Erntezeit auf dem Hof Aschof: Mit den sogenannten Minitunneln können Spargelbauern das Wachstum des Gemüses lenken. Die Schichten wirken wie Gewächshäuser. - © Foto: Andreas Zobe
Erntezeit auf dem Hof Aschof: Mit den sogenannten Minitunneln können Spargelbauern das Wachstum des Gemüses lenken. Die Schichten wirken wie Gewächshäuser. | © Foto: Andreas Zobe

Schloß Holte-Stukenbrock Frischer Spargel - erste Erntespitze schon verkauft

Sigurd Gringel

Schloß Holte-Stukenbrock. Mitte der Woche überraschten Boulevardmagazine mit der Nachricht, dass Spargel jetzt günstiger werde. Von Preisen wie im freien Fall war die Rede. Sie stützten sich auf den Marktbericht der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Doch der Bericht bezieht sich auf die Erntespitzen vor Ostern. Jetzt sieht die Lage wieder ganz anders aus. Das bestätigen hiesige Spargelproduzenten. Anfang und Mitte April purzelten die Preise tatsächlich. Mittlerweile kostet ein Kilo Spargel im Handel wieder 8 bis 9 Euro. Jörg Springensguth nennt die Gründe. Zum einen habe sich die Spargelanbaufläche in NRW um neun Prozent vergrößert, zum anderen startete die Ernte etwa zehn Tage früher als im vergangenen Jahr. Der März war ungewöhnlich warm und trocken. Es gab also schon recht früh viel Spargel. Möglicherweise waren die Kunden noch gar nicht gedanklich in der Spargelsaison, mutmaßt Jörg Springensguth. Der Liemker baut auf etwa 30 Hektar Land Spargel an. 35 Mitarbeiter helfen bei der Spargelernte. Das Gros verkauft Springensguth auf dem Großmarkt in Bielefeld. Frischen Spargel gibt es auch im eigenen Hofladen, der täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet hat. Weitere Vertriebswege sind die lokale Gastronomie und der Einzelhandel. Damit der Spargel gut wächst, benötigt er vor allem Sonnenschein. Mit den sogenannten Minitunneln sei das Wachstum zudem steuerbar. Aber wenn das Wetter nicht mitspielt, hilft das nichts. Um Palmsonntag war es sehr sonnig, der Spargel spross, ist aber längst geerntet und verkauft. Zwei, maximal vier Tage halte sich der frische Spargel im hofeigenen Kühlhaus bei einhundert Prozent Luftfeuchte und zwei Grad Celsius. „Der Spargel wird mit Sprühnebel ständig feucht gehalten“, erklärt Jörg Springensguth. Noch auf dem Hof werden die Stängel gewaschen, sortiert, gegebenenfalls geschält und abgepackt. Auch im Hofladen stehen sie im Kühlregal und sollten möglichst am gleichen Tag verkauft werden. Was nicht mehr gut genug für die Kundschaft ist, landet beim Nachbarn in der Biogasanlage. Die verregneten Ostertage haben zwar eine geringere Ernte zur Folge, dennoch spricht Jörg Springensguth von einem ganz normalen Jahr mit wetterbedingten Schwankungen. Spargel sei ausreichend da.Grüner Spargel in der nächsten Woche Peter Aschof aus Stukenbrock sieht das etwas anders. Er baut auf zehn Hektar Spargel an. Die Springensguths und die Aschofs haben ähnliche Geschichten. Ihre Eltern begannen in den 50er und 60er Jahren mit dem Spargelanbau und mussten erst einmal Vertriebswege aufbauen. Der Hof Aschof lebt heute hauptsächlich von der Schweinezucht. Den Aschof-Spargel gibt es auf Wochenmärkten in der Region und natürlich im eigenen Hofladen. Auch der ist täglich geöffnet, von 8 bis 19 Uhr. Peter Aschof spricht von einem ungewöhnlichen Jahr. Ein Drittel der Ernte sei bereits verkauft, jetzt wachse der Spargel kaum, das Angebot nimmt ab. In den Discountern sei Spargel aus den guten Ernten der Vorwochen im Angebot. Dass der mitunter dem Vergleich mit erntefrischem Spargel qualitativ nicht standhält, davon sind beide hiesigen Spargelproduzenten überzeugt. In der nächsten Woche wird es auch den grünen Spargel im Hofladen geben, sagt Jörg Springensguth. Der wächst anders als der weiße oberirdisch. Die Spargelhöfe präsentieren sich auch im Internet: www.spargelhof-aschof.de www.spargel-erdbeeren-springensguth.de

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