Traditionsbewusst: Ulrich Teipel mit der im Jahr 2015 neu gefertigten Fahne der St.-Johannes-Schützenbruderschaft Stukenbrock. Auf ihr sind die Ziele festgehalten. Ulrich Teipel ist Brudermeister der Stukenbrocker Schützen. - © Karin Prignitz
Traditionsbewusst: Ulrich Teipel mit der im Jahr 2015 neu gefertigten Fahne der St.-Johannes-Schützenbruderschaft Stukenbrock. Auf ihr sind die Ziele festgehalten. Ulrich Teipel ist Brudermeister der Stukenbrocker Schützen. | © Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock Stukenbrocker Brudermeister Ulrich Teipel stellt sich dem Fragen-Domino

Er gibt eine Einschätzung ab, ob das Schützenmotto "Glaube - Sitte - Heimat" Zukunft hat

Karin Prignitz

Fragen, die sie immer schon einmal loswerden wollten, stellen Schloß Holte-Stukenbrocker anderen Bürgern der Stadt. Diesmal möchte Agrarbetriebswirt Johannes Broeker so einiges von Brudermeister Ulrich Teipel erfahren. Hallo Ulrich, ich habe gehört, dass Du kürzlich in Rom warst. Mit wem bist Du dort gewesen und wie hat es Dir gefallen? Ulrich Teipel: Ja, das ist richtig, ich war mit meiner Frau Resi in Rom. Wir waren mit einer Reisegruppe von 41 Personen aus unserem Pfarrverbund dort. Aus allen fünf Kirchengemeinden waren Personen dabei. Die Fahrt wurde von Vikar Albert organisiert und hat uns viele tolle Einblicke von Rom, den antiken Stätten und dem Vatikan vermittelt. Wir waren eine bunt gemischte Reisegruppe, mit der es richtig Spaß gemacht hat. Habt ihr den Papst gesehen? Teipel: Mittwochs und sonntags ist Generalaudienz auf dem Petersplatz. Auch wir waren mit unserer Gruppe dort und mit uns noch viele tausend Menschen. Der Papst fährt mit seinem Papamobil durch die Reihen. Man kann leider nur einen kurzen Moment vom Papst erhaschen. Du bist aktiver Schützenbruder bei den St. Johannes Schützen Stukenbrock. Wie bist Du zum Schützenwesen gekommen? Teipel: Das ist ganz interessant. Mein Vater nahm mich mal zur Seite und merkte an, dass ich in keinem Verein wäre und so könnte das nicht weitergehen, weil jeder Mensch eine Zugehörigkeit zu einer Gruppe benötige und da wäre ein Verein genau das Richtige. Als Jugendlicher steht man ja grundsätzlich den Anmerkungen der Eltern skeptisch gegenüber. So war es auch bei mir. Aber nach einiger Zeit des Überlegens habe ich mich entschlossen, in die Schützenbruderschaft einzutreten. Schließlich war mein Vater dort selbst Mitglied und so konnte er mir auch nicht vorwerfen, dass ich einen "falschen" Verein gewählt habe. Ich bin dann zu Ferdi Mersch in die Tankstelle gegangen und habe dort meinen Aufnahmeantrag ausgefüllt. Dieses war 1979 und so lange bin ich nun schon dabei. Was sind Deine Aufgaben als Brudermeister? Teipel: Die Position des Brudermeisters ist gleichzusetzen mit dem 1. Vorsitzenden eines Vereines. In dieser Position ist es meine Aufgabe, darauf zu achten, dass die satzungsgemäßen Zwecke des Vereins erfüllt werden. Ich repräsentiere den Verein nach innen und nach außen, bin somit ein Bindeglied zwischen Bruderschaft und Öffentlichkeit. Dieses gilt auch für Angelegenheiten, die im Zusammenhang mit Behörden, Verbänden, der Stadt oder der Kirchengemeinde geführt werden. Aber ich bin ja nicht allein, sondern entscheide zusammen mit dem geschäftsführenden und dem erweiterten Vorstand über alle relevanten Vereinsangelegenheiten. Dabei kommt es dem Brudermeister zu, solche Sitzungen und Versammlungen zu leiten. Was gefällt Dir persönlich am besten im Schützenverein? Teipel: An der Schützenbruderschaft gefällt mir besonders, dass es ein Verein ist, in dem Jung und Alt, aber auch Mitglieder der unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten zusammen sind. Es ist der Mix dieser Personen, die das Vereinsleben so lebendig machen und letztendlich ziehen alle gemeinsam an einem Strang. Wer aus Deiner Familie ist auch im Schützenverein aktiv? Teipel: Aus meiner Familie sind meine beiden Söhne Julian und Christian ebenfalls aktiv in der Bruderschaft. Beide sind derzeit noch in der Jungschützenabteilung. Christian ist aktuell amtierender Schülerprinz. Beim Bezirksjungschützentag am 30. April 2016 ist er aus den Schießwettbewerben als zweiter Bezirksschülerprinz hervorgegangen. Hat Deiner Meinung nach, das Schützenmotto "Glaube - Sitte - Heimat" in dieser digitalen und schnelllebigen Zeit weiterhin die Chance zu bestehen? Teipel: Das Leben, bzw. die Gesellschaft verändert sich rapide. Die Abstände, in denen dieses geschieht, werden immer kürzer. Die Schützenideale Glaube, Sitte, Heimat haben sicherlich in der heutigen Zeit einen andern Stellenwert als in der Gründungszeit. Darum ist es in unserer modernen, oft hektischen Zeit auch heute für uns alle so wichtig, die christlichen Werte zu achten und zu leben. Hier sehe ich eine der Hauptaufgaben der Bruderschaft, als ein kirchlich geprägter Verein, diese Werte zu vermitteln und nach außen hin zu leben. Dieses wird unter anderem durch unsere Präsenz bei kirchlichen Veranstaltungen sichtbar. Wo siehst Du das Schützenwesen und dessen Aufgaben in Zukunft? Teipel: Das Schützenwesen ist geprägt von Gemeinschaft. Auch zukünftig wird dieses der zentrale Punkt sein. Ob das Schützenwesen in naher oder ferner Zukunft noch so gelebt wird wie heute, ist nicht vorauszusehen. Aus meiner Sicht besitzt das Schützenwesen eine Menge Potential, wie zum Beispiel den Schießsport, Brauchtums- und Heimatpflege, die Musik oder das gesellige Zusammensein in der Gemeinschaft. Hier bin ich mir sicher, dass sich aus dieser Gemeinschaft heraus die zukünftigen Aufgabenschwerpunkte entwickeln werden, die dann den gesellschaftlichen Veränderungen gerecht werden. Zuletzt erschienen Monika Schultz von der Hospizgruppe sowie Ulrike Ahnfeld von der Jugendhilfe, Naturliebhaberin Katharina Birkenfeld, Musiker Dominik Mersch, Heilpraktikerin Ute Schniedermann, die Schwäbin Gabriele Antpöhler, Geschäftsführer Sebastian Brink, Diplom-Designerin Jennifer Sieweke, der Chinese Caijing Weng, Florist Christoph Wulf, Hausmeister Wigbert Fockel, Feuerwehrmann Konrad Esser, Stadtführer Otmar Lüke, der syrische Flüchtling Ahmad Jnneid, Immobilienmakler Manfred Oekenpöhler, Safaripark-Chef Fritz Wurms, Jagdhornbläser Wilhelm Kipshagen sowie Agrarbetriebswirt Johannes Broeker.

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