Das zerstörte Paderborn 1945: Wo einst das Hotel Kaiserhof stand, befindet sich heute das Bonifatiuswerk. - © privat
Das zerstörte Paderborn 1945: Wo einst das Hotel Kaiserhof stand, befindet sich heute das Bonifatiuswerk. | © privat

Schloß Holte-Stukenbrock Rhythmus-Filmtheater zeigt Paderborn-Dokumentation

Nachkriegszeit: Die Filme über die Jahrzehnte nach 1930 sind eine Mischung aus Erzählungen von Zeitzeugen, Einblendungen von historischem Bildmaterial und der professionellen Verfilmung von Schlüsselszenen

Sabine Kubendorff

Schloß Holte-Stukenbrock. Das Rhythmus-Filmtheater erweitert sein Programmspektrum mit den Paderborn-Filmen "Geschichten einer Generation" und "Die wilden Jahre?!", zu sehen am 5. und 6. März in der Aula der Realschule. Die Dokumentationen von Julian Jakobsmeyer wollen eine Brücke schlagen, damit die jüngere Generation die ältere besser verstehen lernt und umgekehrt. GESCHICHTEN EINER GENERATION Paderborn, März 1945: Der Dom steht in Flammen. Tausende von Sprengbomben und mehrere hundert Luftminen werden über der Paderborner Altstadt abgeworfen. Die darauf folgenden Druckwellen reißen Dächer auf, die noch im selben Moment durch Brandstäbe Feuer fangen. Paderborn brennt. 85 Prozent der Bausubstanz Paderborns werden im Zweite Weltkrieg durch Bombardierungen zerstört. Im Verhältnis zur Größe war Paderborn die meist zerstörte Stadt Deutschlands und trotzdem baute man sie in kürzester Zeit wieder auf. Auch jetzt, mehrere Jahrzehnte nach der Katastrophe, gibt es noch Zeitzeugen, die den Krieg in Paderborn miterlebten. Diese Menschen haben Unglaubliches erlebt und waren bei historischen und geschichtlichen Ereignissen mit dabei. Sie haben viel zu erzählen, worüber nachfolgende Generationen nur staunen. DIE WILDEN JAHRE?! Paderborn in den 60er und 70er Jahren. Zeitzeugen schildern ihre jungen Jahre als wilde und freie Jahre: im Elternhaus, bei der Arbeit, auf der Piste, in Kneipen und im Partykeller. Den Wiederaufbau des zerstörten Paderborns in den 50ern und die rasante Entwicklung zur Großstadt bis Mitte der 80er Jahre dokumentieren private Schmalfilme und historische Fotos. Diese Zeitdokumente illustrieren auch den Wirtschaftswunderboom und die neue Konsumfreudigkeit. Der erste Film wird am 5. März ab 15.50 Uhr gezeigt, der zweite ab 17.50 Uhr und am 6. März ab 13.50 Uhr.

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