Melanie Plößer (r.) von der Fachhochschule Kiel referierte auf Einladung von Kreisjugendpflegerin Barbara Grube.
Melanie Plößer (r.) von der Fachhochschule Kiel referierte auf Einladung von Kreisjugendpflegerin Barbara Grube.

SCHLOß HOLTE-STUKENBROCK Jetzt werden Mädchen gezielt gefördert

Professorin Melanie Plößer referiert zum Thema "Zwischen Lillifee und Lady Gaga"

Schloß Holte-Stukenbrock. Mädchen sind heute selbstbewusster als je zuvor. Brauchen sie überhaupt noch gezielte Förderung durch Mädchenarbeit? "Auf jeden Fall", sagt Barbara Grube von der Abteilung Jugend, Familie und Sozialer Dienst des Kreises Gütersloh. "Wegen des gesellschaftlichen Wandels müssen sich Mädchen heute mit vielen verschiedenen, zum Teil gestiegenen Anforderungen ihrer Lebenswelt auseinandersetzen. Um sie dabei zu unterstützen, haben wir den Mädchenarbeitskreis gegründet."

Auf Einladung der Kreisjugendpflegerin nahmen 25 Expertinnen aus den Bereichen offene Kinder- und Jugendarbeit, Schulsozialarbeit, Gleichstellungsstellen und Beratungsstellen an der Auftaktveranstaltung zum Mädchenarbeitskreis teil. Ziel ist es, sich zu vernetzen, Angebote und Projekte für Mädchen zu fördern, aber auch die Akteure in der Mädchenarbeit fortzubilden. "Einen Arbeitskreis zur Jungenarbeit gibt es bereits seit Jahren auf Kreisebene", erklärte Grube. "Vergleichbare Strukturen brauchen wir auch für die Arbeit mit Mädchen."

"Mädchenarbeit im gesellschaftlichen Wandel" war das zentrale Thema, dem sich die Teilnehmerinnen der Auftaktveranstaltung widmeten. Mit dem Vortrag "Zwischen Lillifee und Lady Gaga - Mädchen und Mädchenarbeit heute" regte Professorin Melanie Plößer von der Fachhochschule Kiel zur Diskussion über die Entstehung von Mädchenarbeit und die Konsequenzen für die heutige Mädchenarbeit an. "Es ist wahr. Mädchen haben heute die besseren schulischen Abschlüsse. Es ist aber auch wahr, dass junge Frauen weiterhin auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt werden", stellte Plößer klar. Auch seien Frauen heute nicht mehr nur auf den häuslichen Bereich beschränkt, aber eine Umverteilung der Aufgaben habe nur begrenzt stattgefunden. Stattdessen versuchten Frauen mehrheitlich die Doppelbelastung von Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.

"Wir müssen unsere Angebote so gestalten, dass sie der Lebenswelt der Mädchen und ihren Problemen gerecht werden", so Grube. "Durch die Vernetzung und den Austausch der Akteure im Mädchenarbeitskreis wollen wir genau das erreichen."

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