Spannend: Pianistin Natalia Gamper hat nach der Aufführung noch Zeit und erklärt den Kindern, wie der Flügel funktioniert. Die Kinder staunten und hatten dann noch einen Liedwunsch: "Alle meine Entchen". - © Julia Vorreiter
Spannend: Pianistin Natalia Gamper hat nach der Aufführung noch Zeit und erklärt den Kindern, wie der Flügel funktioniert. Die Kinder staunten und hatten dann noch einen Liedwunsch: "Alle meine Entchen". | © Julia Vorreiter

Schloß Holte-Stukenbrock Weihnachtsmusik für alle Sinne

Glanzlicht: Musiker von "Fidolino" nehmen ihre jungen Zuschauer mit auf eine wunderbare Reise

Julia Vorreiter

Schloß Holte-Stukenbrock. "Über Berg und Tal" rasen ein Schneemann und ein Junge auf einem Motorrad davon. Das erzählt Ulrich Holle alias "Der Weihnachtsmann" auf der Bühne in der Aula des Gymnasiums. Ihm hören Kinder gebannt zu, wenden kaum den Blick von der Bühne. In der städtischen Kulturreihe "Glanzlichter" geht es an diesem Tag um ein Wintermärchenkonzert. Und das bedient viele Sinne. Hinter dem Weihnachtsmann ist ein Bild von der rasanten Fahrt vom Schneemann und seinem menschlichen Freund projiziert. Das Klavier stimmt an. Der flotte Minutenwalzer von Frédéric Chopin macht die Vorstellung von dem Erlebnis perfekt. Das Publikum fiebert mit. Kurz zuvor haben der Schneemann und der kleine Junge zur Musik einer Spieldose getanzt. Claudia Runde zeigt ihrem jungen Publikum, wie das geht. Mechanisch streckt sie erst ihren linken und dann ihren rechten Arm heraus. Zum Schluss beide zur gleichen Zeit. Jetzt sind die Kinder aus dem Publikum dran. Gemeinsam mit Claudia Runde tanzen sie zu "Die Spieldose" von Howard Blake. Musikalisch begleitet werden sie von Geigenspielerin Johanna Kölle, Thomas Krügler mit Fagott und Natalia Gamper am Klavier. Claudia Runde selbst spielt Querflöte. Weiter geht die Reise des kleinen Jungen und seiner frostigen Begleitung. Nach der rasanten Fahrt mit dem Motorrad erreichen sie eine Lichtung. Dort haben sich jede Menge Schneemänner versammelt. "Gleich beginnt der Tanz der Schneemänner", verkündet nun der Weihnachtsmann. Und schon stimmen die Musiker das Lied "Tanz der Schneemänner" von Howard Blake an. Ein Bild tanzender Schneemännern erscheint nun auf der Bühne. Irgendwann endet jeder schöne Ausflug. Die beiden ungleichen Freunde müssen sich zurück auf den Heimweg machen. "Ade, mein Lieber", sagt der Schneemann. Beim nächsten Lied "Morgen, Kinder, wird's was geben" singen alle mit. "Ihr habt auch ein Instrument mit", sagt Claudia Runde und zeigt auf ihren Hals - die Stimme. Und die setzen die Kinder schließlich ein, um ihrerseits den Weihnachtsmann zu verabschieden. Instrumente zum Anfassen gibt es nach dem Konzert. Die Mädchen und Jungen dürfen nah ran, um sich Geige, Fagott, Klavier und Querflöte anzusehen. Die Musiker erklären auf einfache Weise, wie das Instrument funktioniert. Staunend betrachten die Kinder die kompliziert gebauten Musikinstrumente. Viele haben noch nie einen Flügel von innen betrachtet oder wussten, dass Geigen eine Schnecke haben. Musik mit allen Sinnen zu erleben, das gehört zum Konzept der "Fidolino"-Konzerte. Claudia Runde erklärt, dass es wichtig sei, dass das Konzert nicht länger als eine Stunde dauere. Dann lasse die Konzentration nach. Die Fidolino-Musiker möchten Kindern klassische Musik auf eine attraktive Weise vermitteln. "Bis zum achten Lebensjahr kann man die Kinder noch erreichen", sagt Runde. Bis dahin seien sie noch offen für jede Musikrichtung. Auch Klassik.

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