Kam gut an: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus sprach während der Veranstaltung der Firma Happe über "Lust auf Zukunft" und verstand es, das Interesse seiner mehr als 300 Zuhörer wach zu halten. - © Sibylle Kemna
Kam gut an: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus sprach während der Veranstaltung der Firma Happe über "Lust auf Zukunft" und verstand es, das Interesse seiner mehr als 300 Zuhörer wach zu halten. | © Sibylle Kemna

Schloß Holte-Stukenbrock Festkundgebung auf Pollhans mit prominentem Redner

Mehr als 300 Gäste beim Frühschoppen im Zelt

Sibylle Kemna

Schloß Holte-Stukenbrock. Er hat sich etabliert, der Happe-Frühschoppen auf Polle, der mit politischen Festrednern, Musik und Kabarett eine bunte Mischung bietet, die gut ankommt. So auch am Sonntag im Festzelt "Déjà-vu". Zur vierten "Festkundgebung" der Firma Happe kamen mehr als 300 Kunden, Freunde und Mitarbeiter, und das strahlende Wetter hob die Stimmung. Dazu trugen auch die fröhlichen und beschwingten Weisen bei, die der Musikverein "Cäcilia" aus Ostenland unter der Leitung von Kapellmeister Jürgen Hunke präsentierte. "Sie müssen sich das anhören, auch im Namen meiner Leute" Diese gab Hunke für ein Musikstück allerdings ab an Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, nachdem er Happe-Prokurist Georg Winter ein Ständchen zum Geburtstag gespielt hatte. Denn es sei ein geheimer Wunsch des Bürgermeisters, einmal eine Kapelle zu dirigieren, sagte Winter. Auch wenn er am Morgen erst um halb fünf ins Bett gekommen war, machte Erichlandwehr seine Sache recht überzeugend. Um halb fünf komme er gelegentlich auch ins Bett, erklärte Festredner Ralph Brinkhaus. Der Bundestagsabgeordnete berichtete, das sei zum Beispiel vergangene Woche so gewesen bei den Bund-Länder-Verhandlungen. Da benötige man Durchhaltevermögen, das er dem Bürgermeister auch attestierte. "Auch wenn Pollhans keine Arbeit ist", meinte er grinsend. Geschäftsführer Ulrich Helmut Happe hatte einleitend erklärt, er halte solche Veranstaltungen für wichtig, um "den Politikern eine Bühne zu geben, ihre Ideen zu multiplizieren". Dass das keine Einbahnstraße ist, machte Happe kurz darauf klar, als er die Insolvenzordnung anprangerte. "Die treibt uns Mittelständler in den Ruin", betonte Happe. Dass ein Insolvenzverwalter nachträglich vor Jahren beigetriebene Zahlungen zurückfordern könne, sei eine Katastrophe für die mittelständische Wirtschaft. Dies habe er vor einem Jahr bereits Festredner Carsten Linnemann erklärt, worauf dieser gesagt habe: "Das wusste ich gar nicht", berichtete der Geschäftsführer und wandte sich an Brinkhaus: "Sie müssen sich das anhören, auch im Namen meiner Leute." Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion nahm den Ball auf und meinte: "Herr Happe, Ihre Intervention vor einem Jahr hat sich gelohnt. Das hat Herrn Linnemann wohl nachhaltig beeindruckt". Dieser sei auf jeden Fall, wie die meisten Christdemokraten inzwischen, gegen die Insolvenzordnung. "Das ist eine ganz blöde Sache", sagte Brinkhaus und versicherte Happe: "Ich kann Sie beruhigen, wir sind dabei, das zu ändern, das werden wir noch in dieser Legislaturperiode erledigen." "Wer baut, hat Lust auf Zukunft", meinte Brinkhaus und betonte, man müsse das Bauen gerade für junge Familien billiger machen und zum Beispiel die Grunderwerbssteuer senken. Er wandte sich auch gegen die zunehmende Bürokratiebelastung des Mittelstandes und die Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes, wonach die Angestellten nicht mehr als 48 Stunden in der Woche arbeiten dürfen, auch wenn sie es wollen und es gerade pressiert. "Kontrollieren wir da nicht zu viel, behindern wir nicht die Wirtschaft", gab der Bundestagsabgeordnete zu bedenken und wandte sich vehement gegen die Schwächung der dualen Berufsausbildung. "Die ganze Welt ist neidisch auf dieses Modell, das dürfen wir nicht aushöhlen." Nach diesem politischen Input sorgte Feuerwehrmann Uli für Gelächter. "Witze marsch" hieß sein Programm, und er hatte viele davon auf Lager.

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