Gute Laune trotz Regen: Für ein schnelles Foto kommen die Teilnehmer von sieben niederländischen Teams, die gerade am Campingplatz am Furlbach gelandet sind, aus ihren Autos. Ihre „Rammelbakken" (Schrottautos) haben durchgehalten. - © Sibylle Kemna
Gute Laune trotz Regen: Für ein schnelles Foto kommen die Teilnehmer von sieben niederländischen Teams, die gerade am Campingplatz am Furlbach gelandet sind, aus ihren Autos. Ihre „Rammelbakken" (Schrottautos) haben durchgehalten. | © Sibylle Kemna

Schloß Holte-Stukenbrock 3.000 Kilometer mit 100 Schrottkarren

„Rammelbakken Reis“:Gaudi mit lustig gestalteten billigen Autos und fröhlichem Miteinander. 170 Niederländer lassen sich auf dem Campingplatz am Furlbach nieder

Sibylle Kemna

Schloß Holte- Stukenbrock. Bunte Schrottkarren als Blickfang: Eine auffällige Karawane niederländischer Fahrzeuge kam am Freitagabend auf dem Campingplatz am Furlbach an. Sie sind Teilnehmer der „Rammelbakken Reis“, der Schrottautoreise, die zum zweiten Mal stattfand. Und zum zweiten Mal waren 170 Niederländer auf dem Zeltplatz von Annette Auster-Müller zu Gast, die viel Spaß an ihren manchmal ein bisschen lauten und schrillen, aber auch sehr lustigen und geselligen Gästen hat. Sie räumt kurzerhand die Scheune aus, um den Gästen angesichts des Regens eine trockene Schlafmöglichkeit zu bieten und richtet den Aufenthaltsraum her für die Abschlussfeier, bei der es dann richtig zur Sache geht. Geselligkeit ist Trumpf bei dieser Spaßfahrt, die unter dem Motto „Freundschaft ist die Basis, die Herausforderung ist die Tortur“ wirbt. Die 170 Teilnehmer vereint das Miteinander, das durch das Erleben schöner und auch weniger schöner Momente entsteht: Wenn die Schrottkarre nicht mehr will. „Es ist ein Abenteuer“, sagt Ronald Landskroon strahlend. „Das ist eben der Spaß: wenn etwas schief geht.“ Er hat bei seinem Auto, das ein großes friesisches Herz auf dem Gepäckträger schmückt, Probleme mit der Lichtmaschine. Aber hey, er ist angekommen in der Senne – nach 2.600 Kilometern. Nur noch 400 Kilometer bis Breda, wo die Gruppe am 8. April gestartet und durch Deutschland, Österreich, Tschechien und Polen gereist ist. „Da ist immer einer, der dir hilft“, sagt der Polizist, der mit seiner Frau Linda, einer Finanzbeamtin, normalerweise ein modernes, zuverlässiges Auto fährt. „Das ist aber langweilig, ohne Probleme ist es nicht aufregend.“ „Wir haben die Karre extra für den Trip gekauft“ Die Autos der Teilnehmer dürfen nicht jünger sein, als Baujahr 2000 und nicht mehr als 750 Euro gekostet haben. „Wir haben die Karre extra für den Trip gekauft“, berichten Steven van de Burgt und Frans van Ham und zeigen auf ihren VW Golf, für den sie 500 Euro bezahlt haben. „Nun ist er wirklich Schrott“, sagen sie lachend und berichten, dass ein Zylinder ausgefallen ist. „Jetzt haben wir nur noch drei“, meinen sie achselzuckend. „Mal sehen, ob wir damit morgen noch bis nach Hause kommen.“ Zum Glück sind unter den Teilnehmern etliche Automechaniker, die in der WhatsApp-Gruppe von den Pannen erfahren und dann zur Hilfe eilen. Bei den alten Autos ist noch nicht so viel Elektronik, sie können noch repariert werden. „Das ist ein Alternativurlaub“ erklärt Tjacks van Doormaal grinsend. Er organisiert zusammen mit Rogier van Wyngaaden die Tour und weiß, dass solche Pannen und Missgeschicke die Menschen zusammenschmieden. So gibt es abends auf dem Campingplatz immer viel zu erzählen und zu lachen, auch über die kreativen Ideen, mit denen die Teilnehmer die Tagesaufgaben lösen. Zum Beispiel, den Aufkleber der Rammelbakken Reis möglichst ungewöhnlich zu platzieren – einer landete auf einem Rolls Royce, natürlich per Foto dokumentiert.

realisiert durch evolver group