Arm in Arm: Fritz Wurms mit "Leo Löwe", der die Besucher des Safariparks begrüßt. Der Park-Chef denkt noch lange nicht ans Aufhören. - © Karin Prignitz
Arm in Arm: Fritz Wurms mit "Leo Löwe", der die Besucher des Safariparks begrüßt. Der Park-Chef denkt noch lange nicht ans Aufhören. | © Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock Safaripark-Chef Fritz Wurms stellt sich dem Fragen-Domino

Mehr als ein Acht-Stunden-Job

Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock. Fragen, die sie immer schon einmal loswerden wollten, stellen Schloß Holte-Stukenbrocker anderen Bürgern der Stadt. Diesmal möchte Manfred Oekenpöhler so einiges von Fritz Wurms erfahren. Ich erinnere mich, dass ich vor vielen Jahren in den Anfängen des Safariparks die Wachtürme im Geparden-Gehege verglasen sollte. Auf meine Frage, wer mir die Tiere vom Leib hält antwortete Dein Vater nur: "Die tun Dir nichts." Er hat mir dann aber doch einen Tierpfleger zur Seite gestellt. Ich hatte ganz schon Bammel. Seitdem hat sich sicher vieles verändert, oder? Fritz Wurms: Was sich nicht verändert hat ist, dass wir heute immer noch keinen "Bammel" vor unseren Raubtieren haben, aber gesunden Respekt. Und: Noch immer leben die Tiere bei uns in riesigen Freigehegen. Das war damals, als Du die Wachtürme verglast hast, eine Sensation. Und auch heute ist das "Erlebnis Safari" immer noch einzigartig. Mal davon abgesehen hat sich alles verändert. Es sind ja mehr als vier Jahrzehnte ins Land gegangen seitdem. Der Freizeitpark ist entstanden und gewachsen, wir waren mit der Haltung und Nachzucht der weißen Löwen und Tiger, die wir als erste in Europa hatten, erfolgreich. Tierarten sind hinzugekommen, der Zoobereich ausgebaut worden. Und: Wir haben heute wieder Geparden in einer Zooanlage, die zu den größten Europas zählt. Bist Du heute selbst noch des öfteren in der Serengeti oder sonst wo unterwegs? Wurms: Um ehrlich zu sein: Ich habe fast die ganze Welt bereist, bin bis Japan gekommen, wo ich den ersten weißen männlichen Löwen, unseren Tran, gekauft habe. Ich war in Vegas zu Gast bei Siegfried & Roy. . . Aber ich war wirklich noch nie in Afrika, in der Heimat vieler unserer Tiere. Namibia wäre ein Land, das ich gern noch bereisen möchte. Gibt es neue Zuchterfolge im Park? Wurms: Wir züchten mit Verantwortung. Und deshalb haben wir in den letzten beiden Jahren keine Löwen und Tiger nachgezogen. Unser eigener Bestand ist komplett, und wir hatten keine Nachfragen aus anderen Zoos. Aber natürlich werden in jedem Jahr wieder Tiere in Stukenbrock geboren. Wir freuen uns über erfolgreiche Nachzuchten in diesem Jahr bei den Erdmännchen, Zebras, Giraffen, Kamelen, Antilopen, Watussi Rindern, Berberaffen - und wir freuen uns über den Nachwuchs bei unseren Geparden. Wie lange möchtest Du persönlich noch das "Zepter" halten? Oder träumst Du schon von der Rente? Wurms: Wo du gerade von "Zepter" sprichst: Die englische Königin ist noch einen Tacken älter als ich und hat ihres auch noch nicht aus der Hand gelegt. Spaß beiseite: Den Safaripark zu leiten, ist kein Acht-Stunden-Job an fünf Tagen der Woche. Das ist für mich, und das ist Tradition in unserer Familie, viel mehr. Eine Lebensaufgabe. Und ich glaube, das ist auch kein "Beruf", in dem man mit 65 die Rente einreicht und Blumen züchtet. Ich möchte, so lange ich kann, für das Unternehmen da sein. Wie lange und in welcher Funktion in ein paar Jahren, das warten wir mal ab. Zuletzt erschienen Eishockeyspielerin Jessica Schuck, Ursula Weiss und Ruth Barlmeyer vom Warenkorb, FDP-Politiker und Vater Thorsten Baumgart, Monika Schultz von der Hospizgruppe sowie Ulrike Ahnfeld von der Jugendhilfe, Naturliebhaberin Katharina Birkenfeld, Musiker Dominik Mersch, Heilpraktikerin Ute Schniedermann, die Schwäbin Gabriele Antpöhler, Geschäftsführer Sebastian Brink, Diplom-Designerin Jennifer Sieweke, der Chinese Caijing Weng, Florist Christoph Wulf, Hausmeister Wigbert Fockel, Feuerwehrmann Konrad Esser, Stadtführer Otmar Lüke, der syrische Flüchtling Ahmad Jnneid sowie Immobilienmakler Manfred Oekenpöhler.

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