Positionieren sich: Dorentina Reka (v. l.), Merisa Ferati, Jonathan Czollek, Lena Köppen, Andreas Kansy, Maik Dück, Denis Dujunov, Zozan Kocer Tomar, Liridone Ramadani, Delia Kornelsen, Edona Hasani, Demokrat Ramadani und David Kasprowski haben sich Gedanken über Formen der Demokratie gemacht. - © Karin Prignitz
Positionieren sich: Dorentina Reka (v. l.), Merisa Ferati, Jonathan Czollek, Lena Köppen, Andreas Kansy, Maik Dück, Denis Dujunov, Zozan Kocer Tomar, Liridone Ramadani, Delia Kornelsen, Edona Hasani, Demokrat Ramadani und David Kasprowski haben sich Gedanken über Formen der Demokratie gemacht. | © Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock Schloß Holte-Stukenbrocker Jugend will die Demokratie vorantreiben

Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock. In seiner Antrittsrede als Bundespräsident hatte Frank-Walter Steinmeier die Deutschen dazu aufgerufen, „mutig für die Demokratie zu streiten, wenn sie heute weltweit angefochten wird“. Die deutsche Geschichte zeige, dass Demokratie nicht selbstverständlich sei. Ihre Stärke liege in der Fähigkeit zu Selbstkritik und Selbstverbesserung. Demokratie, ein großes Thema, das jetzt eine kleine Gruppe von jungen Menschen in Schloß Holte-Stukenbrock zu ihrem machen und Aufmerksamkeit schaffen will. „Demokratie als Lebenseinstellung“, so heißt ein neuer Verein, der formell bereits seit knapp einem Jahr besteht. Jetzt hat der Vorsitzende Demokrat Ramadani die derzeit 20 Mitglieder ab 16 Jahren zur ersten thematischen Mitgliederversammlung seit der Gründung eingeladen. Sein Vorname ist dem 27-Jährigen Verpflichtung. Demokrat Ramadani war in der Schülervertretung und im Jugendparlament der Stadt aktiv. In Rheda-Wiedenbrück kümmert sich der Masterstudent derzeit in seiner Funktion als Koordinator um die operative Umsetzung der Demokratie-Partnerschaft.Kontakt via WhatsApp-Gruppe Viele derer, die mit Projekten und Veranstaltungen herausstellen wollen, wie wichtig die Errungenschaft der Demokratie ist, haben bereits im Jugendparlament mitgearbeitet oder auch im Theaterprojekt „3ST“ (3-Schulen-Theater). Einige studieren mittlerweile in Bielefeld, Berlin, Münster oder Köln. Die Verständigung sei dennoch jederzeit über eine WhatsApp-Gruppe gegeben, betonen die Beteiligten. Und Demokrat Ramadani stellt die Notwendigkeit heraus: „Es geht darum, einen Konsens zu schaffen und voneinander zu wissen.“ „Viele gute Ideen sind schon da“, erzählt Jonathan Czollek. „Wir alle haben auf diesen Definitionstag gewartet, um uns danach im Vereinssinne weiterzuentwickeln“. Über Inhalte, Projekte und Strukturen ist beim ersten thematischen Zusammentreffen gesprochen worden. „Noch sind wir in der Findungsphase“, bestätigt Maik Dück. „Noch ist nichts nach Dringlichkeit strukturiert.“ Zu den Vorschlägen für die künftige Arbeit gehören aber bereits Workshops an Schulen, Theaterprojekte, Planspiele und Diskussionsveranstaltungen.Pollhans, Natur und Ehrenamt auf der Habenseite Demokrat Ramadani, Maik Dück und Zozan Kocer Tomar vom geschäftsführenden Vorstand hatten den Versammlungstag in den Räumen des evangelischen Jugendhauses in vier Etappen aufgeteilt. 1. Etappe: In einem menschlichen Umriss sollten die Teilnehmer notieren, was ihre Persönlichkeit auszeichnet, was sie wichtig finden, was sie interessiert. Als Selbstvergewisserung. „Die Mitglieder sollten den eigenen Antrieb kennenlernen“, erläuterte der Vorsitzende. Musik, tanzen, verreisen, Theater spielen, Zeit mit Familie und Freunden verbringen, das stand dort ebenso wie „über Themen diskutieren, die für die Gesellschaft wichtig sind“. 2. Etappe: Auf einer Welt-, einer Deutschland- und einer Karte von Schloß Holte-Stukenbrock hielten die Mitglieder fest, was ihrer Ansicht nach gut läuft und womit sie nicht zufrieden sind. Rassismus, Hunger, Kriege, Diktaturen, Donald Trump und Rechtspopulismus bereiten den Mitgliedern Sorge.Stau an der Bahnschranke auf der Sollseite Auf SHS bezogen stehen auf der Positivseite Dinge wie „viel Ehrenamt“, das Jugendparlament, „tolle Menschen“, die Gedenkstätte Stalag, das 3-Schulen-Theater, Pollhans, „keine Hektik“ und Natur. Negativpunkte: kein Nachtbus, kein Bürgerhaus, die „Staus wegen der Schranke“, kein Theaterhaus, Vorurteile, subtile Ausgrenzung, schlechte Busverbindung, Verschlossenheit und konservativ. Demokratie, erläuterte Demokrat Ramadani, dieser Begriff umfasse ein weites Feld. Demokratie sei als Gesellschafts-, als Umgangs- und Beziehungsform möglich. „Wir wollen uns auf die Suche begeben, entdecken und verbessern.“ Als Verein, sagt Ramadani, könnten angestrebte Projekte besser realisiert werden, „und wir sind damit Teil eines Netzwerkes“. Wer im Verein mitwirken möchte, kann sich per E-Mail melden unter der Adresse demokratie-verein@web.de. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht.

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