Sieger und Platzierte kommen bei der spannenden Preisvergabe auf der Niebelschen Bühne zusammen. Stolz hält vorne das Duo "Western Sunset" die Urkunde in Händen. Ebenso wie neben ihnen die Bandsieger von "Shadow Creek Ramblers". - © FOTO: KARIN PRIGNITZ
Sieger und Platzierte kommen bei der spannenden Preisvergabe auf der Niebelschen Bühne zusammen. Stolz hält vorne das Duo "Western Sunset" die Urkunde in Händen. Ebenso wie neben ihnen die Bandsieger von "Shadow Creek Ramblers". | © FOTO: KARIN PRIGNITZ

SCHLOSS HOLTE-STUKENBROCK Chancen beim Country-Casting

Fast 50 Bands, Duos und Solisten buhlen um die Gunst der Jury

VON KARIN PRIGNITZ

Schloß Holte-Stukenbrock. Bei der Nominierung für den Deutschen Comedypreis 2011 war er vorne mit dabei. Jetzt eroberte Andreas Ocsar auch bei der ersten "Country-Music-Trophy" im "American Store Niebel" Bühne und Herzen seiner Fans. Mit deutsch gesungenen Schlager-Countrysongs, toller Stimme, guter Präsenz und ganz viel Gefühl heimste Oscar, der unüberhörbar auf den erfolgreichen Spuren Keith Urbans wandelt, die meisten Punkte als Solokünstler ein.

Die erst 16-jährige Alina Potthoff aus Schloß Holte-Stukenbrock belegte den zweiten, "Codey" den dritten Platz. Insgesamt 47 Interpreten traten in den Kategorien Band, Duo und Solokünstler an. Gesang, musikalische Qualität, Songauswahl, Outfit und Bühnenpräsenz, all diese Kriterien legte die Jury bei ihrer Bewertung zugrunde. Von 0 bis 10 Punkten reichte die Skala, in der sich die Teilnehmer bewegten. Für viele stand aber nicht in erster Linie der Sieg im Vordergrund, sie freuten sich, überhaupt einmal im Rampenlicht stehen zu können.

"Viele haben kaum Möglichkeiten aufzutreten", bestätigte Barbara Clarke von der Oerly-Musikschule in Oerlinghausen. Sie hatte sich um die gesamte Organisation des Castings gekümmert, das trotz der stetigen Bandwechsel wie am Schnürchen lief. Da konnte Hausherr Thorsten Niebel nur den Hut ziehen. "Aller Bammel war unbegründet", die Erleichterung sei umso größer gewesen. "70 Prozent der Teilnehmer kenne ich gar nicht", bestätigte Niebel. "Das ist auch für uns faszinierend" und ein guter Schritt, wie Barbara Clarke ergänzte, "die Szene zu vergrößern".

Dass einige Bands der Konkurrenz einen deutlichen Schritt voraus waren, war dann auch nicht zu überhören. Letztlich aber machte gerade die Vielfalt das Country-Casting so spannend. Markige Sprüche à la Dieter Bohlen brauchte niemand zu fürchten. Die Jury mit Barbara Clarke, DJ Tina Meyer sowie Carsten Huhn und Ben Hensdiek von "GTownMusic OWL", die sich um die Nachwuchsförderung kümmern, sowie Vertretern des Bielefelder Easend-Studios setzten viel mehr auf Motivation.

Die brauchte Rockröhre Iris Kulinna aus Stukenbrock von "No Talent" kaum, von ihrer Band wünschten sich die Juroren allerdings ein bisschen mehr Feuer. Dass Country-Music in den Herzen brennt, wissen die Interpreten von "Dusty Boots" längst. Entsprechend spritzig, voller Gefühl, Lebensfreude und Harmonie waren ihre Songs. Drei durfte jeder Interpret vorstellen. Klassisches war dabei, etwa von den "Texas Roses", aber auch New Country. "Lukes Luck" hatte seine tanzenden Western-Girls dabei, "The Drumbiker" Günter Strüh die Musikanlage in einem Motorrad verstaut. "Joe Harper & Angie" überzeugten mit Dynamik und starker Stimme. Dann waren da noch die "Flying Turtles" mit dem Schloß Holter Schlagzeuger Thomas Exner, die alte Songs nach ihrer Art covern und die "Churchtown Cowboys", die später noch für Stimmung bei der Aftershow-Party sorgen.

Die große Country-verrückte Familie habe "dieses gewisse Etwas", meinte Besucherin Kerstin Kellner. "Freiheit, den Alltag vergessen, Freundschaft, diese Szene ist einmalig." Einmalig soll das Country-Casting nicht bleiben. Im kommenden Jahr ist an eine Wiederholung gedacht.

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