Traditionsbewusst: Matthias Lüke trägt die Standarte der St.-Michael-Schützenbruderschaft Liemke. Der 22-Jährige studiert Maschinenbau im siebten Semester. Im Frühjahr wird er seinen Bachelor machen und ein Praxissemester anschließen. - © Karin Prignitz
Traditionsbewusst: Matthias Lüke trägt die Standarte der St.-Michael-Schützenbruderschaft Liemke. Der 22-Jährige studiert Maschinenbau im siebten Semester. Im Frühjahr wird er seinen Bachelor machen und ein Praxissemester anschließen. | © Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock Matthias Lüke von den Liemker Schützen stellt sich dem Fragen-Domino

Er erzählt, wie sich Schützenvereine für die Zukunft fit machen können und warum er Weihnachten in den Messdiener-Ruhestand geht

Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock. Fragen, die sie immer schon einmal loswerden wollten, stellen Schloß Holte-Stukenbrocker anderen Bürgern der Stadt. Diesmal möchte Lydia Joachim so einiges von Matthias Lüke erfahren. Du bist Mitglied der Schützenbruderschaft St. Michael Liemke. Was hat Dich bewegt, dort Mitglied zu werden? Matthias Lüke: Mein älterer Bruder hat mich damals zum Schießtraining mitgenommen, um das Luftgewehrschießen mal auszuprobieren. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht, und bis heute schieße ich bei Wettkämpfen in unserem Bezirk mit. Darüber hinaus habe ich bei dem wöchentlichen Training viele neue Leute kennengelernt und so viele Freunde gewonnen. Aus welchem Grund sollten, Deiner Meinung nach, weitere Bürger dem Liemker Schützenverein beitreten, und was wird den Leuten geboten? Lüke: Im Schützenjahr ist immer etwas los. Wir besuchen gemeinschaftlich die Schützenfeste unserer Nachbarbruderschaften und feiern unser eigenes Schützenfest. Beim Vogelschießen wird der neue König ausgeschossen, außerdem gibt es zum Beispiel einen Familienwandertag. In unserer Jungschützenabteilung starten wir dazu noch zusätzlich regelmäßig Unternehmungen. Dieses Jahr haben wir zum Beispiel einen Sommerbiathlon veranstaltet und wir waren Fußballgolf spielen. Jedes Jahr findet unsere Marschprobe statt, der Jahresabschluss ist immer wieder ein Highlight. Es kommt also keine Langeweile auf, es lohnt sich mitzumachen. Du bist im Jungschützen-Vorstand tätig, was genau ist Deine Aufgabe und was hat Dich inspiriert, dort tätig zu werden? Lüke: Ich bin in unserem Jungschützenvorstand der Schriftführer. Meine Aufgabe ist in erster Linie das Schreiben von Sitzungsprotokollen, um unsere Beschlüsse festzuhalten. So weiß nach einer Sitzung jeder, was er zu tun hat. Des Weiteren bin ich für die Einladungen zuständig, damit unsere Jungschützen wissen, was wir mit ihnen unternehmen möchten. Außerdem bringe ich mich während unserer Sitzungen in der Organisation unserer verschiedenen Veranstaltungen ein, wie zum Beispiel dem Osterfeuer. Denn wenn jeder seine Ideen und Bedenken offen äußert, ist meistens nachher alles bedacht und sogar Großveranstaltungen wie der Bezirksjungschützentag dieses Jahr können reibungslos ablaufen. Es ist bekannt, dass die Schützenfeste im Umkreis rückläufig sind. Warum kommen Deiner Meinung nach immer weniger Menschen zu solchen Festen und was können die Vereine tun, um ihre Feste wieder attraktiver zu gestalten? Lüke: Auf die Frage, warum die Schützenfeste rückläufig sind, gibt es sicher mehrere Antworten. Eine könnte sein, dass das Schützenwesen im Allgemeinen ein etwas angestaubtes Image hat. Dem kann man entgegenwirken, wenn man mit Herzblut und Leidenschaft den Schützenfesten neues Leben einhaucht und zeigt, wie viel Spaß man dabei hat. Dazu müssen sich die Vereine selbst hinterfragen, kritikfähig sein und mutig neue Ideen umsetzen. Wir haben zum Beispiel dieses Jahr den Vogel für das Jungschützenvogelschießen am Schützenfestsonntag von den Kindergartenkindern bemalen lassen. So sind wir, als Schützenverein, mehr in die öffentliche Wahrnehmung gerückt. Doch die Feste müssen sich kontinuierlich weiterentwickeln. Es findet sich jedes Jahr etwas, das man besser machen kann, egal wie gut es gelaufen ist. Dazu gibt es ein schönes Zitat: Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein. Du studierst Maschinenbau, wie bist Du genau darauf gekommen und was machst Du dort genau? Lüke: Ich hatte in der Schule nicht wirklich eine Ahnung, was ich später einmal machen wollte. Meine Interessen sind relativ breit gestreut, von Naturwissenschaften über Mathematik bis hin zu Geschichte. Also habe ich in den Ferien immer wieder freiwillige Praktika gemacht. Bei einem Praktikum durfte ich dann einem Konstrukteur über die Schulter schauen und ich habe mich in dieser Richtung weiter informiert. Dabei fiel mein Blick auf den Beruf des Maschinenbauingenieurs. Besonders reizt mich daran, dass man immer wieder neue Probleme lösen muss und so Abwechslung hat und auch gefordert wird. Wenn man in einem Projekt etwas auf dem Papier oder am PC konstruiert und am Ende das Ergebnis vor sich stehen hat, dann ist das schon ein schönes Gefühl. Und ganz nebenbei hat man nach dem Studium beste Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Neben Deinem Studium bist Du außerdem als Ministrant in der Katholischen Kirchengemeinde St. Joseph Liemke tätig. Wie bist Du dazu gekommen? Lüke: Die Messdiener waren die erste Jugendgruppe, der ich beigetreten bin. Von zu Hause aus hatte ich bereits eine enge Verbindung zur Kirche, so dass es für mich quasi selbstverständlich war, den Ministrantendienst auszuführen. In meinen Jahren als Messdiener habe ich viele Leute kennengelernt, Jugendliche, Geistliche und Ehrenamtliche. Von all diesen Menschen zähle ich heute einige zu meinem engen Freundeskreis. Meine erste Messe habe ich vor mittlerweile 13 Jahren gedient, und es war eine schöne Zeit. Doch dieses Jahr lasse ich es gut sein. Weihnachten gehe ich in den Messdienerruhestand. Wie wichtig ist Dir, dass Deine Kinder den christlichen Glauben weiterleben? Lüke: Eine schwierige Frage. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass ich meinen Kindern natürlich meinen eigenen, den christlichen Glauben erklären und näherbringen werde. Letztendlich kann man die Frage aber erst richtig beantworten, wenn man selbst Kinder hat. Zuletzt erschienen Hausmeister Wigbert Fockel, Feuerwehrmann Konrad Esser, Stadtführer Otmar Lüke, der syrische Flüchtling Ahmad Jnneid, Immobilienmakler Manfred Oekenpöhler, Safaripark-Chef Fritz Wurms, Jagdhornbläser Wilhelm Kipshagen sowie Agrarbetriebswirt Johannes Broeker, Brudermeister Ulrich Teipel, Hermann-Josef Brummelte, Vorsitzender des Vereins "Unser Dorf Stukenbrock-Senne", Heimatkenner Ludwig Teichmann, Verkaufsleiterin Katja Austermeier, Landfleischer Martin Busche und Lydia Joachim vom Städtischen Blasorchester.

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