Im Gespräch: Jürgen Engelns hat Handpuppe Henry, die nach dem Gründer des Deutschen Roten Kreuzes benannt worden ist und im Kindergarten am Schwalbenweg wichtige Arbeit leistet, im Arm. Der 68-Jährige ist von Oktober 1980 bis Mai 1999 Geschäftsführer des DRK-Ortsvereins Schloß Holte-Stukenbrock gewesen und dann wieder seit dem Jahr 2008. - © Karin Prignitz
Im Gespräch: Jürgen Engelns hat Handpuppe Henry, die nach dem Gründer des Deutschen Roten Kreuzes benannt worden ist und im Kindergarten am Schwalbenweg wichtige Arbeit leistet, im Arm. Der 68-Jährige ist von Oktober 1980 bis Mai 1999 Geschäftsführer des DRK-Ortsvereins Schloß Holte-Stukenbrock gewesen und dann wieder seit dem Jahr 2008. | © Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock Fragen-Domino: Matthias Lüke befragt Jürgen Engelns über Ehrenamt und das Rote Kreuz

"Aus Liebe zum Menschen"

Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock. Fragen, die sie immer schon einmal loswerden wollten, stellen Schloß Holte-Stukenbrocker anderen Bürgern der Stadt. Diesmal möchte Matthias Lüke so einiges von Jürgen Engelns erfahren. Wie lange bist Du schon beim DRK und wie bist Du zum DRK gekommen? Jürgen Engelns: Ich bin schon seit mehr als 50 Jahre im Deutschen Roten Kreuz. Eingetreten bin im Juli 1966 in die Bereitschaft Schloß-Holte. Wir gehörten damals noch zum DRK-Ortsverein für das Amt Verl. Mit Neugründung der Gemeinde Schloß Holte-Stukenbrock wurde hier der Ortsverein Schloß Holte-Stukenbrock gegründet. Ich habe an den Verhandlungen der Trennung noch mitgearbeitet und mitgestaltet. Zum Eintritt in das Rote Kreuz gereizt haben mich besonders die sieben Grundsätze des DRK. Die lauten: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit, Universalität. Du bist ja der Geschäftsführer des Ortsvereins. Was genau sind Deine Aufgaben? Engelns: Ja, ich bin der Geschäftsführer des DRK Ortsvereins SHS. Ich möchte in diesem Zusammenhang betonen, dass ich das im Ehrenamt mache. Will einfach nur sagen: "Toller Titel, aber ohne Mittel". Dazu gekommen bin ich nach dem viel zu frühen Tod meines Vorgängers Roland Tanto. Nach einem viertel Jahr nahm mich der damalige 1. Vorsitzende Wilhelm Schlickum zur Seite und machte mir die Übernahme des Postens schmackhaft. Nach 24 Stunden Überlegung und Absprache mit der Familie habe ich dem zugestimmt. Die genauen Aufgaben will ich mal so definieren: Alles das machen und erledigen, wozu andere keine Zeit oder auch kein Interesse haben. Es sind vielfältige Aufgaben. Das fängt mit der Verwaltung des Geldes in Zusammenarbeit mit dem Schatzmeister an und hört bei Beschaffungen aller Art auf. Das Spektrum, welches dazwischen liegt, erfordert einiges an Zeit im Büro und auch draußen. Wie bekannt, betreiben wir ja auch eine Kindertagesstätte. Diese wurde in den vergangenen vier Jahren umgebaut, grundsaniert und im vergangenen Jahr durch eine Gruppe erweitert. Dazu musste viel Geld in die Hand genommen werden, um all das durchführen zu können. Diese Gelder wurden beschafft und beantragt. Hierzu waren viele Anträge an Land, Kreis und Stadt notwendig. Weiter standen viele Gespräche mit dem Architekten an. Das Landes- und Kreisjugendamt musste zu jeder Zeichnung befragt werden. und diese wurden dann auch mit den Ämtern abgestimmt. Mit diesen Arbeiten habe ich schon sehr viele Stunden verbracht. Weiter unterhalten wir auch noch das Rot-Kreuz-Zentrum Am Pastorat 3. Hier wird Seniorenarbeit betrieben. Außerdem sind in dem Haus zwei Wohnung vermietet. Auch das erfordert viel Zeit. Was treibt Dich