Draufsänger: Das A-cappella-Sextett, bestehend aus Uwe Winninghoff (h.l.), Achim Bodde, Heiko Brune, Benedikt Steinfeld, Martin Schneider und Martin Kleine, begeistert mit seiner Stimmen. - © Julia Vorreiter
Draufsänger: Das A-cappella-Sextett, bestehend aus Uwe Winninghoff (h.l.), Achim Bodde, Heiko Brune, Benedikt Steinfeld, Martin Schneider und Martin Kleine, begeistert mit seiner Stimmen. | © Julia Vorreiter

Schloß Holte-Stukenbrock Nur Stimmen, keine Instrumente – trotzdem tolle Musik

Glanzlicht: A-cappella-Sextett „Draufsänger“ überzeugt mit Pop, Rock und Witz in der Aula am Gymnasium. „Bei a cappella merkt man, was der Sänger wirklich kann“, findet Carin Berger.

Patrick Herrmann

Schloß Holte-Stukenbrock. Das Sextett „Draufsänger" gab in der Aula am Gymnasium ein beeindruckendes A-cappella-Konzert. Nur mit ihren Stimmen schafften sie es, die Aula mit Klang zu füllen. Keine Unterstützung durch Instrumente, allein das Wissen um die eigenen Stärken im Gesang. Keine Überraschung ist daher ihr Motto. „Alles, was man singen kann", das wird auch gesungen. Pop, Jazz oder Rock, kein Stil ist in der Aula am Gymnasium vor den Draufsängern sicher. Damit konnten die Draufsänger überzeugen. Von bekannten Liedern wurde die Melodie genommen und der Text ersetzt. Milows „You and Me" dichteten die Sänger aus Osnabrück und Bielefeld zur „Melodie" um. „Hier zählt nur die Melodie" sang der Student Martin Kleine. Bei Peter Gabriels „Book of Love" blieben die Draufsänger dem Originaltext treu. Auch dieses Stück fand bei den Besuchern großen Anklang. Die Inszenierung der Stücke war dabei immer ähnlich und doch jedes Mal wieder originell. Ein Intro von einem der sechs Sänger, oft aus dem Off, gesprochen, dann wurde losgeschmettert. Ein Beispiel: „Genießen Sie nun das Klischee. Qualitätszeit aus der Paartherapie. Qualitätszeit definieren beide Geschlechter unterschiedlich." Die Draufgänger setzten ein. „Der Alltag hat mal Pause", singen sie. „Solange du da bist, fühle ich mich sehr geborgen und zu Hause." Viele Arrangements sprachen von alltäglichen Situationen, meist witzig oder leicht überhöht. Das Publikum lachte viel und beherzt. Interaktionen von Publikum und Sänger, das ist der Job Heiko Brune. Der Sänger streift durch die Reihen der Zuschauer und sing sie direkt an. „Schade, dass es so leer ist", sagt Zuschauer Norbert Sturm. Den sechs Sängern scheint das wenig auszumachen. „Ein kleiner Rahmen ist schön, da fühlen wir uns wohl", erklärt der Musiklehrer Martin Schneider. Vor 140 Gäste in einer entspannten Atmosphäre schaffen es die sechs Sänger trotzdem die Zuschauer immer wieder mit einzubeziehen. Den Zuschauern gefiel es. „Ich höre ganz gerne A-cappella-Musik", sagt Carin Bergen. Das sei nicht für jeden etwas, aber „bei a cappella merkt man, was der Sänger kann". Die Draufsänger gibt es erst seit 2014. Trotzdem feiern die Sänger 2017 ihr 25-jähriges Jubiläum. Denn seit 1992 machte die Vorgängergruppe „Bon Timbre" (Guter Klang) auf sich aufmerksam. Bis 2014 gab es jedoch einige Umbesetzungen. So dass es mittlerweile mehr ehemalige Sänger als Aktive gebe, berichtet Martin Schneider lachend.

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