Zusammen gesammelt: Peter Menzel hat diese Krippe zusammen mit seiner Frau Jahr für Jahr auf dem Weihnachtsmarkt in Eckardtsheim gesammelt. Eine zweite Krippe, die die Familie Menzel ausstellt, hat er aus Indien mitgebracht. - © Patrick Herrmann
Zusammen gesammelt: Peter Menzel hat diese Krippe zusammen mit seiner Frau Jahr für Jahr auf dem Weihnachtsmarkt in Eckardtsheim gesammelt. Eine zweite Krippe, die die Familie Menzel ausstellt, hat er aus Indien mitgebracht. | © Patrick Herrmann

Schloß Holte-Stukenbrock Die Welt der Krippen

Ausstellung: Im Jugendheim werden zum 17. Mal Krippen ausgestellt

Patrick Herrmann

Schloß Holte-Stukenbrock. "Das habe ich alles selbst gesammelt", berichtet Luise Schröder. "Nichts Gekauftes ist dabei." Das Häuschen hat sie aus Rinden und Wurzeln gebastelt, die sie im Wald gefunden hat. Die Figuren musste sie allerdings zusammensuchen, meist auf Flohmärkten. Das Kamel stammt aus Israel, dort hat es Luise Schröder vor fünf Jahren erstanden. Einige Engel "hat meine Schwester gegossen". Viele Krippen haben solch persönliche Hintergrundgeschichten. So eine Geschichte hat auch Poh Chee Menzel zu erzählen. "Ich bin selber keine Christin, aber ich finde die Tradition schön", sagt sie. Auf der Ausstellung stehen zwei ihrer Krippen. Krippe auf dem Dachboden gefunden Ihr Mann Peter hat eine Krippe aus einer evangelischen Kirche in Indien mitgebracht. "Eine Krippe ist schwierig zu finden in hinduistischen Gebieten", erzählt er. Eine weitere ausgestellte Krippe ist das "Happy End" einer langen Geschichte. Die aus Holz gesägte, schwarze Krippe stand jahrelang unter dem Weihnachtsbaum des Ausstellers. Dann kam sie abhanden. Jahre später fand der Aussteller die Vorlage auf dem Dachboden wieder und präsentiert nun seine neue, alte Krippe. Unter den knapp 70 Krippen, die die Veranstalter Manfred und Roswitha Robrecht zusammengestellt haben sind aber auch einige ungewöhnliche, fast ulkige Krippen. Eine Krippe besteht nur aus Filzfiguren, andere sind gemalt oder als Adventskalender gestaltet. Ganz besonders ist eine "Kinder"-Krippe. Die Krippe ist aus Spielzeugen aus Überraschungseiern in Italien entstanden. Sie ist eine von etwa 15 Krippen, die den Weg aus Bückeburg nach Stukenbrock gefunden haben und gehört Pfarrer Ingo Röder. Er ist seit Jahren mit dem Ehepaar Robrecht befreundet und stellt jedes Jahr eine große Zahl an Krippen aus. Ihm gehört auch eine Krippe aus norwegischen Steinen, die er mit Hilfe eines Schnitzers gefertigt hat. Es ist nicht unüblich, mehrere Krippen zu haben, auch wenn die Sammlung des Pfarrers sehr groß ist, weiß Manfred Robrecht. "Es sind viele Leute, die Zuhause nicht nur eine Krippe haben. Der Trend geht zur Zweit- oder Drittkrippe." Dabei sei nur eines wichtig. "Auf jeden Fall die heilige Familie. Jesus, Maria und Josef, das ist der Kern, alles andere ist Schmuck", erklärt Roswitha Robrecht. Die 17. Krippenausstellung im Stukenbrocker Pfarrheim ist wieder ein Erfolg. "Wir freuen uns darüber, dass sich so viele Menschen anstecken lassen", sagt Manfred Robrecht. Schließlich lasse man andere in "sein Weihnachtszimmer" schauen. Das wird auch im nächsten Jahr wieder möglich sein, denn nach der Ausstellung haben sich wieder mehr als 20 Aussteller für das nächste Jahr angemeldet.

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