SCHLOß HOLTE-STUKENBROCK Berufstätigen Eltern eine Last nehmen

Keine Zeit für Langeweile – das Ferienangebot für Kinder und Jugendliche ist in der Stadt vielfältig

VON ASTRID PLASSHENRICH
Die Mädchen und Jungen der Offenen Ganztagsschule und der Randstundenbetreuung genießen die Ferien in der Schule. - © FOTO: ASTRID PLASSHENRICH
Die Mädchen und Jungen der Offenen Ganztagsschule und der Randstundenbetreuung genießen die Ferien in der Schule. | © FOTO: ASTRID PLASSHENRICH

Schloß Holte-Stukenbrock. Die meisten Kinder meiden in den Ferien auch nur den Dunstkreis ihrer Schule. Doch 42 Mädchen und Jungen der Offenen Ganztagsschule und der Randstundenbetreuung der Pollhans-, Grauthoff- und Michaelschule haben zurzeit gehörigen Spaß, auf dem Pausenhof zu toben oder in einem Schulraum zu malen, basteln oder zu spielen. Trotz der Ferien.

"Die Kinder genießen es, hier zu sein", sagt Claudia Gerndt-Auen. "Sie unterscheiden sehr genau zwischen der Schule und dem Bereich der OGS." Die Mädchen und Jungen haben in der Pollhansschule mit dem weitläufigen Pausenhof mit Schaukeln, Klettergerüst und Fußballtoren optimale Möglichkeiten, ihre freie Zeit zu verbringen, wenn ihre Mütter und Väter arbeiten müssen.

Denn für viele Eltern bedeuten sechs Wochen Sommerferien nicht nur Urlaub, sondern auch Stress. Wo bringe ich mein Kind unter? Wer kann es betreuen? Schließlich haben die meisten Arbeitnehmer keine 45 Tage am Stück frei. Natürlich: Oma und Opa helfen gerne aus. Sicherlich: Die Kinder können den ein oder anderen Tag bei Freunden verbringen. All das ist kein Problem. Aber das bedeutet auch gleichzeitig: organisieren, telefonieren, Zeiten absprechen. Und all das neben dem Beruf, neben dem Haushalt und neben all den anderen Verpflichtungen. Die Kinder fühlen sich dabei oft hin- und hergeschoben. Die Kirchen, Schulen oder Sportvereinen helfen berufstätigen Eltern, eine konstante Ferienbetreuung zu finden.

Claudia Gerndt-Auen betreut zusammen mit vier weiteren Mitarbeiterinnen die 42 Mädchen und Jungen in den ersten beiden Ferienwochen in der Pollhansschule. Die Ganztagsschüler nehmen das Angebot von 7.30 bis 16.30 Uhr wahr, die Kinder der Randstundenbetreuung bis 13.30 Uhr. "Wir kooperieren mit der Grauthoff- und der Michaelschule, in deren Räumen die weiteren vier Ferienwochen die Betreuung stattfindet", erklärt Gerndt-Auen.

Um das Angebot während der Urlaubszeit in Anspruch nehmen zu können, müssen die Kinder in eine der drei Grundschulen gehen und in der OGS oder der Randstundenbetreuung angemeldet sein.

Die Zahl der zu betreuenden Kinder variiert während der Ferienzeit. Manche seien zwei, andere vier oder sechs Wochen da. Langweilig wird ihnen aber nicht. Denn das Programm ist für die Kinder abwechslungsreich. Es reicht vom Geocaching, einer GPS unterstützten Schnitzeljagd, bis hin zu traditionellen Waldtagen, die von kommenden Dienstag bis Donnerstag im Holter Wald stattfinden werden. "Die Kinder sind aber auch mal froh, wenn sie mit ihrer Zeit machen können, was sie möchten, und es kein Programm gibt", sagt Claudia Gerndt-Auen. Sie haben einen großen Bewegungsdrang und wollen viel spielen.

Die Eltern seien dankbar, dass es eine Ganz- oder Halbtagsbetreuung für ihre Kinder gibt. Das bestätigt auch Rebekka Jakobi, Leiterin des Jugendcafés im Pfarrer-Rüsing-Haus. Sie bietet zusammen mit ihren Mitarbeitern in der dritten Augustwoche eine Ferienbetreuung für Kinder von sechs bis zwölf Jahren täglich zwischen 8 und 15 Uhr an. "Berufstätige Eltern rufen gezielt bei uns an, wenn sie von dem Angebot erfahren", berichtet Rebekka Jakobi. Bisher seien 15 Anmeldungen eingegangen. "Das ist eine gute Resonanz, da wir höchstens 18 bis 20 Mädchen und Jungen betreuen können." Über das Programm wird spontan entschieden. "Wir haben einiges vorbereitet, richten uns aber nach dem Wetter."
Brigitte Wicker hat in diesem Jahr von keinen Eltern gehört, dass ihr Kind eine Betreuung während der Ferien braucht. Sie ist Erzieherin im Katholischen Kindergarten St. Ursula. "Es ist selten, dass Väter oder Mütter wegen einer Ferienbetreuung bei uns anfragen. Und wenn, kümmern wir uns gerne um Plätze in anderen Kindergärten unserer Stadt an", sagt Wicker.

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