Kleine Stars: Die Schüler der Grauthoff- und der Elbrachtschule haben sich beim Projekt für ein Instrument entscheiden dürfen. Einige haben die eigene Stimme gewählt. Hier singen sie nicht nur, sondern präsentieren auch die passende Choreographie dazu. - © Foto: Karin Prignitz
Kleine Stars: Die Schüler der Grauthoff- und der Elbrachtschule haben sich beim Projekt für ein Instrument entscheiden dürfen. Einige haben die eigene Stimme gewählt. Hier singen sie nicht nur, sondern präsentieren auch die passende Choreographie dazu. | © Foto: Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock. Modernes Projekt der Grauthoff-Elbracht-Schule

Grundschüler haben seit an den Grundlagen für eine Band-Karriere gearbeitet. Das Pilotprojekt ist von der Familie-Osthushenrich-Stiftung unterstützt worden

Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock. Coole Sonnenbrillen auf den Nasen, stylische Kappen auf den Köpfen, kecke grüne Haarsträhnen. Wie kleine Popstars haben sich 69 Zweit- und Drittklässler der Grauthoff-Elbracht-Schule zum Abschluss eines besonderen Musikprojektes präsentiert. Inklusive der passenden Posen. Gelernt haben die Grundschüler in den vergangenen Wochen aber vor allem, wie viel Spaß es machen kann, ein Instrument zu erlernen oder Gesangsunterricht zu nehmen. Zwölf Wochen lang haben die Schüler der Klassen 2 a und 2 b der Grauthoffschule und die Klasse 3 c der Elbrachtschule einen ungewöhnlichen Musikunterricht genossen. "Als Erste in Deutschland", wie Barbara Clarke von der "Rock & Pop-Academy", die sich seit kurzem "Musikschule Schloß Holte-Stukenbrock" nennt, betont. "Band Class - first play" heißt das Pilotprojekt, das zustande kommen konnte, weil es von der Familie-Osthushenrich-Stiftung mit rund 2.100 Euro großzügig unterstützt worden ist. Einen Eigenanteil von 700 Euro haben die Eltern getragen. Das gehört zur Stiftungsphilosophie. "Ein spannendes Projekt für uns als Schule", sagte Leiterin Tanja Edzards. "Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen." Drei Unterrichtsstunden lang hatten die Grundschüler die Band-Instrumente Gitarre, Drums und Keyboard ausprobieren können und, wenn sie wollten, auch ihre gesanglichen und tänzerischen Fähigkeiten trainiert. "Danach konnten sie sich für eins entscheiden", berichtet Barbara Clarke. Musikschulleiter David Clarke, seine Frau Barbara, Tochter Stefanie Mohnfeld und Drum-Lehrer Matthias Müller hatten da aber längst entdeckt, wo die Talente jedes einzelnen Kindes liegen. "Einige wussten gar nicht, was in ihnen steckt." Denn die wenigsten Kinder bekommen bislang Instrumentalunterricht. Theorie, Notenwerte, Rhythmus, Hörübungen, all das ist gelernt und geprobt worden. Und noch etwas braucht ein Bandmusiker, das wissen die Kinder jetzt, und rufen es laut im Chor: "Disziplin." Zwei Lieder sind einstudiert worden. Jede Gruppe hat jetzt vor Eltern, Geschwistern und Großeltern in der Turnhalle vorgeführt, dass durchaus Potential zum Bandmusiker in jedem einzelnen Kind steckt. Jede der drei Klassen präsentierte den "Rock Song" und das bekannte "Rock my Soul" auf ganz eigene Weise. Und der Applaus war den Akteuren gewiss. Ebenso wie ein Zertifikat der Band Class für alle Absolventen. Seit Februar waren die Lehrer der Musikschule SHS regelmäßig zu Gast in der Verbundschule gewesen, um mit den Grundschülern zu üben und sie zu begeistern. "Die Musiklehrerinnen haben uns begleitet und unterstützt." Barbara Clarke dankte Susanne Kerkhoff, Corinna Schütter sowie Daniela Rauchschwalbe und Birgit Bögeholz, aber auch der Schulleitung, "dass sie ein offenes Ohr für solch ein modernes Projekt gehabt hat". Tanja Edzards hat das auch weiterhin. "Das heute muss nicht das Ende sein", betonte sie. "Es könnte auch der Anfang für eine richtige Band-Class werden." Noch vor den Sommerferien soll es eine Abfrage bei den Eltern geben. Falls Interesse besteht, würde die Band-Class dann nach dem normalen Unterricht stattfinden. Und vielleicht gibt es im kommenden Jahr ja auch wieder ein ähnliches Projekt, das auf Unterstützung der Familie-Osthushenrich-Stiftung hoffen darf.

realisiert durch evolver group