Schloß Holte-Stukenbrock Der große Ritt nach Berlin

Warum Staffelreiter mit ihren Islandpferden in Stukenbrock Station machen

Islandpferde beherrschen eine vierte Gangart, einen schnellen Schritt ohne Schwebephasen. Die Reiter sitzen dabei fast erschütterungslos auf den Pferden. Rittführer Daniel Beckmeier hält den Staffelstab, in dem eine Grußbotschaft verborgen ist. - © FOTO: SIGURD GRINGEL
Islandpferde beherrschen eine vierte Gangart, einen schnellen Schritt ohne Schwebephasen. Die Reiter sitzen dabei fast erschütterungslos auf den Pferden. Rittführer Daniel Beckmeier hält den Staffelstab, in dem eine Grußbotschaft verborgen ist. | © FOTO: SIGURD GRINGEL

Schloß Holte-Stukenbrock. Islandpferde – wer sie einmal geritten hat, bleibt ihnen treu. Das sagen ihre Besitzer. Gestern machte eine Gruppe von sechs Reitern mit ihren Pferden Station auf den Wiesen von Hermann Hahne in Stukenbrock. Heute reitet sie weiter. Mit einer Grußbotschaft. Die soll Berlin rechtzeitig zum Start der Islandpferde-Weltmeisterschaft erreichen.

Christina, Diana und Caroline liegen unter einem Baum im Schatten. Die Frauen haben einen mehrstündigen Ritt hinter sich. Ihre Pferde stehen im Paddock auf der Wiese nebenan und grasen. Dort werden die Islandpferde die Nacht verbringen. Ihre Besitzer schlafen in Pensionen. Caroline Arntz, Christina Beckmeier und ihr Vater Daniel fahren am Abend zurück nach Verl. Dort wohnen sie und dort startete die Tagesetappe. Daniel Beckmeier ist Rittführer der Gruppe. Als Rittführer darf er den Staffelstab mit der Grußbotschaft halten. Eine Ehre, wie er sagt. Die Botschaft soll am 4. August bei der Eröffnung der Islandpferde-Weltmeisterschaft in Berlin vorgelesen werden. Sie stammt aus den Niederlanden, wo der Stafettenritt in Juni begann. In Form eines Sternritts machen sich mehr als 300 Reiter auf den Weg in die Hauptstadt. "Das ist eine gigantische Organisation", sagt der Bielefelder Jörgen Dennig. Er ist 73 Jahre alt und reitet fünf Tage lang mit. Von Münster bis Rischenau im Kreis Lippe. Die Etappen sind 20 bis 30 Kilometer lang, so dass auch untrainierte Pferde sie gut schaffen. Schließlich müssen Islandpferdeliebhaber wie Hermann Hahne gefunden werden, die der Gruppe Unterkunft geben können. Hahne hat selbst fünf Isländer. Die Besitzer legen Wert darauf, dass die Tiere Pferde genannt werden, obwohl sie nur die Höhe eines Ponys erreichen. Bei 148 Zentimeter liegt eigentlich die Grenze.

Information

Tagebuch und Foto


Gefunden haben sich die Teilnehmer des Stafettenritts über den Islandpferdeverband IPZV, der den "großen Ritt" organisiert.

Am Donnerstag gibt es im Detmolder Freilichtmuseum von 11 bis 17 Uhr einen Islandpferde-Aktionstag.

Tagebücher und Fotos der Reisen im Internet unter:www.ipzv.de

Geritten wird im Tölt, der vierten Gangart. Sie ist ein schneller Schritt und trotzdem ruhig. "Hätte man ein Bierglas in der Hand, man würde keinen Tropfen verlieren", sagt Dennig. "Zwei Drittel der Pferde auf der Welt können mehr als drei Gangarten." Die Reiter müssen stets konzentriert sein. Die gesamte Strecke haben die Organisatoren zuvor abgeritten und auf Hindernisse geprüft. Die Gruppe reitet abseits der befahrenen Straßen, muss aber auch Städte queren. Kritische Situationen gab es wegen des Verkehrs in Schloß Holte an der Penny-Markt-Kreuzung und der Autobahnbrücke bei Schenker. "Pferde nehmen schlecht dreidimensional wahr. Sie erkennen nicht, ob der Lkw unter der Brücke her fährt oder auf sie zu", sagt Caroline Arntz. In Berlin treffen sich die Teilnehmer vor dem Brandenburger Tor wieder – die Reise dorthin übernimmt der Pferdeanhänger.
    

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