Die Krone ist gebunden: Zahlreiche Mitglieder des Heidevereins haben am Mittwochabend mitgeholfen, das Prunkstück des jährlichen Fests fertigzustellen. - © Foto: Jan Ahlers
Die Krone ist gebunden: Zahlreiche Mitglieder des Heidevereins haben am Mittwochabend mitgeholfen, das Prunkstück des jährlichen Fests fertigzustellen. | © Foto: Jan Ahlers

Schloß Holte-Stukenbrock Heideverein hofft auf Besucherrekord beim Jubiläums-Heidefest

Jubiläum: Der Heideverein in Sende feiert am kommenden Wochenende sein 25-jähriges Bestehen. Das Festzelt am Ebbinghausweg wurde vergrößert. Nicht ohne Grund: Der Verein hofft auf einen Besucherrekord

Jan Ahlers

Schloß Holte-Stukenbrock. "Wir saßen zu acht in der ehemaligen Gaststätte Rudnick, als unser Verein gegründet wurde", sagt Conrad Jungeilges und deutet mit seinem Arm auf die andere Seite der Festwiese am Ebbinghausweg. Das Gründungsmitglied beschreibt den Anfang einer Gemeinschaft, die seit nunmehr 25 Jahren kontinuierlich wächst und dies am Wochenende mit der Jubiläumsausgabe seines jährlichen Festes zelebriert: Den Heideverein. Aus einer kleinen Gruppe von Heimatliebhabern im Jahr 1992 ist ein Vierteljahrhundert darauf ein Verein mit etwa 150 Mitgliedern geworden, der durch das Heidefest den Ortsteil Sende an einem Wochenende im Jahr in ein Tollhaus verwandelt. Die familiäre Atmosphäre hat unter dem Wachstum nicht gelitten. „Wir kennen noch immer jeden Einzelnen", sagt Jungeilges’ Gattin Ursula, und Conrad Jungeilges ergänzt: „Das macht unseren Verein besonders." "Dieses Jahr schieße ich nicht" Er war der Erste, der 1996 den Vogel von der Stange schoss und sich die Krone aufsetzte. In den drei Jahren zuvor war eine Heidekönigin bestimmt worden. Mit dem bislang letzten Schießen im Jahr 2016 kürte er sich zum Kaiser. Eigentlich wollte er den Adler nur ein wenig lockern, da fiel er plötzlich zu Boden. „Ich war fassungslos", sagt Jungeilges bei der Erinnerung an seinen Schuss ins Glück. Seine Lehre: „Dieses Jahr beteilige ich mich nicht am Schießen." Dass sich der Heideverein nicht als Schützenverein bezeichnet, hat mehrere Gründe. „Wir nehmen das Ganze nicht so bierernst, tragen keine Uniform", erklärt der erste Vorsitzende, Ludger Ostermann. Außerdem steht während des Fests längst nicht nur das Vogelschießen im Fokus: Die Eröffnung bildet am Samstag um 18.30 Uhr ein von Vikar Christian Albert geleiteter Gottesdienst in der St.-Heinrichs-Kirche. Um 20 Uhr startet die große Ü30-Sause im Festzelt, das in diesem Jahr nochmals vergrößert wurde. Auf 550 Quadratmetern finden bis zu 800 Leute Platz – die würde der Verein auch gerne begrüßen. 2016 hatten etwa 650 Tanzfreudige bis spät in die Nacht gefeiert. »Das wird eine lange und harte Nacht« „Wir sind so selbstbewusst und glauben, dass die Besucher anderer Events in der Region auch bei uns vorbeischauen. In den vergangenen Jahren ist das Interesse stetig gewachsen, so dass wir auf einen neuen Rekord spekulieren", sagt Pressewart Werner Meyer hoffnungsvoll. Er plant nur wenig Schlaf zwischen Samstag und Sonntag ein, „das wird erfahrungsgemäß eine lange und harte Nacht". Tags darauf geht es laut Terminplan schon um 11 Uhr mit dem Frühschoppen weiter, ehe nachmittags der Kinderkönig per Keulenwurf und schließlich der Sieger im großen Schießen ermittelt wird. Doch der Heideverein steht für mehr als feuchtfröhliche Feierei im Nachbarschaftsverbund. So wird etwa das übrig gebliebene Heidekraut, mit dem unter anderem am Mittwochabend die alljährliche Heidekrone gebunden wurde, nach dem Fest für die Bepflanzung der anonymen Gräber auf dem Sender Friedhof verwendet. Auch beteiligt sich der Verein an Interessensgruppen rund um die Verschönerung des Ortsteils und ist auf dem Erntedankfest in Liemke jährlich mit einem eigens gestalteten Wagen präsent. Nächste Generation rückt nach Als die Aufbauarbeiten fast abgeschlossen sind, fällt Ludger Ostermann die ausgediente Königskette in die Hände, sie wurde 2014 durch einen neuen Schützenschmuck ersetzt. „Wir würden die Kette gerne öffentlich ausstellen", sagt Ostermann, der sich für ein neues Begegnungszentrum in Ortsteil Sende ausspricht. An einigen Mitgliedern sind 25 Jahre nicht spurlos vorbeigegangen. „Ich kann nicht abschätzen, wie lange wir diesen Aufwand noch stemmen können", sagt Ostermann. „Den ein oder anderen Freund haben wir bereits überlebt", ergänzt Jungeilges. Mut macht der Nachwuchs. „Aus mehreren Familien rückt die nächste Generation nach", sagt Ostermann und lächelt. Sein Plan: „Das Heidefest soll auch eine 50. Auflage erleben."

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