt Claus Hülsmann, der seit Dezember 1997 gemeinsam mit seinem Vater Geschäftsführer von Opel Hülsmann an der Holter Straße ist.

Vor Neuwagen kommen Schulungen

Obwohl er sich mit 64 Jahren ins Privatleben zurückgezogen hat, steht Karl-Heinz Hülsmann als Minijobber ab und zu noch mit dem Blaumann in der Werkstatt. „Mehr als 60 Jahre unterm Auto gelegen, das ist kaum vorstellbar.“ Aber wahr. Wie viele Lehrgänge er während dieser langen Zeit besucht hat, kann er kaum sagen. „Bevor Neuwagen auf den Markt kommen, muss geschult werden“, bestätigt sein Sohn. Jedes technische Detail müsse verinnerlicht werden. Wo es früher Reparaturanleitungen in Ordnerform und Ersatzteilkataloge gab, läuft heute fast alles per Computer. Bedienung per Sprachsteuerung, Lenkradfernbedienung, Touchpad, Touchscreen. Karl-Heinz Hülsmann hat die Entwicklung verfolgt, „aber das Neue ist nicht meine Welt, das machen die Jungen“.

Sein Sohn hat im Mai 1991 seinen Meister gemacht, danach Kfz-Betriebswirtschaft studiert und ist außerdem Servicetechniker. Gelernt hat er im elterlichen Betrieb. Im April 1970 hatte der an der Holter Straße neu eröffnet und ist dort nach und nach erweitert worden. „Ich wollte nie etwas anderes machen“, sagt der 47-Jährige, steigt in einen der ausgestellten Wagen und zeigt, wie er aussieht, der technische Fortschritt. „Fahrzeuge werden heute personalisiert.“ Sie würden sozusagen angelernt, auf die individuellen Bedürfnisse ihres Halters zu reagieren. Sein Vater schaut auf das Foto mit dem schnittigen Opel GT. Gebaut in den Jahren 1968 bis 1973. „Der ist heute noch Kult.“

ZULETZT ERSCHIENEN:
– Autohaus Hülsmann
– Gaststätte Schniedermann
– Tankstelle Schniedermann
– Lebensmittel Dreisewerd / Westhoff

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