Maltalent: Jennifer Sieweke mit ihrem fast zwei Jahre alten Sohn Oskar, der seine Kreativität unter anderem auf einer großen Tafel ausleben kann. Die 37-jährige Grafik-Designerin schafft es, Beruf und Kindererziehung miteinander zu vereinen. - © Karin Prignitz
Maltalent: Jennifer Sieweke mit ihrem fast zwei Jahre alten Sohn Oskar, der seine Kreativität unter anderem auf einer großen Tafel ausleben kann. Die 37-jährige Grafik-Designerin schafft es, Beruf und Kindererziehung miteinander zu vereinen. | © Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock Jennifer Sieweke spricht über den Beruf und das Muttersein

Fragen-Domino (86): Jennifer Sieweke erzählt, wie sie den Spagat zwischen Selbstständigkeit und Muttersein hinbekommt. Auch die "Letzten Drücker" sind Thema

Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock. Fragen, die sie immer schon einmal loswerden wollten, stellen Schloß Holte-Stukenbrocker anderen Bürgern der Stadt. Diesmal möchte Sebastian Brink so einiges von Jennifer Sieweke erfahren. Hallo Jenni, durch meinen Neffen und meine Nichte weiß ich, wie viel Freude uns Kinder machen - vom Stress bekomme ich als Onkel ja weniger mit. Die Kleinen korrigieren auch oftmals unseren fest gefügten Blickwinkel auf die Welt und stellen so manches in Frage. Wie ist das bei Euch und Eurem Sohn? Was hat sich alles geändert, seitdem der kleine Mann ein großer Teil Eures Lebens ist? Jennifer Sieweke: Im Grunde hat sich alles geändert. Vor allem die Gewichtung von Arbeit und Privatleben. Heute dreht sich fast alles um diesen kleinen Menschen. Er ist eine riesige Bereicherung. Klar stellt er unser Leben auf den Kopf, aber man fängt auch an, alles mit anderen Augen zu sehen - ein neuer / alter Blickwinkel. Und klar, der Weg zum Einkaufen dauert jetzt dreimal so lange, aber es ist auch schön und stresst nicht, wenn man sich die Zeit dafür nimmt. Wie bekommst Du es unter einen Hut, Mutter zu sein und dann noch selbstständig in Eurem Grafik-Büro zu arbeiten. Vermischen sich Privates und Berufliches dann noch viel mehr, oder bleibt die Arbeit bewusst im Büro? Sieweke: Ich versuche, Privates und Berufliches nicht zu vermischen, und das gelingt auch ganz gut. Alles hat eben seine Zeit. Es ist für mich auch schön, halbtags wieder arbeiten zu können und das - dank der tollen Betreuung durch eine Tagesmutter und den Rückhalt in der Familie - ganz ohne schlechtes Gewissen. Es ist so schön zu sehen, wie viel Spaß mein Sohn daran hat, mit anderen Kindern zusammen zu sein. Du hast ja während und nach deinem Studium eine Zeit lang in Münster gelebt. Gab es da mal eine Überlegung, dort zu bleiben oder woanders zu leben? Was gab den entscheidenden Anstoß für die Rückkehr nach Schloß Holte-Stukenbrock? Sieweke: Die Zeit in Münster war toll, die will ich nicht missen. Aber vielleicht muss man auch mal weg gewesen sein, damit man merkt, was man an Stukenbrock hat. Viel Natur in alle Richtungen, der Karneval - Helau! -, ein besonders großer Freundeskreis und nicht zuletzt auch eine ganz tolle, große Familie. Gerade jetzt mit Kind ist Stukenbrock für uns perfekt. Deine Karnevals-Gruppe "Die letzten Drücker" begeistern ja jedes Jahr aufs Neue mit wirklich tollen Auftritten und lustigen Sketchen. Hierbei kommt ja sicherlich der Name Eurer Gruppe nicht von ungefähr . . Sieweke: Das hast Du schon gut durchschaut. Meist fehlt es an Zeit, lange vorher zusammen zu proben. Aber wir kennen uns schon so lange und gut, dass es uns nicht schwerfällt, kurzfristig etwas auf die Beine zu stellen. Also ist der Name wirklich Programm. Euer Grafik-Büro heißt hej.design. Was bedeutet das "hej" in Eurem Namen? Hat es mit Eurer Vorliebe für nordisches Design zu tun? Sieweke: Ja, das ist richtig. Wir lieben Dänemark und die anderen skandinavischen Länder. Wir mögen das schlichte und praktische Design, das für diese Länder typisch ist. Unsere Entwürfe sind häufig angelehnt an die skandinavische Formsprache: schlicht, unaufgeregt, funktional und formschön. "Hej" bedeutet in Dänemark "hallo" und ist für uns eine ungezwungene positiv-fröhlich Ansprache - und das passt einfach zu uns. Du hast doch sicherlich schon dein grafisches Talent in das Kinderzimmer einfließen lassen. Gibt es von Dir gestaltete Dinge, an denen Euer Sohn sich erfreut? Sieweke: Vor allem denken wir im Moment darüber nach, wie wir seine erste kreative Wandgestaltung im Wohnzimmer kaschieren können (Buntstift auf Tapete!). Vielleicht machen wir einfach einen Rahmen drum . . . Das wäre wohl das einfachste. Generell würde ich aber sagen, dass unsere ganze Wohnung ein kreativer Ort ist mit vielen spannenden Gegenständen, alten und neuen Möbeln, Büchern und Bildern. Wir haben eben einfach Spaß an Form und Farbe. Zuletzt erschienen Die Karate-Sportlerinnen Anna und Andreina Knoke, Eishockey-Spielerin Jessica Schuck, Ursula Weiss und Ruth Barlmeyer vom Warenkorb, FPD-Politiker und Vater Thorsten Baumgart, Monika Schultz von der Hospizgruppe sowie Ulrike Ahnfeld von der Jugendhilfe, Naturliebhaberin Katharina Birkenfeld, Musiker Dominik Mersch, Heilpraktikerin Ute Schniedermann, die Schwäbin Gabriele Antpöhler und Geschäftsführer Sebastian Brink.

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