Protestieren: Peter Sielhorst (v. l.), Christel Jentzsch, Matthias Schramm, Uwe Domres, Desanka Forcan-Jost, Heike Domres, Guido Fuhrmann, Heimke Heims und Manfred Herzog von der SPD. - © Sigurd Gringel
Protestieren: Peter Sielhorst (v. l.), Christel Jentzsch, Matthias Schramm, Uwe Domres, Desanka Forcan-Jost, Heike Domres, Guido Fuhrmann, Heimke Heims und Manfred Herzog von der SPD. | © Sigurd Gringel

Schloß Holte-Stukenbrock Bürger protestieren weiterhin gegen Wahl & Co.

Gewerbe- und Industriegebiet:Ein Logistikunternehmen gehört nicht an den Kreuzkrug, das finden die Mitglieder der SDP und der Grünen. Anwohner wollen die Ansiedlung verhindern. Sie hoffen auf weitere Unterstützer.

Sigurd Gringel

Schloß Holte-Stukenbrock. Ihr Entschluss steht fest. Einige Bürger wollen nicht aufgeben, gegen die Ansiedlung des Logistikunternehmens „Wahl & Co." am Kreuzkrug zu protestieren. Obwohl sie glauben, dass die Ansiedlung für die Mehrheit der CDU schon beschlossene Sache ist. Die Bürger wollen noch mehr Aufmerksamkeit schaffen; sie finden, dass die möglichen Auswirkungen auf die Lebensqualität der Menschen noch nicht bei allen Bürgern angekommen sind. Ihrer Meinung nach werden es nämlich nicht nur die Menschen im benachbarten Grauthoff-Gebiet spüren, wenn der Logistiker erst einmal seine Lastwagen über den Kreuzkrug schickt, sondern alle. Verstopfte Straßen, mehr Lärm, schlechtere Luft, das sind die Hauptargumente der Protestler. Allerdings liegt das von der Stadt in Auftrag gegebene Verkehrsgutachten noch nicht vor. Das soll am 3. Juli im nächsten Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt werden. Vorher wird der Regionalrat Detmold auch keine Entscheidung über die Änderung des Regionalplans fällen. 7.700 Unterschriften sind notwendig Die Protestler bemängeln zudem mangelnde Transparenz. Die Bezirksregierung hat bereits im Februar auf Anfrage der NW zum Ablauf des Verfahrens erklärt: „Sobald der Vorhabenträger (. . .) die erforderlichen Unterlagen eingereicht hat, muss die Bezirksregierung die Öffentlichkeit (. . .) über die beabsichtigte Regionalplanänderung informieren." Das sei nicht geschehen, sagt Uwe Domres. Er hat, wie berichtet, eine Online-Petition gegen die Ansiedlung des Logistikers gestartet. Sie läuft noch vier Wochen, bislang haben 1.164 Menschen unterzeichnet. 7.700 Unterschriften sind nötig, damit der Regionalrat schriftlich Stellung zu seinen Anmerkungen nehmen muss. Domres weiß, dass er das Ziel nicht erreichen wird. Dennoch wertet er die geleistete Zustimmung als Erfolg. Die Unterzeichner wird er über das weitere Verfahren auf dem Laufenden halten, und er ist sich sicher, dass sie auch an künftigen Aktionen teilnehmen werden. Eine kleine Gruppe von Bürgern trifft sich bereits unregelmäßig zum Austausch. Als Bürgerinitiative will Uwe Domres die Gruppe noch nicht verstanden wissen, eher als lockere Interessengemeinschaft. Die Gruppe will weiterhin Unterschriften sammeln und ihre Bedenken anbringen. Auch ein Bürgerbegehren erwägt sie als Option. Und sie will sich an dem Aktionsmarsch der SPD an diesem Donnerstag beteiligen. Beginn ist um 16 Uhr am Parkplatz der Gaststätte Schniedermann. Auch die Grünen wollen sich beteiligen.

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