Bürgerwerkstatt 2016 Liemke IKEK

Sie wollen mitreden und mitbestimmen: David Brokherm, Maximilian Anselm, Jonas Köppen, Nils Dessloch (v.l.), haben unter Anleitung von Darleen Ertelt (m.) gemeinsam mit Nils Brüggemeier, Felix Brock, Julian Kröger und Marcel Schadt (v.r.) ihre Wunschvorstellung zur Umgestaltung von Liemkes Dorfkern entwickelt. - © Demokrat Ramadani
Bürgerwerkstatt 2016 Liemke IKEK

Sie wollen mitreden und mitbestimmen: David Brokherm, Maximilian Anselm, Jonas Köppen, Nils Dessloch (v.l.), haben unter Anleitung von Darleen Ertelt (m.) gemeinsam mit Nils Brüggemeier, Felix Brock, Julian Kröger und Marcel Schadt (v.r.) ihre Wunschvorstellung zur Umgestaltung von Liemkes Dorfkern entwickelt. | © Demokrat Ramadani

Schloß Holte-Stukenbrock Liemker haben klare Vorstellungen von der Zukunft ihrer Heimat

Schloß Holte-Stukenbrock. „Auf den blauen Karten notieren Sie bitte die Stärken des Ortsteils, auf den roten Karten die Schwächen und Probleme und auf den grünen Karten die Lösungsmöglichkeiten“, erklärt der Stadtplaner und Leiter der Bürgerwerkstatt Hartmut Lüdeling, nachdem er eine kurze Einführung in das Integrative Kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) gegeben hat. Da ein Viertel der Teilnehmer Jugendliche sind, schlägt Lüdeling vor, dass sie ihre Vorstellungen getrennt von den Erwachsenen artikulieren und diskutieren. Die Ergebnisse werden zum Schluss gemeinsam präsentiert. Im Zuge des IKEK-Verfahrens sind zuerst in den beiden Ortsteilen Schloß Holte und Stukenbrock und dann vor wenigen Tagen in Stukenbrock-Senne Bürgerwerkstätten durchgeführt worden, um herauszufinden, wo die Leute vor Ort Verbesserungsbedarf sehen. Morgen sind die Sender dran, am vergangenen Freitagnachmittag haben rund 31 Liemker ihre Ideen gesammelt.„Es kann nicht sein, dass ich zum Telefonieren aus dem Haus gehen muss“ Hintergrund dieser Versammlungen ist eine Initiative des Landes zur Förderung der Stadtentwicklung. Insgesamt 80 Millionen Euro sollen an die besten Projektideen NRW-weit verteilt werden. „Das Land hat dabei im Vorfeld offen gelegt, nach welchen Kriterien die Projekte bewertet werden“, sagt Hartmut Lüdeling im Liemker Pfarrheim und erklärt die Punkteskala. Projekte hätten dann eine echte Chance auf Bezuschussung, wenn sie mindestens 60 Punkte erreichen. Mit diesen Informationen ausgestattet, teilen sich die Anwesenden zunächst in zwei Fraktionen auf. Die Erwachsenen füllen unter Leitung von Lüdeling die verschiedenfarbigen Kärtchen aus und arbeiten als positive Merkmale unter anderem die gute Nachbarschaft sowie das rege Vereinsleben heraus und als negativ die Radwege, das Internet und den Dorfplatz. Sie möchten den Dorfplatz verlegen, aus der Schützenhalle eine Begegnungsstätte für Jung und Alt machen (mit einem Dorfbüro), Einkaufsmöglichkeiten in Liemke schaffen, die Radwege auf der Kattenheide und entlang der Liemker Straße sowie Helleforthstraße, Verkehrsberuhigung an der Kaunitzer Straße und der Helleforthstraße sowie am Bachweg und eine Bebauungsplanänderung. Währenddessen betreut Lüdelings Assistentin Darleen Ertelt im Nebenraum die Arbeit der Jugendlichen. Es sind sieben Jungen vom SCW Liemke und zwei Jungen, die über den Mailverteiler der Messdiener von der Bürgerwerkstatt erfahren haben. „Welche Verbesserungen wünscht Ihr Euch in Liemke“, fragt Ertelt, und nach kurzem Zögern kommen die ersten Vorschläge. „Einen Kunstrasenplatz“, sagt ein im Sportanzug des SCW gekleideter Junge. „Ein Fußballtennis-Platz wäre auch nicht schlecht“, schlägt sein Sitznachbar und Mannschaftskollege vor. Im Bereich „Sport“ wünschen sich die Jugendlichen auch eine Vergrößerung und Verbesserung der Sporthalle. Klare Vorstellungen haben sie auch zum Thema „Infrastruktur und Verkehr“. Sie wollen ein schnelleres Internet und ein besseres Handynetz. „Es kann nicht sein, dass ich zum Telefonieren aus dem Haus gehen muss, um guten Empfang zu haben“, sagt einer von ihnen. Bessere Fahrradwege, eine großzügige Straßenbeleuchtung, Zebrastreifen im Bereich der Kirche und an anderen wichtigen Überwegen sowie eine optimale ÖPNV-Verbindung sind weitere Anregungen, die die Jugendlichen auf die grünen Karten schreiben. „Falls es mit Bussen nicht klappt, könnte ja eine Art Jugendtaxi eingeführt werden“, schlägt Maximilian Anselm vor. „Sollte das alles nicht klappten, müssten zumindest die Bustickets bezogen auf Alter und Fahrzeiten erweitert werden“, fordert Nils Dessloch. Als nächstes meldet sich David Brokherm zu Wort: „Es wäre gut, wenn wir in Liemke eine bäuerliche Genossenschaft zur Vermarktung der heimischen Produkte gründen könnten.“ Ziel müsste es sein, dass diese in den örtlichen Supermärkten noch mehr und noch besser zum Kauf angeboten werden. „Oder es entsteht ein eigener Dorfladen dafür“, sagt ein anderer. All diese Vorschläge systematisieren die Jugendlichen auf vier Plakaten und stellen sie zum Schluss der Bürgerwerkstatt bei der Präsentation vor. Maximilian Anselm, Nils Dessloch und David Borkherm können sich sogar vorstellen, als drei von acht Liemker Delegierten an den fünf Bürgerforen teilzunehmen, die im Rathaus von Ende März bis Mitte Juli stattfinden werden. Hier sollen nämlich alle Ergebnisse diskutieren und weiterentwickelt werden, die in den Ortsteilen zusammengetragen wurden. „Ich fand diese Ideenwerkstatt sehr gut“, sagt Nils Dessloch, „und bin auf die Weiterarbeit sehr gespannt.“ David Borkherm ergänzt: „Es wäre cool, wenn auch in Sende viele Jugendliche beteiligt werden und wir insgesamt eine starke Stimme bei den Bürgerforen bekommen.“

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