Gütersloh Interview: Wie die Stasi Spitzel rekrutierte

Georg Herbstritt ist Historiker bei der Stasi-Unterlagenbehörde in Berlin

Herr Herbstritt, wie wurden West-IM geworben? Georg Herbstritt: Die Stasi nutzte dafür alle zur Verfügung stehenden Mittel und Wege. Sie schickte zum einen klassische Werber in den Westen, die nach potenziellen Agenten Ausschau hielten. In viel größerem Maße wurden allerdings familiäre Beziehungen und die Tatsache genutzt, dass viele Westdeutschen ihre Verwandten in der DDR besuchen wollten. Systematisch wurden die Daten der einreisenden BRD-Bürger danach analysiert, bei wem sich die Anwerbung lohnen könnte. Interessant waren beispielsweise Polizisten, Mitarbeiter aus Verwaltungen, Wirtschaft, aber auch Studenten und Personen aus Forschung, Militär oder Politik. Nikolaus B. aus Verl sollte angeworben werden. Welche Rolle spielten Studenten? Herbstritt: Universitäten waren wichtig...

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