Schloß Holte-Stukenbrock Begegnung mit Gott

Feierliche Wiedereröffnung der Kirche St. Johannes Baptist

Der Hochaltar im Barockstil erstrahlt nach der umfassenden Restaurierung in neuem Glanz. Er stammt aus dem Jahr 1683 und ist ein Geschenk des Fürstbischofs Ferdinand von Fürstenberg. Auch die Hängemadonna kommt nach der Restaurierung mit ihren glänzenden Goldanteilen wieder richtig zur Geltung. - © FOTOS: NATALIE GOTTWALD
Der Hochaltar im Barockstil erstrahlt nach der umfassenden Restaurierung in neuem Glanz. Er stammt aus dem Jahr 1683 und ist ein Geschenk des Fürstbischofs Ferdinand von Fürstenberg. Auch die Hängemadonna kommt nach der Restaurierung mit ihren glänzenden Goldanteilen wieder richtig zur Geltung. | © FOTOS: NATALIE GOTTWALD

Schloß Holte-Stukenbrock. "Wir haben unsere Kirche mit der Renovierung zukunftssicher gemacht", sagte Pfarrer Karl-Josef Auris, der die feierliche Wiedereröffnung der katholischen Kirche St. Johannes Baptist als "bewegenden Moment" beschrieb. "Mit den Arbeiten haben wir sichergestellt, dass die Menschen auch in Zukunft einen stabilen Ort zum Gebet und zur Begegnung mit Gott haben."

Jeder Platz war zur Wiedereröffnung auf den alten, aufgearbeiteten Kirchenbänken besetzt. Vor dem Gottesdienst gab es neben der Rede von Pfarrer Auris auch Grußworte des Architekten Volker Weege und des Pfarrers Reinhard Bogdan von der evangelischen Schwesterngemeinde. "Gott erwählt Menschen, aber Gott erwählt auch Orte", zitierte Reinhard Bogdan aus einem Bibelpsalm. Der Inhalt des Psalms werde beim Anblick der frisch renovierten, wunderschönen Kirche ganz besonders deutlich. "Ich finde es toll, dass wir diesen Anblick in einer Zeit genießen dürfen, in der Christen und Kirchen es manchmal schwer haben. Das ist ein richtiges Zeichen", so Bogdan.

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Fast eine halbe Millionen Euro hat allein die Innenrenovierung der Kirche gekostet. "Nach den größeren Arbeiten im Außenbereich wie der Erneuerung der Schiefereindeckung des Glockenturms oder der Sanierung der Fenster und Fassaden und dem Einbau eines neuen Heiz- und Lüftungssystems haben wir uns den Innenbereich vorgenommen", sagt Weege.

Information
Ferdinands Erbe

Seit 1611 ist Stukenbrock eine selbständige Pfarrei.

1614 wurde eine kleine Kirche errichtet, die der damalige Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg im Jahre 1683 erweiterte.

1686 erfolgte die Weihe der Pfarrkirche. Eine zweite und dritte Erweiterung folgte 1820 und 1936.

Zur Pfarrei zählen heute rund 4.000 katholische Christen; ungefähr 50 Prozent der Gesamtbevölkerung Stukenbrocks.

Zum Kirchweihjubiläum 1986 wurde die Kirche umfassend renoviert und restauriert. (lina)

Hier seien unter anderem die alten Kirchenbänke sowie sämtliche Figuren, Bilder, der Haupt- und die Nebenaltare fachmännisch restauriert worden. "Diese Renovierung war eine verantwortungsvolle Arbeit und eine Herausforderung, der ich mich gerne gestellt habe", so der Architekt. Während der halbjährigen Bauphase habe man so manche kleine Überraschung erlebt. "Als wir die Kirchendecke gereinigt hatten, stellten wir fest, dass neben den Zierstreifen in Rot zwei Weißtöne verwendet worden waren. Das fiel vorher kaum noch auf", so Weege. Nach dem neuen Anstrich fallen die Absetzungen in etwas dunklerem Creme-Weiß sofort wieder jedem Betrachter ins Auge.

Auch der Bodenbelag der Kirche wurde umfassend gereinigt und aufgearbeitet und erscheint nun viel heller als zuvor. Lautsprechersystem und Liedanzeige sind zudem erneuert worden und sorgen nun wieder für einen reibungslosen Ablauf des Gottesdienstes. Weege: "Manchmal war etwas Gänsehaut dabei und ich habe mich gefragt, wie es wäre, wenn die rund 400 Jahre alten Bänke erzählen könnten." Eine Kirche sei eben nicht nur eine Konstruktion aus Stein und Holz, vielmehr eine ehrwürdige Stätte, der man mit großem Respekt begegnen sollte.

Symbolisch gab Volker Weege den Schlüssel zur Kirche schließlich an Pfarrer Auris zurück – Nicht ohne sich bei ihm für sein Vertrauen und sein stets offenes Ohr zu bedanken.

Der Dank der beiden Männer galt außerdem den Handwerkern, die die Pläne "mit hervorragender Arbeit umgesetzt haben". Der anschließende Fest-Gottesdienst in der neuen Kirche wurde vom Chor "TonArt" mitgestaltet. Nach der Zeremonie kamen die Gottesdienst-Besucher noch auf dem Kirchplatz zusammen.

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