Gründung der Regiopolregion Paderborn: Die Vertreter von 30 Kommunen stellen sich zum Foto. Mit dabei ist Bürgermeister Hubert Erichlandwehr aus SHS. Er steht in der obersten Reihe (4. v. r.). - © Lea Giesen/Stadt Paderborn
Gründung der Regiopolregion Paderborn: Die Vertreter von 30 Kommunen stellen sich zum Foto. Mit dabei ist Bürgermeister Hubert Erichlandwehr aus SHS. Er steht in der obersten Reihe (4. v. r.). | © Lea Giesen/Stadt Paderborn

Schloß Holte-Stukenbrock Welche Leistungen das Rathaus SHS auch online anbieten will

E-Government: Wie die Stadtverwaltung die elektronische Kommunikation innerhalb des Rathauses und mit den Bürgern einsetzen wird. Und wie dennoch bisherige Verfahrensweisen erhalten bleiben sollen.

Schloß Holte-Stukenbrock. Per Computer, Smartphone oder Tablet mit der Stadtverwaltung zu kommunizieren, soll für die Bürger einfacher werden. Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses informierten sich jetzt über die Möglichkeiten. E-GOVERNMENT „Sie buchen Ihren Urlaub ja auch online“ – diesen Satz stellte Dirk Schweikart vom kommunalen IT-Dienstleister „regio iT“ seinem Vortrag im Haupt- und Finanzausschuss zum Thema „E-Government“ voran. „Was für ein schreckliches deutsches Wort“, klagte CDU-Fraktionssprecher Jürgen Gärtner. Nun ja. Das deutsche Wort für E-Government heißt Elektronische Regierung. Gemeint ist der verstärkte Einsatz elektronischer Medien und moderner Technik, zum Beispiel im Rathaus. Bürger müssen nicht mehr zum Rathaus traben, um die Sperrmüllabfuhr zu bestellen und zu bezahlen. Sie können das auch elektronisch tun. Um nur ein Beispiel zu nennen. Die „regio iT“ hat für SHS eine Strategie entwickelt, wie die Stadt zum einen gesetzliche Vorschriften, die Land und Bund erlassen haben, erfüllen und zum anderen die elektronische Kommunikation innerhalb des Rathauses verbessert werden kann. Das ist im März in einem Workshop zusammen mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung besprochen worden und soll im Herbst fortgesetzt werden. Bis zum Jahr 2021 wird die Umsetzung (vorläufig) abgeschlossen sein. CDU-Ratsherr Jürgen Gärtner mahnte allerdings, auch an die ältere, weniger IT-affine Generation zu denken und traditionelle Verfahren weiterhin parallel anzubieten. Martin Wildemann (CSB) ergänzte: „Wir müssen das eine tun, ohne das andere zu lassen.“ BÜRGER-APP Via App auf dem Smartphone defekte Straßenbeleuchtung oder Stolperfallen auf dem Gehweg an die Stadt melden, Öffnungszeiten des Rathauses oder des Hallenbades nachlesen oder den Terminplan der Veranstaltungsreihe „Glanzlichter“ aufrufen. So stellt sich die FDP das neue Serviceangebot vor, das es aber so nicht geben wird. Wie jetzt im Haupt- und Finanzausschuss beschlossen wurde, soll vielmehr die Homepage der Stadt verbessert und ein entsprechender Service ermöglicht werden. Beauftragt wird damit der kommunale Dienstleister „regio iT“, der sich konkret auch darum kümmern soll, dass die zurzeit schlechte Suchfunktion optimiert und ein Erinnerungsservice für die Müllabfuhr angeboten wird. Außerdem wird geprüft, ob dem Vorbild der Stadt Halle gefolgt werden kann, die den städtischen Haushaltsplan als interaktives Modell auf ihrer Homepage anbietet. Für eine App auf dem Smartphone oder dem Tablet konnte sich die Mehrheit der Politiker im Haupt- und Finanzausschuss nämlich nicht erwärmen. Der App-Hype sei vorbei, sagte beispielsweise Bürgermeister Hubert Erichlandwehr. Derzeit werde vielmehr entmüllt. Und Bruno Reinke, Fraktionssprecher der Grünen, hatte recherchiert, dass es 100.000-Einwohner-Städte gebe, wo die städtische App nur 500-mal heruntergeladen worden sei. REGIOPOLE Schloß Holte-Stukenbrock ist Ende April der Regiopolregion Paderborn beigetreten, und jetzt umschmeichelt auch die Stadt Bielefeld SHS. Dafür hat Oberbürgermeister Pit Clausen seinen Amtskollegen Hubert Erichlandwehr in sein Rathaus eingeladen (Erichlandwehr: „Das erste Mal in meiner Amtszeit“). Zwar beteiligt sich SHS bereits an dem Bielefelder Konzept, ein Alltagsradwegenetz für Pendler zu schaffen, aber darüber hinaus besteht offenbar kein Interesse an einer engeren Zusammenarbeit. Paderborn hingegen setzt auf möglichst flächendeckende Digitalisierung. Laut Internetlexikon Wikipedia versteht man unter dem Begriff Regiopolregion die Einheit aus der Kernstadt und ihrem Verflechtungsraum. Der richte sich nicht nur nach Stadtgrenzen, sondern vor allem nach der Lebenswirklichkeit seiner Bewohner.

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