an, dieses verantwortungsvolle Amt auszuführen? Engelns: Das ist immer wieder spannend, sich zu fragen, was mich dazu treibt, diesen Job zu machen. Das ist erst einmal die Freude im Umgang mit Menschen. Ein ganz großer Antrieb sind natürlich unsere sieben Grundsätze. Wenn man sich mit der Geschichte des Roten Kreuzes beschäftigt, dann ist die Arbeit, die wir alle machen, die Helferinnen und Helfer der Vorstand und natürlich auch ich, selbstverständlich. So verstehen wir unseren Dienst oder anders gesagt unseren Slogan "Aus Liebe zum Menschen". Hast Du neben Deinem Ehrenamt noch Zeit für ein Hobby? Und falls ja, was machst Du da? Engelns: Natürlich bleibt für andere Hobbys noch etwas Zeit. Mein größtes Hobby ist die Familie. Ich habe mittlerweile fünf Enkel, die mir viel Freude machen und natürlich auch etwas Zeit beanspruchen. Aber es gibt auch noch einen großen Garten und ein Haus. Es macht mir Spaß, es in Ordnung zu halten. Früher hast Du im Außendienst gearbeitet. Worin lag der besondere Anreiz? Engelns: Im Außendienst lernt man viele Menschen kennen, mit denen man zusammen arbeitet. Es war immer wieder spannend mitzuerleben, wie andere mich angenommen haben und mit mir viele Jahre zusammengearbeitet haben. Ich habe von 1975 bis zu meinem Ausscheiden im Jahr 2008 in ein und demselben Unternehmen gearbeitet. Da stellt sich die Frage des Anreizes eigentlich nicht. Aber ich will es versuchen zu beantworten. Jeden Tag die Herausforderung des Marktes annehmen, den Kunden zufrieden zu stellen und natürlich die Firma gut zu repräsentieren. Ich denke, das mir das in mehr als 30 Jahren gut gelungen ist. Du bist stolzer Großvater von fünf Enkeln. Wie stellst Du Dir den perfekten Tag mit ihnen vor? Engelns: Wie schon gesagt, es gibt fünf Enkel. Und darauf bin ich stolz. Den perfekten Tag gibt es eigentlich nicht. Alle Tage, an denen sie bei mir zu Besuch sind, sind perfekt. Du lebst ja schon immer in Schloß Holte-Stukenbrock. Könntest Du Dir vorstellen, irgendwann einmal woanders zu wohnen? Engelns: Mit einer kurzen Ausnahme ist das richtig. Ich habe mal zwei Jahre in Rietberg gewohnt. Aber wie das bei uns Eingeborenen so ist, wir kommen alle wieder. Mein Spruch in diesem Zusammenhang lautet: Mein Vater kommt aus Stukenbrock, meine Mutter aus Schloß Holte, geboren bin ich in Liemke und wohne heute in Sende. Damit würde es mir sehr schwer fallen, woanders zu wohnen. Du gehst gerne mal auf Reisen. Was war bis jetzt Dein liebstes Ziel und wo würdest Du gerne mal hinfahren? Engelns: Reisen ist auch ein Hobby, leider immer etwas teuer. Deshalb fahren ich schon seit vielen Jahren nach Kroatien. Da passt eigentlich fast alles. Die Menschen sind sehr freundlich. Die Gastronomie macht mir Freude. Die Unterkünfte sind bezahlbar. Das wichtigste ist aber die Sauberkeit des Badewassers im Mittelmeer und an der Küste. Gerne würde ich noch einmal nach Dubrovnik fahren. Zuletzt erschienen Hausmeister Wigbert Fockel, Feuerwehrmann Konrad Esser, Stadtführer Otmar Lüke, der syrische Flüchtling Ahmad Jnneid, Immobilienmakler Manfred Oekenpöhler, Safaripark-Chef Fritz Wurms, Jagdhornbläser Wilhelm Kipshagen sowie Agrarbetriebswirt Johannes Broeker, Brudermeister Ulrich Teipel, Hermann-Josef Brummelte, Vorsitzender des Vereins "Unser Dorf Stukenbrock-Senne", Heimatkenner Ludwig Teichmann, Verkaufsleiterin Katja Austermeier, Landfleischer Martin Busche, Lydia Joachim vom Städtischen Blasorchester und Matthias Lüke von der Schützenbruderschaft St. Michael in Liemke.

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