Ein Besuch auf dem Wochenmarkt in Gütersloh - © Patrick Menzel
Ein Besuch auf dem Wochenmarkt in Gütersloh | © Patrick Menzel

Kreis Gütersloh Hier finden Sie die Wochenmärkte im Kreis Gütersloh

Melanie Wigger

Kreis Gütersloh. Zwanzigmal pro Woche könnten Sie im Kreis Gütersloh auf einen Wochenmarkt gehen. Das ist vermutlich zu viel des Gutem. Aber sind die Wochenmärkte in der Region überhaupt noch gefragt? Macht sich durch die große Konkurrenz anderer Händler vielleicht sogar ein Marktsterben bemerkbar? Auf dieser Karte finden Sie Wochenmärkte im Kreis Gütersloh: In Clarholz kann man eher vom Gegenteil sprechen. „Weil sich ein weiterer Einzelhändler, der Schnäppchen-Markt, am Marktplatz angesiedelt hat, hat der kleine Wochenmarkt im Ortsteil Clarholz in den vergangenen Wochen eine Renaissance erlebt. Nun kommt zu den langjährigen Stammkunden auch die Laufkundschaft hinzu", erklärt Wilhelm Towara, Fachbereichsleiter für Ordnung. Die Märkte im Ortsteil Herzebrock seien ebenfalls nach wie vor beliebt. „Das mag auch daran liegen, dass der Wochenmarkt an einem günstigen, zentralen Standort im Herzen von Herzebrock liegt." Organisiert werden die Märkte vom Gewerbeverein. Dieser habe laut Towara bei der Auswahl der Marktbeschicker stets ein glückliches Händchen bewiesen. Auch der Verler Wochenmarkt sei laut Marktmeister Detlev Frust gut aufgestellt. Es kommen nicht nur Stammkunden: „Auch immer mehr neue Kunden schätzen das gute Sortiment und vor allem die Qualität und Frische der Waren." Von Kunden mit „gut" bewertet wird auch der Gütersloher Wochenmarkt – so das Ergebnis einer Umfrage von 2016, teilt die Stadt Gütersloh mit: Der City-Markt in der Innenstadt sei kapazitätsmäßig mit 43 Markthändler weitestgehend ausgelastet, vom Angebot her ausgewogen und wirtschaftlich stabil. An anderen Orten im Kreis Gütersloh wird die Zukunft der Wochenmärkte weniger optimisch bewertet. Thomas Wittenbrink, städtischer Mitarbeiter aus dem Fachbereich Bürgerdienste in Harsewinkel betont zwar, dass Verbraucher Wert auf regionale und frische Ware legen: „Allerdings haben das auch die Supermärkte erkannt und ihr Angebot entsprechend erweitert. Auf lange Sicht werden Wochenmärkte nur erfolgreich sein, wenn sie im Lebensmittelbereich ein möglichst umfassendes Warensortiment für den täglichen Bedarf anbieten können." Das bestätigt auch Dirk Wiesbrock, Mitarbeiter vom Ordnungsamt in Rheda-Wiedenbrück. Durch das Sortiment vieler Warenhäuser habe das ehemalige „Alleinstellungsmerkmal der Markthändler" geschwächt. Die Besucherzahlen sind im Vergleich zu den 1990ern zurückgegangen. „Damals habe ich die Standgelder noch bar kassiert. Damals kam ich stellenweise nur schwer an die Marktbeschicker heran, weil sich an den Ständen Zweierreihen gebildet hatten. Das ist heute nicht mehr so", sagt Wiesbrock. Die Händlerzahl auf den beiden Märkten in Rheda und Wiedenbrück sei dagegen konstant. Besucht werden diese von einem altersmäßig durchmischten Publikum. In Rietberg reagiert Marktmeisterin Marlies Schulz mit wöchentliche Attraktionen auf die Konkurrenzsituation. Sie präsentiert Rezepte mit Marktprodukten, die sie vorher selbst ausprobiert hat oder gibt jahreszeitliche Tipps für eine gesunde und leckere Küche mit saisonalen Produkten. „Das kommt bei den Besuchern sehr gut an und hat nachhaltig zur Belebung unseres Wochenmarkts beigetragen", berichtet Stadtsprecherin Nina Ackfeld.

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