Ärzte mit Bürgermeister: Elisabeth Parensen (v. l.), Hendrik Pleuger, Ute Wilbert, Tobias Kochsiek, Friedrich Flege und Bartosz Weiß (vorne) in Blau-weiß und Hubert Erichlandwehr, der – ganz Profi – wegen des Fotos einen zum Ärzte-Outfit passenden dunkelblauen Anzug gewählt hat. - © Sabine Kubendorff
Ärzte mit Bürgermeister: Elisabeth Parensen (v. l.), Hendrik Pleuger, Ute Wilbert, Tobias Kochsiek, Friedrich Flege und Bartosz Weiß (vorne) in Blau-weiß und Hubert Erichlandwehr, der – ganz Profi – wegen des Fotos einen zum Ärzte-Outfit passenden dunkelblauen Anzug gewählt hat. | © Sabine Kubendorff

Schloß Holte-Stukenbrock SHS hat einen neuen Hausarzt

Holter Internisten: Bartosz Weiß (34) ergänzt jetzt das Ärzteteam. Seine Einstellung ist auch eine Auswirkung der neuen Förderrichtlinie der Stadt

Sabine Kubendorff

Schloß Holte-Stukenbrock. Die meisten Hausärzte in SHS nähern sich dem Rentenalter. Nachfolger sind dünn gesät – aber zu finden. Das hat das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) „Holter Internisten" unter Beweis gestellt. Neu im Team ist der 34-jährige Internist Bartosz Weíß, der auch ein klassischer Hausarzt für seine Heimatstadt SHS sein will. Weiß arbeitet zwar schon seit Februar in der großen, stets zukunftsorientierten Praxis an der Bahnhofstraße, wurde aber erst gestern vorgestellt, und zwar auch von Bürgermeister Hubert Erichlandwehr. Der freut sich nämlich darüber, dass die Ende Januar verabschiedete Förderrichtlinie zur Ansiedlung von Hausärzten (siehe Zusatztext) so schnell gegriffen hat. Schon seit fünf Jahren beschäftigt sich die Verwaltung, insbesondere der Bürgermeister, mit den Möglichkeiten, dem drohenden Hausärztemangel entgegenzuwirken. Die Förderrichtlinie entpuppt sich nun als probates Mittel. Die Holter Internisten haben als erste das Angebot der Stadt angenommen, sich mit maximal 25.000 Euro an den nötigen Umbauten und der Einrichtung zu beteiligen. Die erste Etage des Hauses Bahnhofstraße 59 wurde umgebaut und die ehemalige Rechtsanwaltspraxis im Erdgeschoss übernommen. Denn es musste auch für eine weitere neue Kollegin Platz geschaffen werden. Seit April gehört Internistin und Nephrologin Ute Wilbert zum Team. "Es ist so nett hier" Klaus Franke hatte die Praxis 1981 gegründet und war 2009 in den Ruhestand gewechselt. Friedrich Flege war seit 1988 sein Kollege in der Praxis über der Volksbank an der Holter Straße. Flege ist heute noch dabei, Elisabeth Parensen seit 1998, Hendrik Plöger stieß 2007 hinzu, Tobias Kochsiek 2012. Nun also Bartosz Weiß und Ute Wilbert. Die 50-Jährige hat bislang in einem MVZ in Bielefeld gearbeitet, wechselte aber zu den Holter Internisten, weil die Praxis näher an ihrem Wohnort Hörste liegt „und es hier so nett ist". Der gute Ruf der Praxis war auch für Bartosz Weiß ein entscheidender Grund zu wechseln. Der 34-Jährige hat sechs Jahre lang am Städtischen Krankenhaus Bielefeld gearbeitet und sich dort zum Facharzt für Innere Medizin weitergebildet. Sein Studium hatte Weiß in Göttingen abgeschlossen, war danach wieder zurück in seine Ursprungsheimatstadt Bielefeld gezogen. Wohnort ist aber schon seit längerem SHS, was jetzt für Bartosz Weiß sehr bequem ist, aber auch für seine Frau, die in Augustdorf bei der Bundeswehr arbeitet. Bürgermeister Hubert Erichlandwehr hofft, dass die neue Förderrichtlinie noch weitere junge Hausärzte anlockt. Er hat sich in eine komplizierte Materie eingefuchst – dank der vielen Gespräche, die er geführt hat. Mit der Kassenärztlichen Vereinigung, einem externen Berater, den Kliniken im Umkreis, potenziellen Interessenten und natürlich mit den heimischen Hausärzten. Deshalb war er auch schon früh mit den Bemühungen der Holter Internisten vertraut, das Team zu erweitern. Die hatten so ihre Probleme mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Denn SHS ist ein komplizierter Fall. Bei der Berechnung der hausärztlichen Versorgung wird die Stadt zu Bielefeld gerechnet, wenn es um die Ansiedlung bestimmter Fachärzte geht zum Kreis Gütersloh. Und zum Beispiel bei Internisten wird die Region OWL zugrunde gelegt. Auch wenn die KV die Holter Internisten bei ihren ersten Versuchen hatte abblitzen lassen. Dieses Mal hat sie mitgezogen: SHS hat jetzt eine weitere Fachärztin und einen neuen Hausarzt.

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